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Mehrfacher Wings for Life World Run Sieger in Deutschland Florian Neuschwander

Als Bahnläufer gestartet, ist Florian Neuschwander inzwischen bei Ultramarathons angekommen. Auch für den guten Zweck lief er bereits über 80 Kilometer am Stück.

Trail-Marathon Heidelberg 2016 Florian Neuschwander +
Foto: Tomás Ortiz Fernandez

Florian Neuschwander

Ultramarathon-Läufer Florian Neuschwander wurde am 1. Juni 1981 in Neunkirchen (Saar) geboren und begann, nachdem er ab seinem sechsten Lebensjahr Tennis gespielt hatte, mit 15 Jahren mit dem Laufen. Ohne Training und in Tennisschuhen ging er im Dezember 1996 erstmals bei einem Wettkampf an den Start. Die Zwei-Kilometer-Distanz des 20. Internationalen Nikolaus-Straßenlaufs des VFA Neunkirchen absolvierte er dabei in schnellen 6:29,2 Minuten. In den folgenden Jahren fasste er im Laufsport immer mehr Fuß und wurde 2000 so in die deutsche Junioren-Nationalmannschaft berufen, mit der er in der Mannschaftswertung der Crosslauf-Europameisterschaften in Malmö den fünften Platz erreichte. Zudem wurde er 2000 in Kandel in der Pfalz deutscher Junioren-Vizemeister über 10.000 Meter und 2001 in Arnstadt ebenfalls nationaler Junioren-Vizemeister im Halbmarathon. Zwischen 2001 und 2003 errang zudem mehrere saarländische Meistertitel über Distanzen zwischen 800 Meter und 21,0975 Kilometer.

Neuschwander, der ein Sportstudium begann, dies aber später abbrach und in der Folge eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann durchlief, wechselte nach zwei sechsten Plätzen bei den Deutschen Meisterschaften über zehn Kilometer und die Halbmarathon-Distanz und dem Start beim Frankfurt-Marathon 2007, den er in 2:25:16 Stunden als zweiter Deutscher abschloss, zur LG Stadtwerke München, für die er bis 2010 starten sollte. Gemeinsam mit seinen neuen Vereinskollegen wurde er in der Mannschaftswertung auf Anhieb dreifacher Deutscher Meister im Crosslauf, im Halbmarathon und im Marathon. Zudem errang er den sechsten Rang bei den Deutschen Crosslauf-Meisterschaften und den zweiten Platz im Halbmarathon. Bei den Deutschen Marathon-Meisterschaften in Mainz verpasste er in 2:23:04 Stunden eine Medaille mit Platz vier nur um 23 Sekunden. Danach zog es ihn für ein Jahr nach London, wo er wohnte und an 18 Rennen in Großbritannien teilnahm, von denen er zehn gewann. Alle vier 10-Kilometer-Rennen lief er dabei unter 31 Minuten. Eine Zeit von unter 29 Minuten blieb ihm jedoch verwehrt. Was ihm in Stratford, Bristol, Brighton und London auf der Straße nicht gelang, schaffte er auf der Bahn in Birmingham, wo er über 10.000 Meter nach 29:51,88 Minuten als Dritter ins Ziel kam. Nur vier Deutsche absolvierten diese Distanz 2009 schneller. Nachdem er sich Ende Januar 2010 mit einem Sieg beim 10-Meilen-Rennen in Dartford und einem fünften Platz bei den südenglischen Crosslauf-Meisterschaften von Großbritannien verabschiedet hatte, griff er in Deutschland seine Bestzeiten über die halbe und die volle Marathondistanz an. Was ihm mit Platz fünf bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften gelang, als er nach 1:06:20 Stunden finishen konnte, blieb ihm beim Berlin-Marathon mit Gesamtplatz 27 und gleichzeitig als dritter Deutscher in 2:23:58 Stunden verwehrt. In der Folge gewann er den Bitburger Läufercup 2010 und siegte im März 2011 beim Bienwald-Marathon in Kandel für den PST Trier in 2:28:17 Stunden mit über sechs Minuten Vorsprung. Auch bei den westdeutschen Halbmarathon-Meisterschaften setzte er sich durch, dies sogar in Streckenrekordzeit. Zudem gewann er den Fisherman’s Friend Strongman Run, wurde in 2:24:14 Stunden Dritter bei den Deutschen Marathon-Meisterschaften in Hamburg, erreichte erneut als dritter Deutscher in neuer persönlicher Bestzeit von 2:22:23 Stunden das Ziel des Berlin-Marathons und gewann in Luxemburg bei seinem ersten Ultramarathon in der Zeit von 3:49:17 Stunden den 52,5 Kilometer langen Trail Uewersauer.

Florian Neuschwander, der sein Vorbild, den verstorbenen US-amerikanischen Läufer Steve Prefontaine, als Tattoo auf dem Oberarm mit sich trägt, kehrte 2012 mehrfach nach England zurück, wo er bei den südenglischen Meisterschaften im Straßen-Staffellauf als schnellster Läufer über die Langdistanz überzeugen konnte. Mit seinem englischen Team Kent AC wurde er 2012 im sechs mal sechs Kilometer langen Straßen-Staffellauf südenglischer Meister. Darüber hinaus errang er den dritten Platz beim Strongman Run, wurde in 30:11,35 Minuten Rheinlandmeister über 10.000 Meter und holte zwei von drei Tagessiegen beim Salomon Keep on Running Trail Wochenende in St. Wendel, das er als Gesamtdritter abschloss. In Luxemburg gewann er in schnellen 3:27:27 Stunden zum zweiten Mal in Folge beim Trail Uewersauer. Ende Januar 2013 siegte er zudem beim 50-Kilometer-Ultramarathon in Rodgau. Im Frühjahr verbesserte er seine Marathon-Bestzeit als Gesamtfünfter und bester Europäer beim Bonn-Marathon auf 2:20:28 Stunden. Die Premiere des Vivawest-Marathons gewann er nur vier Wochen danach in 2:25:57 Stunden. Einen weiteren rheinländischen Meistertitel errang er über 5.000 Meter, die er in 14:57,57 Minuten absolvierte, worauf er den dritten Platz beim mit 70.000 Läufern teilnehmerstärksten Firmenlauf der Welt, dem 5,6 Kilometer langen J.P. Morgan Run Frankfurt, folgen ließ. Bevor er zu den Ultra-Trail-Weltmeisterschaften 2013 in den Norden Wales reisen sollte, gewann er in Streckenrekordzeit den Trierer Halbmarathon sowie die Halbmarathon-Distanz des Maare-Mosel-Laufs. In Wales lief er große Teile des 77 Kilometer langen Ultra-Trails auf Position neun liegend, bevor er die schneller gestarteten Läufer nach und nach einsammelte und als zweiter Läufer die Ziellinie passieren und sich somit zum Vizeweltmeister machen konnte. Mit großem Selbstvertrauen ging er in der Folge beim Essen-Marathon an den Start, wo er trotz seines Siegs seine Bestzeit in 2:21:27 Stunden um rund eine Minute verpasste. Als Abschluss eines überaus erfolgreichen Jahres ließ Neuschwander, der in einem Frankfurter Laufsport-Fachgeschäft arbeitet, in 3:36:07 Stunden den dritten Sieg beim Trail Uewersauer folgen.

2014 gewann er zum zweiten Mal den 50-Kilometer-Ultramarathon in Rodgau. In 2:58:42 Stunden blieb er dabei unter dem alten Streckenrekord. Als Sieger der Urbanian Runs in Nürnberg, Dresden und Frankfurt ging er aus der Urbanian Run Serie als Gesamtsieger hervor. Zudem gewann er den Offenbacher Halbmarathon ebenfalls in Streckenrekordzeit von 1:07:02 Stunden und den Silvesterlauf Oberrodenbach. Das darauffolgende Jahr startete er mit seinem Sieg beim Xterra Trail des Ardennes, bei dem neben 25 Kilometern auch 800 Höhenmetern zu bewältigen waren. Mit seiner Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften über 50 Kilometer machte sich auf sein sehr erfolgreiches Jahr 2013 nochmals zu toppen. Dies sollte ihm mit zahlreichen weiteren Erfolgen bis Ende 2015 gelingen. So belegte er beim Shotgun Trail Blast 50-Kilometer-Rennen in Marcola im US-Bundesstaat Oregon in Streckenrekordzeit von 3:38 Stunden den ersten Platz. Zudem verbesserte er beim Seligenstädter Wasserlauf den 25-Kilometer-Streckenrekord auf 1:20:21 Stunden. Bei Dauerregen kämpfte er sich Anfang Mai beim Wings for Life World Run in Darmstadt 74,5 Kilometer voran bis er vom Catcher Car eingeholt wurde. In den deutschen Austragungsorten Darmstadt und München lief kein anderer Läufer schneller. Einzig in Niederösterreich, Verona und der chilenischen Hauptstadt Santiago liefen fünf Läufer weiter. Diese außergewöhnliche Leistung löste einen Medienhype aus, den er durch die Erfindung seiner Marke „Run with the Flow“ geschickt nutzte und so im Folgejahr hunderte zusätzliche Menschen für den Wings for Life World Run begeistern konnte. Wie bereits 2013 gewann er auch 2015 den Trierer Halbmarathon. Als nächstes überzeugte er beim B2Run-Firmenlauf in Frankfurt, den er als erster Läufer beendete. Nun reiste er jedoch erneut in die USA, wo er beim Transrockies Run in Colorado an den Start gehen wollte. Aufgeteilt auf sechs Wettkampftage hatte er 193 Kilometer mit rund 6.000 Höhenmeter, die er bergauf laufen musste, zu bewältigen. Dies tat er in beeindruckender Art und Weise und gewann das Mehrfachtagesrennen. In Winschoten in den Niederlanden stellte er sich bei den Weltmeisterschaften einige Wochen darauf der Weltspitze der 100-Kilometer-Läufer. Sein Debüt beendete er nach 6:49:13 Stunden auf Gesamtrang neun. Von allen Teilnehmern lief er dabei die schnellste Schlussrunde.

2016 gewann er erstmals auch in München den Wings for Life World Run. Sein Team lief dabei die meisten Kilometer weltweit. Im Herbst gewann er in 2:55:25 Stunden zudem auch den Trail-Marathon Heidelberg, der unter anderem die Himmelsleiter mit hunderten Stufen hinaufführte. Ein Jahr später stellte er sich in Mailand dem Duell mit mehreren der besten Ultramarathon-Läufer der Welt, die in den Vorjahren beim Wings for Life World Run bereits die ersten Plätze weltweit unter sich ausgemacht hatten. Mit 83,49 Kilometer wurde er in Mailand hinter Bartosz Olszewski und Giorgio Calcaterra Dritter. Weltweit kam er auf den sechsten Rang.

Homepage: www.run-with-the-flow.com
Facebook: Florian Neuschwander auf Facebook
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