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Marvin Running Alternativtraining

In dem Glauben, dass Laufen allein zu einseitig sei, fügt Herrchen weitere Arten sportlicher Folter hinzu.

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Foto: Privat

Marvins Herrchen arbeitet mit brutalen Mitteln an der Strandfigur.

Kennen Sie Plyometrics? Ich bis vor kurzem nicht. Jetzt schon. Leider.

Ausfallschrittsprünge, zum Beispiel: Er stellt sich in einen tiefen Ausfallschritt, springt hoch und landet wieder im tiefen Ausfallschritt. Allerdings mit dem jeweils anderen Bein vorne. Nach vierzig Stück davon winseln die Oberschenkel um Gnade.

Auch nett: Eine Übung, die im Englischen "Burpee" heißt, eine kaum übersetzbare Bezeichnung, die aus nicht ersichtlichen Gründen ihren Wortstamm mit dem englischen Begriff für "Rülpsen" teilt. Aus dem Stand geht man dabei in die Hocke, setzt die Hände vor den Füßen auf, wirft letztere dann nach hinten zurück und führt noch im Rücksprung die erste Hälfte eines Liegestütz aus, pumpt den Liegestütz wieder hoch, schwingt dabei die Füße zurück in die gestützte Hocke und springt in die Höhe. Nach der Landung wiederholt man den Quatsch.

Wer denkt, das sei schlimm, der kennt unser Krafttraining noch nicht. Klimmzüge beispielsweise: Weil wir keine Reckstange im Haus haben, nimmt er dafür die Duschstange. Von Ikea. Aus Pressholz. Selbst montiert. In nicht tragenden Wänden. Wenn man bei den Klimmzügen zittert, dann nicht so sehr wegen der Kraftanstrengung, sondern wegen der Angst. Irgendwann bricht das Ding aus den Heimwerkerhalterungen und unsere angewinkelten Schienbeine fangen den Sturz an der Kante der Duschwanne ab. Mit zwei zertrümmerten Unterschenkeln liegen wir dann im Keller und unsere Schmerzensschreie werden vom rosa Duschvorhang mit Eisbärmotiven erstickt, in den wir uns verwickelt haben.

Oder Handstandstütz. Ausgangsstellung ist der Handstand an der Wand. Bereits der ist prekär, sollten an der Wand z.B. Lampen dort angebracht sein, wo man sie beim Aufschwingen gar nicht vermutet hatte. Hat man es glücklich in den Handstand geschafft, lässt man sich in Richtung Kopfstand herunter und drückt sich wieder empor. Das ist relativ anstrengend. Sollte man vor Kraftlosigkeit kollabieren, schlägt man sich bei der Kopflandung die Schädeldecke ein. Der Vorteil: Wenigstens merken wir dann nicht mehr, dass uns kurz danach beim Abknicken des Nackens das Genick bricht.

Und was ist der Lohn der Mühe? Dialoge wie dieser:

Alter Bekannter: "Hallo, lange nicht gesehen. Himmel, hast du aber abgenommen! Geht es dir gut?"

Herrchen: "Und wie."

Alter Bekannter: "Aha… Sieht gar nicht so aus."
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