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Äthiopischer Langstreckenläufer Kenenisa Bekele

Kenenisa Bekele ist ein Langstreckenläufer aus Äthiopien und einer der erfolgreichsten Leichtathleten der Geschichte. Auch auf der Marathon-Distanz gehört er derzeit zu den aller besten der Welt.

Kenenisa Bekele gewinnt Berlin-Marathon 2016 +
Foto: photorun.net

Kenenisa Bekele gewann den 43. Berlin-Marathon in 2:03:03 Stunden.

Kenenisa Bekele wurde am 13. Juni 1982 in Bekoji geboren und ist ein äthiopischer Langstreckenläufer und einer der erfolgreichsten Leichtathleten der Geschichte. Er ist dreifacher Olympiasieger, gewann fünf Titel bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften sowie elf bei Crosslauf-Weltmeisterschaften. Außerdem ist er aktueller Weltrekordhalter im 5.000-Meter-Lauf und 10.000-Meter-Lauf. Bekele ist 1,65 Meter groß, wiegt 56 Kilogramm und wird von dem Niederländer Jos Hermens betreut. Sein jüngerer Bruder Tariku Bekele ist ebenfalls ein erfolgreicher Langstreckenläufer.

Crosslauf
Bekele ist der mit Abstand erfolgreichste Crossläufer der Geschichte. Bei Weltmeisterschaften trat er erstmals 2001 im belgischen Ostende in Erscheinung, als er den Titel im Juniorenrennen und die Silbermedaille im Kurzstreckenrennen der Erwachsenen gewann. Zwischen 2002 und 2008 wurde er dann insgesamt elfmal Weltmeister, sechsmal auf der Lang- und fünfmal auf der Kurzstrecke. Nur 2007 in Mombasa ging er leer aus, als er das Langstreckenrennen in Führung liegend vorzeitig aufgab. 2009 sagte er seinen Start verletzungsbedingt ab. Dennoch übertrifft Bekele mit seiner Erfolgserie die beiden Kenianer John Ngugi und Paul Tergat mit ihren jeweils fünf Titeln, die vor seiner Zeit die erfolgreichsten Teilnehmer bei Crosslauf-Weltmeisterschaften waren, bei weitem.

Bahn
Mit drei Olympiasiegen und fünf Weltmeister-Titeln hat Bekele seinen legendären Landsmann Haile Gebrselassie an Erfolgen auf der Bahn hinter sich gelassen. Bekele ist insbesondere für seine unwiderstehlichen Schlussrunden gefürchtet, die er in 53 Sekunden absolvieren kann.

Bereits im Juniorenbereich gehörte Bekele zur Weltspitze. 2000 wurde er Junioren-Vizeweltmeister über 5.000 Meter. Seinen ersten bedeutenden Erfolg im Erwachsenenbereich erzielte er bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2003 in Paris mit dem Gewinn der Bronzemedaille über 5.000 Meter hinter dem Kenianer Eliud Kipchoge und dem Marokkaner Hicham El Guerrouj. Eine Woche später sicherte sich Bekele im 10.000-Meter-Lauf dann seinen ersten Weltmeisterschafts-Titel. Zum Abschluss der Saison gewann er das 5.000-Meter-Rennen bei den Panafrikanischen Spielen in Abuja.

Im Mai 2004 lief Bekele in Hengelo mit einer Zeit von 12:37,35 Minuten den noch immer aktuellen Weltrekord im 5.000-Meter-Lauf. Im selben Jahr lief er in 26:20,31 Minuten auch über 10.000 Meter einen Weltrekord, den er ebenfalls seinem legendären Landsmann Haile Gebrselassie abnahm. Bei den Olympischen Spielen in Athen holte er Gold über 10.000 Meter und Silber über 5.000 Meter hinter Hicham El Guerrouj. 2005 verteidigte Bekele erfolgreich seinen Titel im 10.000-Meter-Lauf bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Helsinki. Außerdem stellte er in Brüssel mit 26:17,53 Minuten über diese Distanz seinen zweiten Weltrekord auf. Dieser Rekord hat bis heute Bestand.

2006 wurde Bekele in Moskau Hallenweltmeister im 3.000-Meter-Lauf. Im Laufe der Saison gewann er fünf von sechs 5.000-Meter-Rennen in der IAAF Golden League und sicherte sich damit seinen Anteil am Millionen-Jackpot. Außerdem holte er über 5.000 Meter den Titel bei der Leichtathletik-Afrikameisterschaft in Bambous. Die Saison 2007 eröffnete er mit einem Hallenweltrekord über 2.000 Meter in Birmingham (4:49,99 Minuten). Im Sommer gelang ihm erneut die Titelverteidigung über 10.000 Meter bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Osaka.

Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking gewann Bekele Gold im 5.000- und im 10.000-Meter-Lauf und war damit der sechste Läufer, der dieses Double holen konnte. Auf beiden Distanzen stellte er neue olympische Rekorde auf. Darüber hinaus verteidigte Bekele seinen Titel über 5.000 Meter bei der Leichtathletik-Afrikameisterschaft in Addis Abeba. 2009 siegte Bekele auch bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin auf beiden Langstrecken. Über 5.000 Meter war es sein erster Weltmeisterschaftstitel, im 10.000-Meter-Lauf, in dem er den Meisterschafts-Rekord verbesserte, bereits sein vierter in Folge.

Den größten Teil der Saison 2010 verpasste Bekele verletzungsbedingt und konnte keine erwähnenswerten Resultate erzielen. Nach anderthalb Jahren ohne Wettkampf, kehrte Bekele zu den Weltmeisterschaften 2011 in Daegu zurück, musste aber das Rennen über 10.000 Meter aufgeben. Dies war das erste 10.000-Meter-Bahnrennen seiner Profikarriere, das er nicht gewinnen konnte. Kurze Zeit darauf siegte er jedoch beim Finale der Diamond League in Brüssel über diese Distanz in der Weltjahresbestleistung von 26:43,16 Minuten. 2012 bei den Olympischen Spielen in London verpasste er über 10.000 Meter als Vierter eine Medaille.

Straßenlauf
In der Folgezeit zog es Kenenisa Bekele zum Straßenlauf. Im September 2013 setzte er sich beim "Great North Run" in Newcastle in einem spannenden Rennen gegen Mo Farah und Haile Gebrselassie über die Halbmarathon-Distanz in 60:09 Minuten durch. Diese Strecke ist jedoch eine Punkt-zu-Punkt-Strecke mit zu viel Gefälle, sodass diese Zeit nicht in offiziellen Bestenlisten geführt wird.

Seinen ersten Marathon lief Bekele am 6. April 2014 in Paris. Hier triumphierte er in 2:05:04 Stunden und feierte somit mit einer Weltklasse-Zeit ein gelungenes Debüt. Bei seinem zweiten Marathon im Oktober 2014 in Chicago erfüllte er als Viertplatzierter in 2:05:51 Stunden nicht ganz die in ihn gesteckten Erwartungen.

Bei seinem dritten Marathon-Start musste Kenenisa Bekele beim Dubai-Marathon im Januar 2015 verletzungsbedingt nach 30 Kilometern aussteigen. Beim London-Marathon 2016 ging er in einem extrem hochkarätig besetzten Feld die Halbmarathon-Marke in 61:24 Minuten unter dem Weltrekord-Tempo durch. Im Ziel war er hinter den beiden 2:03 Stunden laufenden Eliud Kipchoge und Stanley Biwott aus Kenia in 2:06:36 Stunden Dritter.

Am 25. September 2016 startete Kenenisa Bekele neben Wilson Kipsang als einer der großen Favoriten beim Berlin-Marathon in seinen ersten Straßenlauf auf deutschem Boden. Schon früh war klar, dass der Sieg nur über eine Weltklasse-Zeit oder sogar den Weltrekord zu holen sein wird. Die Halbmarathon-Marke wurde in einer großen Gruppe in 61:11 Minuten passiert. Danach platzte die Spitzengruppe, Kipsang, bis rund 15 Kilometer vor dem Ziel nur noch Bekele und Kipsang übrig waren. Kipsang setzte mehrere Attacken, konnte sich aber nicht entscheidend absetzten. Nachdem sich die beiden mit dem langsamster 5-km-Abschnitt von 14:55 zwischen Kilometer 35 und 40 etwas belauert hatten und dabei der Weltrekord mit 23 Sekunden Rückstand außer Reichweite schien, setzte Kenenisa Bekele kurz darauf eine harte Tempoverschärfung, der Wilson Kipsang nicht folgen konnte. In unfassbar schnellen 6:09 Minuten für die letzten 2.195 Meter gewann Bekele den 43. Berlin-Marathon souverän in der zweitschnellsten jemals gelaufenen Zeit von 2:03:03 Stunden und kam noch bis auf sechs Sekunden an den Weltrekord heran und verbesserte sowohl seinen eigenen Rekord um über zwei Minuten als auch den äthiopischen Rekord von Haile Gebrselassie um 56 Sekunden.

Nicht ganz an seine Leistung aus Berlin anknüpfend, wurde der Äthiopier beim London-Marathon 2017 in 2:05:57 Stunden Zweiter - neun Sekunden hinter dem Kenianer Daniel Wanjiru. Für den 24. September wurde beim 44. Berlin-Marathon eine große Weltrekordjagd der akutell drei besten Marathonläufer angekündigt. Alles war angerichtet für ein Angriff auf die Bestmarke von Dennis Kimetto (2:02:57 Stunden). Doch schon kurz nach der Halbmarathon-Distanz, die bei durchweg nassen Bedingungen nach 61:29 Minuten passiert wurde, musste Kenenisa Bekele als erster abreißen lassen und Eliud Kipchoge, Wilson Kipsang sowie zwei weitere Läufer ziehen lassen. Zuerst noch weiterlaufend, stieg der 5.000- und 10.000-m-Weltrekordhalter später aus.

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25.09.2017
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