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Der Vater des Berlin-Marathons Horst Milde: „New York hatte keine andere Wahl“

Horst Milde, der Vater des Berlin-Marathons, spricht im Interview über die Absage des New-York-Marathons infolge der Verwüstungen durch Hurrikan Sandy.

Horst Milde im Interview +
Foto: photorun.net

Horst Milde ist der Vorsitzende der German Road Races (GRR)
und der Mann, der Berlin "das Laufen beibrachte".

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Marathon

Horst Milde ist der Vater des Berlin-Marathons und hat in seiner 40-jährigen Tätigkeit als Laufveranstalter mit über 300 Rennen zwischen 1964 und 2004 etliche schwierige Situationen gemeistert. 1981 organisierte er mit Hilfe der Alliierten den ersten Berlin-Marathon auf den Straßen West-Berlins, 19 Jahre später ließ er das Rennen drei Tage vor der Wiedervereinigung durch Ost und West laufen. Noch heute engagiert er sich ehrenamtlich als Vorsitzender der German Road Races (GRR). Nach den Geschehnissen in New York gab Horst Milde das folgende Interview.

Was sagen Sie zu der Absage des New-York-Marathons, und wie haben Sie das Geschehen verfolgt?

Horst Milde:
Ich war nicht in New York sondern zu Hause in Berlin. Aber ich habe mich umfangreich im Fernsehen und über US-amerikanische Internetseiten informiert. Das Rennen abzusagen, ist die richtige und die vernünftige Entscheidung gewesen. Wer ein Mitgefühl hat für die vom Hurrikan betroffene New Yorker Bevölkerung, der konnte gar keine andere Entscheidung treffen. New York hatte keine andere Wahl.

Kraft Ihrer Erfahrung – würden Sie sagen, es gab eine Chance, das Rennen doch zu veranstalten?

Horst Milde:
Nein, die gab es nicht. Die Menschen haben in den betroffenen Gebieten – speziell in Staten Island, wo das Rennen beginnt – keinen Strom, kein Wasser, kein Benzin. Die Bevölkerung leidet. Da kann man keinen Marathon veranstalten. Solch eine Veranstaltung lebt ja schließlich von der Sympathie, die ihr von der Stadt und deren Menschen entgegen gebracht wird. Wenn der New-York-Marathon nicht abgesagt worden wäre, hätte er seinen Ruf verspielt.

Hat Sie die Situation an 2001 erinnert? Damals haben Sie als Race-Direktor des Berlin-Marathons Ihre New Yorker Kollegen unterstützt und ihnen Mut gemacht – unter anderem mit einem riesigen Banner mit der Aufschrift „United we run“.

Horst Milde:
Die New Yorker Race-Direktorin Mary Wittenberg hat die Situation ja anfangs mit 2001 verglichen. Aber damals fand das Rennen zwei Monate nach den Terroranschlägen statt und nicht in derselben Woche. Das ist ein Unterschied. Damals herrschte in New York eine Art Aufbruchstimmung. Jetzt sehen wir schreckliche Bilder aus Staten Island, wo Menschen immer noch kein Dach über dem Kopf haben und vor wenigen Tagen noch Tote gefunden wurden.

Hätte die Absage nicht schon am Dienstag oder Mittwoch und nicht erst am Freitag erfolgen müssen?

Horst Milde:
Ja, die Absage kam zu spät. Die Lage wurde offenbar von allen Verantwortlichen, so auch vom Bürgermeister, falsch eingeschätzt. Vielleicht fühlte man sich zu sicher, nachdem der Bürgermeister erklärte hatte, dass der Marathon stattfinden soll. Man muss in solchen Situationen im richtigen Augenblick das richtige Gespür haben. Das ist nicht immer einfach. Es kann viel passieren, womit man als Veranstalter nicht rechnen kann. Es gab auch schon Marathonrennen in Chicago und Rotterdam, die während des Rennens aufgrund großer Hitze abgebrochen wurden. Wäre Queen Mum 2002 einige Tage später gestorben, hätte der London-Marathon auch nicht stattfinden können.

Viele breitensportliche Teilnehmer sind enttäuscht und verärgert, weil sie aufgrund der späten Absage umsonst nach New York gefahren sind und wahrscheinlich auch das Startgeld nicht zurück bekommen.

Horst Milde:
Die späte Absage ist sehr bitter für die Läufer. Allerdings musste sich jeder, der nach dem Hurrikan nach New York gereist ist, bewusst sein darüber, dass dies eine Gratwanderung wird und keine Spaß-Veranstaltung mehr sein kann. Bezüglich einer Rückerstattung des Startgeldes bin ich skeptisch. Die New York Road Runners können ja nichts dafür, dass es einen Hurrikan gab. Sie mussten trotzdem alle Vorbereitungen treffen. Allerdings denke ich, dass es ein gewisses Zugeständnis von den Veranstaltern geben müsste für jene Läufer, die 2013 in New York starten wollen.
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Autor: race-news-service.com 06.11.2012

Hier finden Sie weitere Informationen zum New-York-Marathon 2017.

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