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USA als Karriere-Sprungbrett Simon Stützel

Simon Stützel nutzte sein Master-Studium in den USA als Sprungbrett für seine sportliche Karriere und ist diesem System noch heute verbunden.

Simon Stützel +
Foto: Jan-Lukas Becker

Simon Stützel beim Marathondebüt in Houston

Simon Stützel wurde am 28.11.1986 geboren, startet seit 2017 für den ART Düsseldorf und wohnt in Karlsruhe direkt an der Strecke des Baden-Marathon Karlsruhe, den er 2015 und 2016 gewann. Aktuell wird er von Trainer Carlos Verez betreut.

Zu Beginn seiner Karriere wurde Simon Stützel nicht als allzu großes Talent gesehen und so nicht einmal für den Landeskader berücksichtigt. Als er nach dem Abitur ein duales Studium bei der Deutschen Bank startete, wohnte er innerhalb von drei Jahren in mehr als zehn unterschiedlichen Wohnungen und hatte teilweise mit einem Wochenarbeitspensum von bis zu 100 Stunden zu kämpfen. Dass hierunter die sportliche Karriere leidete, verwundert nicht. Während seiner Praxisphasen in Köln, Leverkusen und Frankfurt kam er so schließlich nur morgens ab fünf Uhr zum Trainieren. Auch während der Theorie-Phasen an der dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim gestaltete sich die Situation bei durchschnittlich knapp zehn Klausuren je Semester kaum entspannter.

Um in den USA noch ein Master-Studium im Bereich „Business“ zu absolvieren, bewarb er sich nach seinem dualen Studium bei einer Agentur für Sportstipendien in den USA. Während er erste Angebote aus Florida und Memphis ausschlug, entschied er sich etwas später zwischen einer Universität aus New Jersey und der Queens University of Charlotte in erster Linie aufgrund des guten Rufs des Trainier Scott Simmons für die Queens University.

In den folgenden Jahren verbesserte er sich rapide und kam der deutschen Spitze so immer näher. All seine besonders in den USA gesammelten Erfahrungen setzt er mittlerweile durch sein selbst gegründetes Unternehmen Scholarbook um. Um jungen Sportler zu helfen, den Weg in die USA zu finden, wo Sport und Studium deutlich mehr aufeinander abgestimmt sind als in Deutschland, kümmert sich Stützel inzwischen seit mehreren Jahren mit den Läufern Stefan und Thomas Bojanowski sowie rund zehn weiteren Mitarbeitern, darum, dass talentierte Sportler aller Sportarten an Unterstützungsgelder in Form von Stipendien zu kommen und sich so ihren Traum von den USA zu erfüllen.

Nach seiner Rückkehr aus Charlotte, wo er unter anderem zweifacher Conference Carlonia Champion über 1.500 Meter und 5.000 Meter werden konnte, ging es nicht lange bis er auch bei den Deutschen Meisterschaften auf sich aufmerksam machen konnte. Dies tat er beispielsweise durch seinen dritten Platz bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften über 3000 Meter und den Gewinn des Deutschen Meistertitels mit der 3-mal-1000-Meter-Staffel im Jahre 2012.

2013 verpasste er das Podest bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften knapp, indem er über 3.000 Meter Gesamtvierter wurde. Stattdessen holte er sich die Bronze-Medaille über 5.000 Meter, wo sich erst auf den letzten Meter noch der Regensburger Philipp Pflieger vorbeischieben konnte, und den Sieg beim größten Lauf Europas, die 5,6 Kilometer lange JP Morgan Corporate Challenge, wo in Frankfurt Jahr für Jahr rund 70.000 Läufer an den Start gehen. Im selben Jahr lief er im niederländischen Breda trotz mehrerer Kopfsteinpflaster-Passagen in 1:06:07 Stunden auf einen starken neunten Gesamtrang, womit er zweiter Europäer wurde. Zudem konnte er in Oordegem in Belgien seine 5.000-Meter-Bestzeit auf 13:52 Minuten verbessern, was er schon 2014 um weitere elf Sekunden auf 13:41 Minuten verbesserte. Auf der doppelten Distanz von zehn Kilometern war er indes bei 28:56 Minuten angekommen. Neben seinen eigenen Starts unterstützte er in der Vergangenheit auch mehrfach Vereins- und Laufkollegen als Tempomacher, so auch Sören Kah beim Frankfurt-Marathon 2012.

Nach einem weiteren vierten Platz bei den Deutschen Meisterschaften 2014 über die 5.000 Meter, entschied er sich 2015 seinen ersten Marathon laufen zu wollen. Dies tat er im Januar 2015 in Houston, wo er nach 2:17:51 Stunden als Zwölfter das Ziel erreichte. Bevor er am 8. November 2015 beim Garda Trentino Halbmarathon den zweiten Gesamtplatz erzielen und so seine Halbmarathon-Bestzeit auf 1:05:12 Stunden verbessern konnte, gewann er im September 2015 seinen Heimat-Marathon in Karlsruhe in 2:25:21 Stunden.

Zu Beginn des Jahres 2016 versuchte sich Simon Stützel für die Leichtathletik-Europameisterschaft in Amsterdam zu qualifizieren. Hierzu hatte er den Bienwald-Marathon im pfälzischen Kandel ausgewählt. Für seine flache, wenn auch meist etwas windige Strecke bekannt, sah es lange Zeit so aus, als könne sich Stützel eine gute Ausgangslage für die Nominierungsphase erarbeiten. Obwohl er den Halbmarathon am Ende in Streckenrekordzeit gewann, wurde ihm die Chance auf eine Europameisterschaftsteilnahme durch eine Fehlleitung und so gelaufene Zusatzmeter genommen. Das Ziel erreichte er nach 1:05:14 Stunden und somit nur knapp hinter seiner Bestzeit. Im Herbst gewann Stützel zum zweiten Mal in Folge den Baden-Marathon in Karlsruhe, dieses Mal in 2:26:21 Stunden.
Nach einem Trainingslager im an der Algarve liegenden Monte Gordo im Frühjahr 2017 gelang es ihm ein Jahr nach seinem Halbmarathon-Sieg den Bienwald-Marathon nun auch über die volle Distanz zu gewinnen.

Homepage: www.stü-running.de
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