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Der Rechtsanwalt Ein Lauf mit Matthias Prinz

Der Rechtsanwalt Matthias Prinz lief seinen besten Marathon in New York in 3:49 Stunden.

Trainingstagebuch:
Strecke: Hamburg, Außenalster
Wetter: bedeckt, 22 Grad
Distanz: 7,5 Kilometer
Zeit: 40 min
Tempo: 5:20 min/km

Wenn ich Sie jetzt privat hier beim Laufen fotografieren und das Bild veröffentlichen würde, wäre das ein Vergehen?
Ja, das wäre ein Vergehen nach § 33 Kunsturhebergesetz (Recht am eigenen Bild), weil ich privat unterwegs bin und es keinerlei öffentliches Interesse an der Information gibt, wie ich aussehe, wenn ich laufe.

Und wenn ich argumentiere, dass Sie eine Person der Zeitgeschichte sind und es von Interesse ist, dass ein so bekannter und viel beschäftigter Anwalt sich immer noch die Zeit für den Sport nimmt?
Bis 2004 wären Sie damit durchgekommen, aber dann hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass es diese "Person der Zeitgeschichte" nicht mehr gibt, sondern dass man im Einzelfall das berechtigte Informationsinteresse abwägen muss – und das müssen schon gewichtige Interessen, nicht bloße Unterhaltung sein. Wenn man zeigt, wie ich in kurzer Hose aussehe, ist das allenfalls Entertainment ...

Sie spielen an auf das so genannte "Caroline-Urteil", ihr berühmtester beruflicher Erfolg. Kommen wir zu Ihren sportlichen Aktivitäten. Mit welcher Disziplin haben Sie angefangen?
Begonnen habe ich mit Handball, dann habe ich sehr intensiv Taekwondo betrieben, auch in der Nationalmannschaft. Das wollte ich sogar mal als Profi machen, dann kam es aber zum Glück anders. 1999, als ich das Mandat für das Team Telekom übernommen habe, entdeckte ich das Radfahren, woraus sich die Liebe für den Triathlon entwickelt hat. Gelaufen bin ich eigentlich immer schon.

Auch längere Distanzen?
Nein, das kam erst 2001, als ich meinen ersten Marathon in Hamburg lief. 2002 bin ich dann gleich bei dreien gestartet: Hamburg, Berlin, New York. Bis heute habe ich 14 Marathons gefinisht, den besten 2010 in New York – 3:49 Stunden.

Bestzeit in New York, das ist erstaunlich!
Ja, da hat der Trainingsplan mal gut gepasst. Das ist bei mir immer schwierig, weil meine Zeiteinteilung durch Gerichtsverhandlungen, Hauptversammlungen und andere Termine ziemlich fremdbestimmt ist.

Und da ist ja nicht nur der Job. Sie sind Vater von vier Kindern und kümmern sich um drei Hunde – wie schaffen Sie da noch Freiräume für den Sport?
Laufen ist doch das Allereinfachste, das geht immer. Die Sachen dafür kann man immer dabei haben, die Zeit dafür findet jeder, eine Strecke dafür auch. Auf Reisen verbinde ich Laufen gerne mit Sightseeing. Gerade war ich in Stockholm im Djurgarden – grün und am Wasser –, das hat mir besonders gut gefallen.

Waren Sie mal in einer Stadt, in der Sie partout keine Laufstrecke gefunden haben?
Ja, in Mailand. Ansonsten hat's immer funktioniert. Sogar in Peking. Da war ich mal zum Nationalfeiertag. Die Straße um den Tiananmen-Platz war gesperrt und ich bin völlig allein auf dieser Straße ungestört viele Runden um Maos Mausoleum gelaufen. Die Polizisten haben wahrscheinlich gedacht, ich gehöre zum Festprogramm.

Laufen Sie lieber allein oder in Gesellschaft?
Beides. Ich finde, man kann beim Laufen sehr schön Gespräche führen, weil man nicht vom Telefon abgelenkt wird. Von den zwölf Anwälten in meiner Kanzlei sind einige sportverrückt – mit denen laufe ich zum Beispiel gerne.

Haben Sie Erfahrungen mit Verletzungen?
Da könnte ich ein ganzes Buch drüber schreiben.

Was wären die längsten Kapitel?
2004 habe ich mir bei einem Sturz vom Rad einen doppelten Beckenbruch zugezogen. Ansonsten das Übliche: Fersensporn, Achillessehne, Schwimmerschulter … Aber momentan ist alles okay.

Beim Triathlon sind Sie bislang bei mehreren Olympischen Distanzen gestartet. Reizt Sie auch mal die Langdistanz?
Im Prinzip schon, aber im Moment habe ich eine ziemliche Kitesurf-Manie entwickelt. Dadurch habe ich zu wenig Zeit zum Radfahren. Außerdem spiele ich noch gerne Tennis.

Haben Sie ein sportliches Ziel für 2012?
Nein. Dazu müsste ich entweder meine Arbeitsbelastung verringern oder mich auf einen Sport reduzieren. Auf beides habe ich keine Lust.

Das Interview führte Frank Hofmann.
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