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Baumanns Lauf der Woche Olympische Realsatire

Dieter Baumann kommentiert die Teilnahme von 169 russischen Athleten an den kommenden Olympischen Winterspielen. Ist das alles Witz? Nein, das ist Realsatire.

Dieter Baumann +
Foto: privat

Mit Verwunderung blickt Dieter Baumann auf die Geschehnisse um den Start der russischen Athleten bei den Winterspielen.

Lauf der Woche
Mittwoch 31.01.2018
Tübingen / Moskau / Pyeongchang
Dauerlauf-mit-olympischem-Realsatire-Endspurt


Ich melde mich vom Dauerlaufen mit einem Witz. Einem Witz vom IOC-Präsident Thomas Bach. Thema: russisches Staatsdoping. Im Dezember sagte er: „Diese systemische Manipulation stellt eine noch nie dagewesene Attacke auf die Integrität der Olympischen Spiel dar“ und sperrte das russische Team für die Olympischen Spiele. Aber nur für die Eröffnungsfeier. Nach 14 Tagen endet die Sperre für Russland. Bei der Abschlussfeier darf die russische Fahne wieder ins Stadion getragen werden. Ein Witz? Nein, das ist Realsatire.

Es werden einzelne Athleten, individuell vom IOC eingeladen, die unter unter neutraler Flagge, mit der Bezeichnung: „Olympische Athleten aus Russland“ teilnehmen dürfen. Es sind 169 Athleten. Nur unwesentlich weniger als in Sotschi 2014. Dort waren es 226 Athleten. Im Vergleich: das deutsche Team umfasst 154 Athleten. Nein, das ist auch kein Witz. Die geringere Anzahl im Vergleich zum gesperrten russischen Team hat wahrscheinlich seinen guten Grund: in Deutschland gibt es Dopingkontrollen. Sogar solche, die funktionieren. Funktionierende Dopingkontrollen. Verrückt! Wo gibt’s denn so was?

Die Russen haben das nicht. Oder hatten? Oder doch? Oder vielleicht? Die Frage drängt sich auf: Wie viele russische Athleten, die wir bei Olympia sehen, wurden kontrolliert? Wenn ja von wem? Vom russischen Anti-Doping-Labor? Hoffentlich nicht, möchte man ausrufen.

Kein Witz, es ist bitterer Ernst. Erst recht für die gesperrten Athleten aus Russland. Diejenigen also, die man über die Klinge hat springen lassen. Irgendjemand musste ja für das IOC und Thomas Bach zur Schau gestellt werden. Teer und Feder für 39 russische Athleten. Gesperrt. Lebenslang: Aber für was? Dafür dass sie von russischen Ärzten und Trainern Spritzen und Pillen bekamen, die vom Staat verordnet wurden. Dafür dass der russische Geheimdienst ihre vermeintlich positiven Proben wie auch immer verschwinden lassen hat.

Nur mal eine Verständnisfrage: Von wem wurden die 169 „olympischen Athleten aus Russland“, die jetzt teilnehmen, in der Vorbereitung betreut?

Gesperrt, lebenslang, ein paar russische, individuell, bestrafte Athleten als Nachweis für das kompromisslose Vorgehen des IOC gegen Doping.

Das ist ein Witz.
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Autor: Dieter Baumann 01.02.2018
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