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Olympia-Vorschau Kenia und Äthiopien - das ewige Duell

Während die Äthiopier mit Haile Gebrselassie und Kenenisa Bekele in den vergangenen Jahren die Rennen über 10.000 Meter dominierten, konnten sich im Marathon zumeist die Kenianer durchsetzen.

Kenenisa Bekele +
Foto: photorun.net

Gewinnt Kenenisa Bekele als erster Läufer zum dritten Mal in Folge die 10.000 m bei Olympia?

10.000 m (Finale: 4. August, 21.15 Uhr, Ortszeit):
Viermal in Folge gewannen die Äthiopier Haile Gebrselassie (1996 sowie 2000) und Kenenisa Bekele (2004 sowie 2008) die Goldmedaille im olympischen 10.000 Meter-Lauf. Setzt sich diese Serie auch in London fort und könnte Kenenisa Bekele als erster Athlet dreimal hintereinander Gold über 10.000 m bei den Spielen gewinnen. Nach Verletzungsproblemen zeigte Kenenisa Bekele zuletzt aufsteigende Form. Doch ob das reicht, um erneut zu triumphieren?

Sein Bruder Tariku und Gebre Gebremariam sind die anderen beiden Äthiopier im Rennen. Währenddessen brennen die Kenianer darauf, die Siegserie ihrer afrikanischen Dauerrivalen zu beenden. Wilson Kiprop und Moses Masai wollen die Äthiopier in London hinter sich lassen. Obwohl Kenia den internationalen Laufsport dominiert, stellte das Land seit 1968 keinen 10.000-m-Männer-Olympiasieger mehr. Doch bei diesen Olympischen Spielen könnte es einen lachenden Dritten geben: Mo Farah hat gute Chancen, vor heimischem Publikum ganz nach vorne zu laufen. Vor einem Jahr war er bereits knapp geschlagener Zweiter bei den Weltmeisterschaften in Daegu. Damals überraschte ihn der bis dato praktisch unbekannte Äthiopier Ibrahim Jeylan mit einem starken Endspurt. Doch der 23-Jährige verpasste in dieser Saison die Qualifikation und wird daher in London nicht dabei sein. Neben Mo Farah wird auch sein US-amerikanischer Trainingspartner Galen Rupp zu beachten sein.
Marathon (Finale: 12. August, 11 Uhr, Ortszeit):
Die Kenianer haben in den vergangenen Jahren den Marathon dominiert – trotz eines Haile Gebrselassie. Auch nach dem tödlichen Unfall des Olympiasiegers von Peking, Sammy Wanjiru, bestimmten sie weiter das Geschehen: Patrick Makau brach 2011 in Berlin den Weltrekord des Äthiopiers Haile Gebrselassie, Geoffrey Mutai beeindruckte mit famosen Streckenrekorden in Boston und New York. Doch diese vermeintlich stärksten zwei Marathonläufer der Welt wurden von Kenias Funktionären bei der Olympia-Nominierung übergangen. Der stärkste der drei nominierten Athleten scheint Wilson Kipsang zu sein. Beim Frankfurt-Marathon verpasste er im vergangenen Jahr mit 2:03:42 Stunden den Weltrekord von Patrick Makau um lediglich vier Sekunden, im April gewann er den hochkarätigen London-Marathon. Weltmeister Abel Kirui, der den WM-Titel 2011 zum zweiten Mal in Folge gewann, und Emmanuel Mutai, der die World Marathon Majors (WMM)-Serie 2010-2011 für sich entschied, sind die anderen beiden Kenianer im Londoner Olympiarennen.

Auch ohne Patrick Makau und Geoffrey Mutai stellt Kenia mit Wilson Kipsang den Favoriten auf olympisches Gold. Seine schärfsten Konkurrenten werden neben seinen Landsleuten die Äthiopier sein. Hier nominierten die Funktionäre keine erfahrenen Athleten sondern Youngster, die in diesem Jahr mit Weltspitzenzeiten von unter 2:05 Stunden überraschten: Der erst 21-jährige Ayele Abshero gewann im Januar den Dubai-Marathon mit der nach wie vor aktuellen Jahresweltbestzeit von 2:04:23 Stunden. Dino Sefer ist nur drei Jahre älter. Er wurde in Dubai mit 2:04:50 Stunden Zweiter. Beide Läufer profitierten auf der superflachen Strecke in den Vereinigten Arabischen Emiraten von perfekten Wetterbedingungen. Es bleibt abzuwarten, wie sie sich in einem Meisterschaftsrennen in London schlagen und ob sie die Dubai-Leistungen bestätigen können. Getu Feleke ist der dritte äthiopische London-Starter. Der 25-Jährige wurde in Rotterdam Zweiter in 2:04:50.

Es wäre überraschend, wenn andere Läufer in den zu erwartenden Medaillenkampf zwischen den Kenianern und Äthiopiern eingreifen könnten. Einer, dem man dies zutrauen könnte, ist der US-Amerikaner Ryan Hall. Beim Boston-Marathon 2011 erreichte er als Vierter 2:04:58 Stunden. Damit ist der 29-Jährige der einzige nicht-afrikanische Marathonläufer, der bisher eine Zeit unter 2:05 Stunden erreichte. Da aber die Boston-Zeiten aufgrund der insgesamt abfallenden Strecke nicht als offizielle Bestzeiten anerkannt werden können, ist Ryan Hall nicht der US-Rekordler.
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Autor: race-news-service.com 02.08.2012
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