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Schottischer Marathonläufer Callum Hawkins

Nur Mo Farah schaffte es schneller einen Halbmarathon zu laufen als der Schotte. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften überzeugte er 2017 in London mit Platz vier im Marathon.

Callum Hawkins wurde 22. Juni 1992 in Elderslie in der Nähe von Paisley geboren und wird von seinem Vater Robert Hawkins, der früher selbst international aktiv war, trainiert. Gemeinsam mit seinem Bruder Derek vertrat der Schotte Großbritannien bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro 2016, wo er im Marathon auf Rang neun kam. Außer Mo Farah absolviert noch nie ein Brite schneller die Halbmarathon-Distanz als Callum Hawkins in Marugame im Februar 2017, als er exakt eine Stunde benötigte. Von 2010 bis 2012 ging er für die Butlers University in den USA an den Start, wo er 2011 als erster Sportler der Butler University zum Athleten des Jahres der Great-Lakes-Region ausgezeichnet wurde. Dies kam mit Blick auf seine starke 5.000-Meter-Zeit von 14:11,60 Minuten, die er am 15. April 2011 in Walnut in Kalifornien lief, für Experten nicht überraschend. Nach zahlreichen 3.000-Meter-Rennen, die er 2010 in Stretford beispielsweise in schnellen 8:13,02 Minuten lief, vertrat er Großbritannien beim Junioren-Rennen der Crosslauf-Europameisterschaften, die in Bydgoszcz in Polen stattfand. In 24:21 Minuten lief er auf den 47. Platz. Bereits im Jahr zuvor war er bei den Crosslauf-Europameisterschaften, die 2009 in Dublin und somit nur unweit von seiner schottischen Heimat entfernt stattfanden, auf den 19. Platz gelaufen.

Nachdem er aus den USA nach Schottland zurückgekehrt war, begann er an der University of the West of Scotland Maschinenbau zu studieren. Nach U23-Platz sieben bei den Crosslauf-Europameisterschaften 2013 in Belgrad, lief er 2014 bei den gleichen Meisterschaften im bulgarischen Samokov auf den fünften Rang unter alle U23-Läufern. 2014 und 2015 siegt er auf deutlich längere Strecke um. So startete er bei den Commonwealth Games, die 2014 in der größten schottischen Stadt, Glasgow, stattfanden, über die 10.000 Meter. Während Bruder Derek den Marathon auf Platz neun finishte, kam Callum über knapp ein Viertel der Königsdistanz auf Platz 20. Anfang Oktober 2015 ging er beim Great Scottish Run in Glasgow über die Halbmarathon-Distanz an den Start. Dabei lief er nach 1:02:42 Stunden hinter dem aus Uganda stammenden Moses Kipsiro auf Rang zwei ins Ziel. Exakt drei Wochen später feierte er in Frankfurt sein Marathon-Debüt. Nach 2:12:17 Stunden hatte er es geschafft und lief als Zwölfter in die Frankfurter Festhalle ein. Einzig zwei Europäer, Arne Gabius, der an diesem Tag den rund 30 Jahre alten deutschen Rekord verbesserte, und der Schwede Mikael Ekvall, der zehn Sekunden vor Hawkins finishte, konnten die Marathondistanz an diesem Tag schneller absolvieren als der Schotte.

Seinen ersten Marathon innerhalb Großbritanniens lief er im April 2016 beim London-Marathon. Als erster Brite und achter Läufer insgesamt sicherte er sich in 2:10:52 Stunden sein Ticket für die Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, bei denen er in 2:11:52 Stunden auf Rang neun lief. Sein Bruder Derek kam mit Verletzungsproblemen auf den 114. Rang. Der Dritte Brite, Tsegai Tewelde finishte nicht. Knapp zwei Monate später ging erneut beim Great Scottish Run an den Start. Bei kalten Temperaturen schlug er Vorjahressieger Kipsiro, feierte den ersten Sieg eines Schotten seit 23 Jahren und verbesserte dabei den Streckenrekord auf 1:00:24 Stunden. Da bei erneuten Messungen entdeckt wurde, dass die Strecke 150 Meter zu kurz gewesen sei, wurde dieser Rekord am Ende jedoch nicht anerkannt. Im Januar 2017 schlug er als erster Brite nach sieben Jahren Mo Farah. Dies gelang ihm beim Great Edinburgh International Cross Country Rennen im Holyrood Park. Insgesamt wurde Hawkins Zweiter, da er sich auf der Zielgerade noch von Leonard Korir übersprinten ließ. Bereits im Februar präsentierte er sich mit dem Sieg beim Kagawa Marugame Halbmarathon in Japan erneut stark. In 1:00:00 Stunden stellte er einen neuen schottischen Halbmarathon-Rekord auf, der zuvor 30 Jahre lang von Allister Hutton gehalten wurde. Seine vielleicht stärkste Leistung 2017 zeigte er jedoch bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London, bei denen er in 2:10:17 Stunden in neuer persönlicher Bestzeit auf dem viermal zu durchlaufenden Rundkurs mit Start und Ziel auf der Tower Bridge auf Gesamtrang vier, der besten Platzierung eines Briten bei einem WM-Marathon aller Zeiten, lief und dabei dem Drittplatzierten am Ende noch bedrohlich nahe kam.
Autor: Jonas Müller 28.09.2017
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