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Aenna Broo: live run laugh Mal kein Laufwettkampf...

Ja, ich liebe Laufen und Lauf-Wettkämpfe! Doch am 1. Mai wollte ich meinen Horizont erweitern. In Frankfurt findet an diesem Tag seit 1962 traditionell das Radrennen "Rund um den Finanzplatz" (früher "Rund um den Henninger Turm") statt. Ehrensache, dass ich da mal teilnehmen musste.

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Foto: privat

Anna auf dem Rennrad (hier allerdings auf einer Schönwetter-Tour).

Laufen ist meine Lieblingssportart, so viel ist klar. Doch auch Rennradfahren macht mir riesigen Spaß! Es ist ein toller Ausgleich zur Laufbewegung, die Beinmuskulatur wird anders angesprochen. Außerdem kann ich mit dem Rad natürlich längere Distanzen bewältigen und finde die höhere Geschwindigkeit toll, auch wenn sich diese bei mir noch im unteren Bereich bewegt ;-) Neben einem stark besetzten Profi-Rennen, wurden für "Jedermänner" vier unterschiedliche Distanzen zwischen 50 und 125 Kilometern angeboten. Ich meldete mich für 80 Kilometer an, doch es gab die Möglichkeit, während des Rennens auf eine längere oder kürzere Strecke zu wechseln. Ich wusste nicht, dass ich von dieser Möglichkeit noch Gebrauch machen sollte. Bei strahlendem Sonnenschein holte ich am Vortag meine Startunterlagen ab und war voller Vorfreude auf die neue sportliche Erfahrung. Die Wettervorhersage ("kräftige und zum Teil ergiebige Regenfälle") ignorierte ich. Am Renntag fuhr ich mit einer größeren Gruppe anderer Radfahrer zum Start, die Stimmung war fantastisch! Bei geschlossener Wolkendecke und kühlen Temperaturen ging es nun los, in die Frankfurter Innenstadt, eine Runde durch die City und schließlich Richtung Taunus. Ich war völlig hin und weg vor Begeisterung und wusste, dass ich im nächsten Jahr definitiv wieder starten würde - abgesperrte Straßen, kein Auto oder Fußgänger weit und breit, keine Ampeln... Leider fing es tatsächlich an zu regnen. Gefühlt 100 Meter vor der ersten Streckenteilung bekam ich vereinzelte Tropfen ab. Ich musste mich nun entscheiden, ob ich eine kürzere Route wähle oder meine geplante Strecke fahre. Bei Letzterer hätte mich ein steiler und langer Anstieg und eine ebenso steile Abfahrt mit teilweise engen Kurven erwartet. Das wollte ich bei nasser Fahrbahn keinesfalls riskieren, sodass ich abbog und mich quasi auf dem Heimweg befand. Was soll ich sagen, eine bessere Entscheidung hätte ich für mich nicht treffen können. Innerhalb von Minuten wurde der Regen immer stärker, gepaart mit Temperaturen um die sechs Grad. Mir war das zu diesem Zeitpunkt völlig egal, ich war bester Laune und freute mich, es bald geschafft zu haben. Nach gut 50 Kilometern mit überschaubaren 300 Höhenmetern kam ich nach 1:50 Stunden ins Ziel - durchgefroren und nass, aber überglücklich. Ich erinnerte mich an einen 25-km-Wettkampf zwei Wochen zuvor, der unter ähnlichen Bedingungen stattfand. Ich bin der Meinung, dass solche Einheiten abhärten und die mentale Stärke fördern. Im Kampf gegen den inneren Schweinehund, wenn es mal wieder "zu kalt, zu nass, zu windig" ist, kann man sich daran erinnern, dass man es trotzdem schaffen kann und danach froh ist. Solange man sich nicht in Gefahr bringt, gibt es tatsächlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung ;-)
21.05.2017
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