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Toms Top Ten Quantified Self

Quantified Self heißt der Trend, mit moderner Technik Körperdaten zu erfassen, um sich selbst zu vervollkommnen. Unser Kolumnist Tom vergleicht mit dem klassischen Läufer.

Toms Top Ten Quantified Self Highlight +
Foto: Tom

Schritte zählen ist längst nicht genug.

10. Motivation: Der Läufer muss lernen, sich selbst zu motivieren. Den Quasi, einen Quantify-Self-Anhänger, unterstützt dabei ein „FuelBand“, das Bewegungsdaten erfasst und im Netz abspeichert. Datenschutz? Egal, denkt der Quasi, die Bewegungsdaten sind eh meist falsch.

9. Erinnerungen: Der Läufer schwelgt darin. Der Quasi hat eine Halsband-Kamera, die alle 30 Sekunden ein verwackeltes Gruselfoto seiner Erlebnisse schießt. Weil er sich die in seiner Freizeit alle anguckt, zeigt ihn die Kamera bald nur noch beim Fotos-Gucken.

8. Entspannung: Der Läufer genießt die meditative Stimmung beim Laufen. Der Quasi muss erst seine Hirnströme per Smart-Stirnband aufzeichnen, um ans Nirwana zu glauben.

7. Laufstil: Der Läufer läuft. Der Quasi überlässt seinen Smart-Socks die Bestimmung optimaler Schrittlänge, -frequenz und Fußaufsatzpunkte. Weil er dabei im Quasimodus auf sein Smartphone schauen muss, rennt er optimal in ein Stoppschild.

6. Laufdate: Der Läufer freut sich drauf. Der Quasi misst vorher zur Sicherheit seine Sympathiewerte per Urin-Teststreifen.

5. Trailrun: Der Läufer kommt glücklich zurück. Der Quasi leider nicht, der hängt noch in dem Gebüsch, in das sich seine Elektrodenkabel verheddert haben.

4. Intervalllauf: Den Läufer erkennen sie an der heraushängenden Zunge. Den Quasi an den Blutspritzern auf Ohr und Schulter sowie dem Klötern des mobilen Laktat-Testlabors.

3. Lauflust. Der Läufer sagt: „Ich habe Lust zu laufen.“ Der Quasi ermittelt zunächst via Herzschlag-Variationen seine aktuelle Form und läuft erst los, wenn „Bongo“ gleich „Bingo“.

2. Hunger: Der Läuferkörper meldet Appetit auf Quarkspeise und bekommt sie. Der Quasi korreliert zunächst seine Biorhythmus-Kurve mit dem Glyx-Index verschiedener Lebensmittel und genießt dann „Strammer Mao“, Spiegelei auf Reiswaffel.

1. Glück. Der Läufer fühlt sich toll. Der Quasi hingegen pinkelt erst mal in einen Bunsenbrenner und analysiert die Spektralfarben per Smartphone-App iPipi auf Glückshormone.
Mehr von Tom alias Marvin Running zwischen zwei (realen oder virtuellen) Buchdeckeln.
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Autor: Tom 17.12.2013
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