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Ein Lauf mit Jonathan Wyatt Ein Kiwi in Europa

Auch wenn er inzwischen Wahltiroler ist, wird Jonathan Wyatt immer ein Kiwi bleiben, wie sich die Neuseeländer selbst nennen.

Jonathan Wyatt +
Foto: Urs Weber

Witzig: Ein Kiwi mit Kiwi.

Sie sind Neuseeländer, haben ein paar Jahre in Österreich gelebt: Warum leben Sie jetzt in Italien?
Meine Frau stammt aus dem Flamstal, wo wir jetzt leben. Und sie ist in der Skilanglauf-Nationalmannschaft. Wir können beide in der Region gut trainieren. Und: Die Einflüsse der Tiroler Küche merkt man dort auch noch. Nach einem anstrengenden Lauf geht nichts über Kaiserschmarrn!

Ihre Frau ist sehr erfolgreich, Sie haben Sie letzten Winter auch zu den Olympischen Spielen begleitet, fahren Sie auch Ski-Langlauf?
Ja, ich versuche es. Ich habe in meinem Leben immer nur einmal am Tag trainiert – aber in harten Trainingsphasen ergänze ich das Lauftraining dann gerne mit einer anderen Disziplin, wie zum Beispiel Ski-Langlauf. Aber mit meiner Frau kann ich nicht mithalten.

Früher haben Sie zeitweise noch in Ihrem gelernten Beruf als Architekt gearbeitet. Sie sind mittlerweile Profisportler – wollen Sie später wieder als Architekt arbeiten?
In einer Weise ja, vielleicht. Wobei ich schon die Flexibilität genieße, die ich als Läufer habe. Ich brauche nicht den ganzen Tag im Büro zu sitzen. In den letzten Jahren ist es mir so langsam gelungen, mit meinem Sport auch Geld zu verdienen. Heute kann ich sagen: Ich bin Profi. Das war früher anders, da bin ich genauso viel gelaufen, habe aber kein Geld damit verdient. Da bin ich für sechs Monate nach Europa gekommen, und dann bin ich wieder sechs Monate nach Neuseeland zurückgegangen und habe gearbeitet.

In Neuseeland kennt Sie wahrscheinlich jeder?
Ich bin überhaupt nicht bekannt in Neuseeland! – Weil ich hier in Europa meine Rennen mache! Als wir die WM im Berglauf hatten in meiner Heimatstadt, in Wellington, da hatte ich natürlich viel Aufmerksamkeit. Aber das ist nichts im Vergleich mit bekannten Rugby-Spielern, in Neuseeland sind die Rugbyspieler so bekannt wie hier Fußballspieler. Aber das macht mir überhaupt nichts aus. Ich habe mich nie um Publicity bemüht. – Auf eine Art bedauere ich Typen wie Tiger Woods!

Sie arbeiten mittlerweile viel mit Salomon zusammen, welchen Input können Sie da liefern?
Ja, das ist eine tolle Aufgabe, direkt am Produkt zu arbeiten. Als ich bei Salomon anfing, haben wir viel über Schuhe geredet, die ich auch nutzte. Ich laufe viel auf Easy-Trails, Backtrails, Waldwegen, da brauche ich nicht so ganz technische Schuhe, sondern ein bisschen mehr Dämpfung. Zuletzt habe ich mit Salomon viel bei der Entwicklung am S-Lab-Schuh zusammengearbeitet, einem leichten, schnellen Schuh.

Kommen Ihnen bei der Produktarbeit auch Kenntnisse aus Ihrer Architektenarbeit zu Gute?
Ja, ich habe vielleicht einen guten Zugang zu den Designern. Ich arbeite sehr gerne mit den Salomon-Designern zusammen. Nächsten Winter kommt super technische Laufbekleidung – Sachen, die ich zum Laufen sehr gerne nehme. Mit meinem Design-Background kann ich da viele Inputs geben. Meine Architektenausbildung war kombiniert mit einem Fachbereich für Design. Ich habe dort auch einen Kurs in Produkt-Design besucht, daran erinnere ich mich jetzt sehr gerne wieder.

Läufer kritisieren oft das Design von Laufschuhe: Gibt es da viel zu verbessern?
Es gibt ganz klar einen Fashion-Anteil, der bei Laufschuhen berücksichtigt werden sollte. Aber die technischen Bestandteile sind natürlich das wichtigste bei einem Laufschuh, letztlich kommt es auf die Performance des Laufschuhs an, nicht auf das Design. Die Herausforderung besteht natürlich darin, mit den technischen Details ein ästhetisches Design zu formen. Das gilt auch für die Bekleidung. Ich mag es durchaus, wenn man dabei die technischen Details sehen kann, etwa bei Kompressionsbekleidung. Ein Stretch-Material soll auch als solches erkennbar sein.

Okay, als letze Frage zum Schluss: Haben sie ein Lauf-Mantra?
Ein Mantra? – Während eines Rennens, da gilt: If you want to finish first, then first you have to finish!
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08.09.2010
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