Top Themen: Laufhelden | Individuelle Trainingspläne | Laufschuh-Datenbank | Uhren-Datenbank | Lauftrainer-App | Laufen anfangen | Laufen

Ein Lauf mit Anna König Attraktiver mit Laufbonus?

Ein Lauf mit Schauspielerin Anna König, die sich in ihrer neuen Rolle (am 25.2. im ZDF zu sehen) in einem Online-Datingportal als Läuferin ausgibt.

Anna König +
Foto: Dirk Mathesius

Anna König spielt in ihrer neuen Rolle die Hanna (am 25.2. im ZDF zu sehen), die sich in einem Online-Datingportal als Marathonläuferin ausgibt. Aber damit fliegt sie schnell auf.

Trainingstagebuch
Strecke: Berlin-Kreuzberg, Landwehrkanal
Wetter: Trocken, sonnig, 9 Grad
Distanz: 8 Kilometer
Zeit: 60 Minuten
Tempo: 7:30 Min./km

Schauspielerin Anna König ist gefragt wie nie. Warum? Weil sie, davon konnten wir uns bei einem gemeinsamen Lauf überzeugen, die Eigenschaft hat, die heute wichtiger denn je ist: Sie ist authentisch. Anna König verrät im Interview, wann ihr das Laufen für die Schauspielerei nützlich ist, welcher Sucht sie beim Laufen frönt, was die Deutschen beim Essen falsch machen, und wo es die besten Bratkartoffeln gibt! Nebenbei rettet die Schauspielerin und Bloggerin die verloren gegangene Ehre des Pfälzer Saumagens. Am 25. Februar ist im ZDF (20:15 Uhr) die Erstausstrahlung der Herzens-Komödie: "CHAOS-QUEENS: LÜGEN, DIE VON HERZEN KOMMEN". Anna König als Hauptdarstellerin ist dort auch als (vermeintlich) passionierte Läuferin zu sehen – wobei die Lauf-Abschnitte im Film ihre Lieblingsszenen waren.

RUNNER’S WORLD: In Deinem neuen Film spielst Du die Hanna, die sich in ihrem Online-Dating-Profil als Marathonläuferin ausgibt. Du musstest also vermutlich viel laufen – war das die anstrengendste Rolle, die Du je gemacht hast?

Anna König: Nein, im Gegenteil, die Laufszenen waren beim Drehen des Films immer das Beste, regelrecht befreiend! In der Zeit, wo wir in Frankfurt gedreht haben, waren wir nämlich mit dem ganzen Team immer auf ganz engem Raum in dem Wohnhaus, wo viele Teile des Films spielen. Das war zwar ein tolles Haus und alles wunderschön, aber es war immer sehr befreiend, einfach laufen zu können. Ich bin ganz oft einfach weiter gelaufen als für den Dreh notwendig gewesen wäre, auch wenn ich das „Stopp“ gehört habe. Ich fand das schön, und ich war danach auch wieder fit für die nächste Szene!

RUNNER’S WORLD: Im Film geht es um Dating 2.0. Warum muss die Hauptdarstellerin laufen?

Anna König: Die Hauptdarstellerin, Hanna, arbeitet bei einer Zeitschrift. Ihr Chef hat ihr den Auftrag gegeben, sie solle über Dating-Portale recherchieren, und sie hat gemerkt, dass das jetzt das neue Ding ist. Ich persönlich kenne mich damit ehrlich gesagt gar nicht aus. Aber die Hanna in der Rolle hat darüber also recherchiert und sich selbst ein Profil zugelegt. Weil sie unsportlich ist, aber sich ein sportliches Profil zulegen wollte, hat sie überlegt: „Was kann jeder?“ – Und da dachte sie fälschlicherweise: Laufen. Also hat sie sich als drahtige Marathonläuferin ausgegeben, die schon acht Marathons gelaufen ist. Im Film kommt es schließlich zu absurden Begegnungen, weil sie natürlich sehr schnell auffliegt!

RUNNER’S WORLD: Das heißt du bist eine Schauspielerin, der das Sporttreiben im Allgemeinen und das Laufen im Besonderen nicht fremd ist?

Anna König: Nein überhaupt nicht! Zumal ich immer schon Sport gemacht habe. Früher habe ich sogar mal leistungsmäßig Tennis gespielt. Da gab es mal eine ganz lustige Geschichte: Einmal im Jahr wurde bei uns ein Lauf ausgetragen, und da meinte ich zu meiner Mutter: „Och, da mache ich mal mit.“ Und dann habe ich tatsächlich – durch mein Tennistraining war ich ja ganz schön fit – drei Mal hintereinander gewonnen, in Tennisklamotten!

RUNNER’S WORLD: Momentan musst Du aber das Laufen verletzungsbedingt mit Walking abwechseln?

Anna König: Genau, ich habe so eine Bänder-Überdehnung gehabt. Aber 10000 Schritte am Tag sind derzeit trotzdem mein Minimum.

RUNNER’S WORLD: Willst Du wieder laufen?

Anna König: Ich würde es wahnsinnig gerne. Aber ich glaube, dass es aufgrund meiner Knochen erst mal wieder das Schwimmen wird. Jetzt gehe ich auch manchmal ins Fitnessstudio, aber da merke ich: Das ist nicht so meins. Ich hatte auch mal einen Orthopäden, der meinte, dass wir das wieder hinkriegen und ich wieder laufen kann. Mal sehen!

RUNNER’S WORLD: Bei den Rollen, die Dir angeboten werden: Wie wirst Du da eigentlich ausgewählt, wofür stehst Du?

Anna König: Ich glaube, am Anfang habe ich keine Jobs bekommen, weil ich ein bisschen dicker bin, dann habe ich Jobs bekommen, genau weil ich nicht die Modelmasse habe, und jetzt ist die Zeit wo ich endlich auch Rollen unabhängig von meinem Gewicht angeboten bekomme. In der aktuellen Rolle war es aber in der Tat so, dass die etwas kräftiger bzw. „moppeliger“ sein sollte. „Moppelig“, das würde man bei einer männlichen Rolle nie sagen, das war früher eher ein Ausschlusskriterium für eine Rollenbesetzung; kann aber auch sein, dass das mit der ganzen Me-Too-Debatte heute etwas anders gesehen wird – dass jetzt endlich mal eingesehen wird, dass es unterschiedliche Frauentypen gibt und nicht nur diesen einen Frauen-Idealtyp.
Anna König und Tim Bergmann +
Foto: ZDF / Christian Lüdeke

Hanna (Anna König) und Adam (Tim Bergmann) haben im Film "CHAOS-QUEENS: LÜGEN, DIE VON HERZEN KOMMEN" den Frankfurt-Marathon geschafft und laufen glücklich Hand in Hand im Ziel ein.

RUNNER’S WORLD: Was macht denn für Dich eine gute Schauspielerrolle aus, die für Dich attraktiv ist?

Anna König: Manchmal fühlt man sich wie ein Detektiv. Das heißt, man begibt sich auf die Suche nach dem Charakter der Rolle, und je mehr man das Rätsel löst, desto authentischer wird man dann. Wenn ich das Drehbuch lese und die eigene Phantasie sich so entwickelt und ich so berührt werde, dass ich dabei lachen und weinen muss, und wenn ich die Rolle nachvollziehen kann, dann ist sie attraktiv. Und ich mag es auch, wenn es streitbare Rollen sind. Was ich dann teilweise nach dem Dreh gar nicht mehr nachvollziehen kann, wenn mir Freunde vorwerfen, „ja, die lügt so viel“. „Das ist doch Quatsch“, denke ich dann, weil ich es beim Spielen so verinnerlicht habe. – Das ist ein enges Zusammenspiel von Schauspieler und Rolle, gerade wenn es die Regisseure zulassen, dass die Schauspieler ihre Ideen mit einfließen lassen. Wenn es dann noch eine gute Kamera gibt, ist das perfekt, denn da hängt sehr viel dran!

RUNNER’S WORLD: Stimmt denn dieser, zugegebenermaßen etwas abgegriffene Satz, dass da immer etwas in der Rolle sein muss, was in der Persönlichkeit vorkommt: Also, direkt gefragt, ist in der „Hanna“ etwas von Dir, Anna?

Anna König: Das ist schwer zu sagen. Ich gehe so an Rollen ran: Ich gehe erst von mir aus, dann lese ich sehr viel. Und ich stelle mir und der Regie Fragen, etwa wie es ist, wenn man von sieben Kindern das älteste ist? Wie ist es, wenn man immer nur in einer Stadt gelebt hat? Wie ist es, wenn man vergewaltigt wurde? Und ich höre mir alle Antworten an. Dann lerne ich den Text. Und dann gehe ich laufen – und spreche vor mich hin und lasse den Text durch meinen Kopf laufen. Und ich merke dann manchmal etwas erschrocken, dass ich vor mich hinrede. Aber auch dass ich anfange, in der Rolle zu leben. Dann passiert es, dass die Rolle allmählich größer wird als ich selbst, weil die Person in der Rolle andere Dinge erlebt hat. Aber natürlich, ich glaube schon, dass immer auch ein Teil von einem selbst in der Rolle drin sein muss. Vor allem wenn Leute einen kennen, erkennen sie auch persönliche Charaktereigenschaften des Schauspielers in der Rolle, das ist doch klar. Man kann sich ja auch nicht total verstellen, dann ist es ja nicht mehr authentisch.

RUNNER’S WORLD: Du hast ein zweites Standbein. Du hast mit Deinem Freund zusammen einen Foodblog: derultimativekochblog.com – was ist euch dabei wichtig, was „kocht“ ihr für Themen auf?

Anna König: Uns ist wichtig, dass wir Spaß vermitteln. Ich habe ja lange im Ausland gelebt. Und danach ist mir aufgefallen, dass die Deutschen nach einem schönen Essen immer mit Schuld reagieren. „Oh Gott, jetzt habe ich so viel gegessen! Jetzt darf ich aber einen Tag lang nichts mehr essen!“ Und das fanden wir so lustfeindlich! Es war uns wichtig, das alles Mal mit Humor zu betrachten. Und dass es amüsiert. Wir schreiben über regionales Essen, gute, einfache Produkte – und einfache Rezepte, die man gut nachkochen kann.

RUNNER’S WORLD: Du bist aus der Pfalz….

Anna König: Ja! Die Toskana Deutschlands!

RUNNER’S WORLD: Aber bei pfälzischer Küche, da denke ich sofort an Helmut Kohl und seinen Saumagen, also den Pfälzer Saumagen!

Anna König: (Antwortet auf Pfälzisch) Ah jo! Saumagen!

RUNNER’S WORLD: Ist das Dein Lieblingsgericht? Oder was ist Dein Lieblingsgericht, falls Du eins hast?

Anna König: Oh je, ich finde tatsächlich die Pfälzer Küche – die ich früher fürchterlich fand – sehr empfehlenswert. Ich mag den natürlichen Genuss. Und ich finde es so herrlich, wie die trinken, und wie die essen und dabei lustig sind! Ich finde tatsächlich, dass die Pfälzer die besten Bratkartoffeln machen! Die sind mit Majoran und auch pfeffrig! Und auch das Sauerkraut ist von den Pfälzern sehr gut! Und den Saumagen muss man verstehen lernen: Es ist ja nur die Hülle vom Saumagen. Da drin ist ja Fleisch mit Kartoffeln. Das kann also eigentlich ganz fein sein!
Hanna (Anna König) bedankt sich begeistert bei Didi (André Eisermann). +
Foto: ZDF / Christian Lüdeke

Hanna (Anna König) bedankt sich begeistert im Film "CHAOS-QUEENS: LÜGEN, DIE VON HERZEN KOMMEN" bei Didi (André Eisermann), der ihr für ihre Artikelrecherche den Funsport Blobbing nähergebracht hat.

RUNNER’S WORLD: Echt?! Ich habe mich da ehrlich gesagt nie drangetraut!

Anna König: Ja, ich auch sehr, sehr lange nicht. Aber bis ich dann irgendwann mal gesehen habe: Nur das Äußere wird vom Saumagen zusammengehalten! Das klingt halt nur irgendwie eklig!

RUNNER’S WORLD: Wenn Du – du hast mal leistungsorientiert Sport gemacht – einen Tipp gibst: Was ist dein ultimativer Tipp für die Läuferküche? Oder ein Geheimrezept?

Anna König: Abends würde ich die ultimative vegane Kokos-Linsensuppe mit Ingwer empfehlen, die macht einen einfach fit und gesund. Vor dem Laufen eignen sich zum Beispiel Rainbow-Summer-Rolls, da ist halt leicht verträgliches Gemüse drin, regionales Gemüse, da ist nur Reispapier drum. Oder ich würde Salate empfehlen, da haben wir sehr viel auf unserem Blog; wir sind aber auch auf Instagram sehr aktiv.

RUNNER’S WORLD: Themenwechsel: Was wäre Deine Traumrolle? Welche Rolle, Film, Stück?

Anna König: Ich will schon immer – das habe ich schon zu Beginn der Schauspielschule gesagt – die Rolle der Martha aus „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ von Edward Albee spielen. Das ist ein Theaterstück, wurde aber auch sehr berühmt verfilmt mit Elizabeth Taylor in der Hauptrolle. Das ist so eine tolle Frauenrolle! Die Martha ist halt so etwa 50, aber ich finde, so langsam könnte ich die mal spielen!

RUNNER’S WORLD: Moment! 50 Jahre!? Das ist wohl noch etwas früh für Dich? Auf Deiner Sedcard steht: Spielalter 28 bis 38 Jahre!

Anna König: Jaja, aber trotzdem kann man ja auch mal zehn Jahre ältere Rollen spielen, oder 12. – Ich lüge übrigens nicht mit dem Alter, ich bin 38. Aber ich finde auch, die Martha könnte man in jüngerem Alter spielen. Die Rolle ist wahnsinnig: Lustig, selbstbestimmt, traurig, laut, leise…

RUNNER’S WORLD: Du spielst viel Theater und Film, machst aber auch viele Sprech-Aufnahmen?

Anna König: Ich finde Sprache etwas ganz Wunderbares – weil man so viel ausdrücken und erklären kann, auch dadurch, wie man Worte spricht, oder sie weglässt oder zufügt. Ich habe selbst eine ganz riesengroße Hörbuch-Sucht! Wenn ich laufe, höre ich Hörbücher! Ich höre keine Musik sondern Hörbücher. Das hatte ich übrigens schon als Kind – das erzählt mir meine Mutter immer: Dass ich mich als Kind schon wegbeamen konnte, etwa wenn ich „Der kleine Wassermann“ als Hörbuch gehört habe. Da war ich hin und weg.

RUNNER’S WORLD: Du hattest ja auch eine Sprach-Ausbildung innerhalb der Schauspielschule?

Anna König: Ja, ganz wichtig, mit Einzel-Unterricht, aber auch als Gruppen-Sprechen, vor allem auch für die Bühnenauftritte. Viele Schüler kommen ja auch mit Dialekten, die man mühsam abtrainieren muss. Ja, da hat man sehr viel Sprechunterricht! Das zieht sich auch durch: In den ersten zwei Jahren hat man sehr viele Unterrichtsstunden, mit Sport- und sonstigem Unterricht. Dann waren wir angegliedert an ein Theater, auch mit individueller Beratung. Auch mit Schauspielern, die einen individuell begleitet haben. Aber wir hatten auch noch Sprechunterricht parallel.

RUNNER’S WORLD: Auf der Schauspielschule in Zürich hat man eher das Theater als Fokus?

Anna König: Ja, bei mir war das auf jeden Fall so. Nach einem Szenen-Studium bin ich mal in Tränen ausgebrochen. Der Dozent hatte eigentlich nette Sachen über mich gesagt, und er hat geschlossen mit den Worten: „Anna, so wie Du spielst, ich glaube das wäre auch wirklich etwas für den Film!“ Und dann bin ich heulend nach Hause gegangen – weil ich dachte: „Ich bin eine ganz, ganz schlechte Schauspielerin! Es reicht nicht fürs Theater – ich muss zum Film!“ Das war hoch-dramatisch. Dabei hatte er es nur nett gemeint. Aber ich habe das zum Glück dann auch bald gemerkt.

RUNNER’S WORLD: Heute bist Du da aber nicht mehr so sensibel?

Anna König: Nein, gar nicht. Ich liebe Film! Es ist halt immer die Frage, woher man kommt. Und ich kam halt vom Theater, und ich kannte nur Theater.
Jetzt noch besser laufen: aktuelle Lauftipps, News und Tests >>

Autor: Urs Weber 23.02.2018
Kostenloser Newsletter
RUNNER'S WORLD ERLEBEN
Mehr zu Community
Thorsten Schröder unterstützt HelpAge Deutschland
Thorsten Schröder

Foto: Alexander Tempel

Fernsehmoderator Thorsten Schröder wird für die Osnabrücker Hilfsorganisation HelpAge Deut... ...mehr

Marathon-Weltrekord im Rückwärtslauf
Rückwärtsläufer Markus Jürgens

Foto: Marcus Vogel

Markus Jürgens hält den Marathon-Weltrekord im Rückwärtslaufen. Ein völlig verrückter Voge... ...mehr

Tübingen bewirbt sich für die Winterspiele 2026
Olympische Winterspiele in Tübingen?

Foto: Norbert Wilhelmi

Da IOC-Präsident Thomas Bach die Bewerber für die Winterspiele 2026 davonlaufen, will Diet... ...mehr

Sie sind hier: >> >> >>Attraktiver mit Laufbonus?
(©) Motor Presse Hearst GmbH & Co KG Verlagsgesellschaft