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Olympische Spiele 1992 Dieter Baumann findet die Lücke

Dieter Baumann blickt auf seine Gedanken und Gefühle während des olympischen 5.000-Meter-Rennens von 1992 zurück.

Training auf der Laufbahn +

5.000 Meter: zwölfeinhalb Runden auf der Bahn.

Womit begann mein olympisches Finale? Klar, mit dem Startschuss. Doch nach so langer Zeit kann ich mich nicht mehr an den Startschuss erinnern. Ja, von kurz vor dem Start existiert noch ein Bild in meinem Gedächtnis. Wir, die Läufer des 5.000-Meter-Finales, warteten in den Katakomben des Olympiastadions in Barcelona darauf, dass es rausgeht, auf die Bahn. Plötzlich hörten wir die Zuschauer laut und wild schreien. Wir lugten aus einer Tür hinaus ins Stadionrund, und just in diesem Augenblick gewann der Spanier Fermin Cacho die 1.500 Meter und wurde Olympiasieger. Ich drehte mich um, tauchte beide Hände in einen Eimer Wasser und schüttete mir das kühle Nass über den Kopf. Es war heiß an diesem Abend in Spanien, und dieses Bild, die Katakomben, die Schreie der Zuschauer, der Eimer Wasser, die schwüle Luft, all das ist noch präsent. Und dann ging es raus. Das zweite Bild des olympischen Finales habe ich vor Augen, als wäre ich erst gestern gelaufen: Es ist das Bild von Yobes Ondieki.

Yobes Ondieki hatte uns alle ein Jahr ­vor den Olympischen Spielen, bei den Weltmeisterschaften in Tokio 1991, überrascht. Er wählte die Taktik einer Soloflucht, die er gleich zu Beginn des Rennens mit einer 59-Sekunden-Runde einläutete. Wir dachten, das übersteht er nicht. Doch er überstand das Rennen und wurde Weltmeister. Nur 14 Tage nach seinem Triumphlauf liefen wir wieder gegeneinander, in Köln, die 3.000 Meter. Ondieki, der Unter-13-Minuten-Läufer, galt als unbesiegbar. Ein Welt­rekord lag in der Luft. Wieder suchte er, diesmal mithilfe von Tempomachern, seine Chance in der Flucht nach vorn. Es war ein schnelles Anfangstempo, doch trotz Tempomachern übernahm Ondieki schon nach 1800 Metern die Spitze. Warum auch immer, ich war dabei, blieb vom ersten Schritt hinter ihm. Und dann wurde er langsamer, er zögerte. Ja, die Frontrunner wollen allein sein, wollen frei sein und sich schützen vor Überraschungen. Kurz vor der letzten Runde übernahm ich die Spitze, wurde selbst zum Frontrunner. Ein seltenes Ereignis, und vielleicht kann ich mich deshalb so gut da­ran erinnern. Ein Sieg gegen den Weltmeister über 3.000 Meter. Es zeigte mir, dass es möglich war. Womit begann mein olympi­sches Finale? Mit dem Rennen in Köln?
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