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PacerTeam.de Deutschlands größtes Pacemaker-Netzwerk

Bei vielen Großevents werden Pacemaker eingesetzt und helfen den Läufern beim Erreichen ihrer Wunschzeit. Wir sprachen mit Detlef Blässe, einem Mitwirkenden hinter dem PacerTeam.de, über die Beweggründe und die Organisation des Netzwerks.

PacerTeam Freiburg-Marathon 2018 +
Foto: PacerTeam.de

Gute Laune vor dem Freiburg-Marathon 2018.

Schon lange findet man bei nahezu allen größeren Laufevents Pacemaker am Start. Ein Pacemaker – oder Tempomacher – hat die Aufgabe, vom Start bis ins Ziel ein vorgegebenes Tempo möglichst gleichmäßig zu laufen, um Starter beim Erreichen ihrer gewünschten Laufzeit zu unterstützen. Während sich in der Vergangenheit jede Veranstaltung selbstständig um die Organisation ihrer Pacemaker kümmern musste, übernimmt dies seit Ende 2017 das PacerTeam.de bei zahlreichen Events. Von Flensburg bis Füssen gehören die vom Sportartikel-Hersteller CEP ausgestatteten Pacemaker mit ihrer markanten Rucksack-Flagge mittlerweile zum gewohnten Bild.

Wir haben uns mit Detlef Blässe, einem der Köpfe hinter diesem Team, unterhalten:

Hallo Detlef, wie und aus welcher Motivation heraus entstand denn das PacerTeam?

„Das PacerTeam wurde im Oktober 2017 von Sascha Ratzinger und Martin Schöll in Augsburg gegründet, die von dort aus mit einer Handvoll Helfern die gesamte Organisation des Netzwerks managen. Das erste Event, bei dem wir pacen durften, war dann direkt der München-Marathon Mitte Oktober. Der Gedanke dahinter war, den Veranstaltern durch unseren Service die Organisation ihrer Pacemaker abzunehmen und somit Aufwand und Kosten zu reduzieren. Die Vorteile liegen auf der Hand. Fällt kurzfristig jemand aus, können wir jederzeit die entstandene Lücke aus unserer Datenbank mit über 350 Läufern auffüllen. Das alles bedeutet für den Veranstalter viel Arbeit und Zeit, die wenige Tage vor dem Rennen nicht gerade im Überfluss vorhanden ist.“

Wer kann als Pacemaker starten und wie bewirbt man sich dafür?

„Theoretisch kann jeder als Pacemaker starten, der Marathon-Erfahrung mitbringt und ein gutes Zeit- und Tempogefühl hat. Man sollte sich schon sicher sein, die angestrebte Zielzeit sicher zu erreichen. Wenn man also für einen Marathon in 4:00 Stunden pacen möchte, sollte man ihn auch vielleicht um 3:45 Stunden laufen können. Denn was nutzt es, wenn man mit Ach und Krach und auf dem letzten Loch pfeifend ins Ziel eiert. Die Mitläufer motivieren und entertainen zu können, ist eine zentrale, wenn nicht sogar die mit wichtigste Aufgabe eines Pacemakers – was auch einfach extrem viel Freude macht.“

Was ist die Motivation, als Pacemaker zu starten und seine eigenen Ziele den seiner Mitläufer unterzuordnen?

„Wenn man selbst einmal als Pacemaker am Start war, weiß man es. Es gibt viele Gründe dafür: Wenn du Gänsehaut bekommst, weil sich die Läufer bei dir für deinen Job bedanken, ein Selfie mit dir und deiner Zielflagge machen, weil du sie auf den Punkt über die Ziellinie gebracht hast, oder dir schlichtweg die Läufer erschöpft und überglücklich um den Hals fallen.“
PacerTeam Stuttgart-Lauf 2018 +
Foto: PacerTeam.de

Zur 25. Ausgabe des Stuttgart-Laufs wurden 25 Pacemaker engagiert.

Wie finanziert sich das PacerTeam und wie entwickelt es sich seit seiner Gründung?

„Die Pacemaker machen ihren Job unentgeltlich und bekommen dafür in der Regel den Freistart zum Event sowie von unserem Sponsor CEP ein Shirt und Laufsocken. Unser Netzwerk ist in den vergangenen Monaten seit Oktober förmlich explodiert. Mit über 350 Pacemakern und mittlerweile 30 Großveranstaltungen – Tendenz steigend – sind wir das größte Pacemaker-Netzwerk Deutschlands. Wir werden von den Veranstaltern gerne und zunehmend ins Boot geholt, weil wir die gesamte Organisation im Vorhinein, vor Ort und hinterher übernehmen.“

Welche Zielzeiten werden in der Regel angeboten und wie werden diese besetzt?

„Normalerweise werden Pacemaker für Marathon-Zeiten ab 3:00 Stunden in Abständen von 15 Minuten angeboten. Im Halbmarathon sind es meist Zeiten ab 1:30 Stunden, ebenfalls im 15-Minunten-Takt. Jedoch hängt die Anzahl der angebotenen Zeiten auch von den Wünschen der Veranstalter ab. Beim Stuttgart-Lauf etwa wurden zum 25. Jubiläum 25 Pacemaker eingesetzt. Dadurch kamen dann eher ungewöhnlichere Zeiten von 1:25 Stunden usw. zustande, was jedoch die große Ausnahme darstellt. In der Regel wird jede Zeit mehrfach besetzt. Meist mit zwei oder drei Läufern, um gegen alle Eventualitäten abgesichert zu sein. Auch wenn wir auf eine hohe Zuverlässigkeit achten, kann ein Pacemaker aus welchen Gründen auch immer mal aussteigen müssen. Dann ist es natürlich wichtig, dass die Zielzeit mehrfach besetzt ist.“

Wer selbst einmal als Pacemaker am Start stehen möchte, kann sich unter www.pacerteam.de anmelden und Teil des PacerTeams werden. Über monatliche Newsletter erhält man anschließend Informationen zu anstehenden Laufevents und den verfügbaren Plätzen. Alle Veranstaltungen und alle Pacemaker werden ebenso auf der Website des PacerTeams präsentiert.
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Autor: Patrick Brucker 07.08.2018
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