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Weltklasse-Treppen- und Rückwärtsläufer Thomas Dold

Über Jahre hinweg dominierte Thomas Dold weltweit das Treppenlauf-Geschehen, inzwischen unterstützt er die schnellsten Marathon-Zwillinge der Welt, Anna und Lisa Hahner.

Thomas Dold Frankfurt +
Foto: Moritz Schleiffelder

Thomas Dold erklomm die höchsten Gebäude der Welt – nicht selten in Rekordzeit.

Thomas Dold wurde am 10. September 1984 in Wolfach im Schwarzwald geboren und wuchs im Steinach im idyllischen Kinzigtal auf, wo er anfangs leidenschaftlich dem Fußballspielen nachging. Dold, der seine aktive Karriere inzwischen aufgrund seiner Tätigkeit als Manager und Trainer der beiden Hahner-Twins Anna und Lisa Hahner, die Deutschland 2016 bei den Olympischen Sommerspielen vertraten, hintenanstellt, war über Jahre hinweg der beste Treppenläufer der Welt und hält mehrere Weltrekorde im Rückwärtslaufen.

Bereits 2002 qualifizierte sich der damals 17-Jährige in Oberstaufen für die Junioren-Berglauf-Weltmeisterschaften in Innsbruck, die er mit einer Bronze-Medaille, die er gemeinsam mit seinen Teamkollegen in der Mannschaftswertung gewann, beenden konnte. Auf nationaler Ebene erreichte er bei den Deutschen Berglauf-Meisterschaften den achten Platz aller Junioren. Keine zwei Monate nach seinem 18. Geburtstag stellte er sich bereits erstmals der vollen Marathondistanz und bewies so erstmals, dass er nicht darauf aus sei einen vorbestimmten Standard-Weg gehen zu wollen. Die 42,195 Kilometer des Frankfurt-Marathons absolvierte er in 3:01:54 Stunden und kam so als zweiter Läufer seiner Altersklasse ins Ziel. Als ihm sein Trainer beim SV Steinach bald darauf vom Rückwärtslaufen erzählte, probierte er es aus, startete wenig später bei den Deutschen Meisterschaften im Rückwärtslaufen und gewann. Einem Sieg beim Kupferberglauf in Schapbach ließ er einen elften Rang bei den Junioren-Berglauf-Weltmeisterschaften 2003 in Girdwood in Alaska folgen.

Plötzlich weltklasse

Bereits im darauffolgenden Jahr entdeckte er auch das Treppenlaufen. Wenig überraschend stellten sich auch in dieser für ihn neuen Laufdisziplin rasch Erfolge ein. So gewann er den Uptown Run Up in München und wurde beim Donauturm-Treppenlauf in Wien Zweiter. Seinen Titel als deutscher Meister im Rückwärtslaufen wiederholte er. Zudem stellte er mehrere Weltrekorde im Rückwärtslaufen auf. Über 800 Meter lief er 2:40,0 Minuten, über 1.500 Meter 5:55 Minuten und über die Distanz von einer Meile 5:46,59 Minuten. 2004 fügte er die Weltrekorde über 400 Meter (1:09,56 Minuten) und 3.000 Meter (11:32 Minuten) hinzu. Des Weiteren nahm er an der Berglauf-WM im neuseeländischen Wellington teil, holte bei den nationalen Junioren-Berglauf-Meisterschaften Bronze und gewann wie erwartet erneut den deutschen Meistertitel im Rückwärtslaufen. Hoch hinaus ging es für ihn beim Taipei 101 Run Up als er das zu diesem Zeitpunkt höchste Gebäude der Welt als viertschnellster Läufer erklomm. Beim Donauturm-Treppenlauf in Wien wurde er Dritter, bei seinem ersten Start beim Empire State Building Run Up in New York, wo er in den kommenden Jahren Geschichte schreiben sollte, erreichte er nach einem spannenden Kampf hinter Rudolf Reitberger Platz zwei.

Mit 22 Jahren oben angekommen

Mit 22 Jahren startete Dold dann so richtig durch und wurde zum Dominator unter den Treppenläufern. So schlug er Vorjahressieger Reitberger beim Empire State Building Run Up in New York und konnte sich so über den ersehnten Sieg freuen. Zudem gewann er im Wiener Donauturm, wo er als Zweiter und Dritter den Sieg in den Vorjahren jeweils verpasst hatte, sowie beim Treppenlauf auf den Stuttgarter Fernsehturm. Auch den Ramada Towerrun in Basel sowie den Sky Run Berlin entschied er für sich. Einzig beim Taipei 101 Run Up musste er einem Läufer den Vortritt lassen und finishte so als Gesamtzweiter. Beim Halbmarathon in Offenburg gewann er in 1:11:11 Stunden ebenso wie beim Brandeckkopf-Berglauf in Unterharmersbach, in dessen Rahmen 2006 die Berglauf-Weltmeisterschaften der Senioren ausgetragen wurden. Auch rückwärts laufend unterstrich er seine Vormachtstellung. So sicherte er sich in Rotkreuz in der Schweiz über 400 und 3.000 Meter den Weltmeistertitel. In 5:24 Minuten stellte er derweil einen neuen Rückwärtslauf-Weltrekord über 1.500 Meter auf. Einen weiteren ließ er in 11:25,85 Minuten über 3.000 Meter folgen. Auch 2007 gewann er die genannten Treppenläufe in New York, Wien, Berlin und Stuttgart. Zudem errang er zweite Plätze in Basel und beim Taipei 101 Run Up. 2008 machte er den Hattrick beim Empire State Building Run Up voll und setzte sich erstmals auch in Taipei und beim Sydney Tower Run Up durch. Zudem gewann er in Streckenrekordzeit den Swissotel Vertical Marathon Singapur, den Pirelli Towerrun in Mailand und den SkyRun Berlin. Weitere Siege ließ er beim Treppenlauf auf den Fernsehturm Stuttgart und beim Treppenlauf im spanischen Benidorm sowie bei der Rückwärtslauf-WM in Pietrasanta in Italien über 800 und 3.000 Meter folgen. Über 800 Meter verbesserte er den Rückwärtslauf-Weltrekord auf 2:31,3 Minuten, über 1.000 Meter auf 3:20,09 Minuten.

2009 schrieb Thomas Dold nicht nur seine Diplomarbeit, sondern widmete sich auch der Organisation der europäischen Treppenlauf-Serie Run2Sky Europe, die im Park Inn Berlin-Alexanderplatz, im Messeturm Frankfurt, im Fernsehturm Stuttgart und im Messeturm Basel stattfand. Außer in Basel, wo er Zweiter wurde, gewann er alle Rennen in Streckenrekordzeit. Einen weiteren Streckenrekord stellte er beim Swissotel Vertical Marathon in Singapur auf. Darüber hinaus gewann er die bekannten drei Treppenläufe in New York, Taipei und Sydney. Auch den Weltrekord im 1.500-Meter-Rückwärtslauf (5:01,02 Minuten) sicherte er sich. Seinen fünften Sieg in New York in Serie feierte der inzwischen 26-Jährige im Jahre 2010, indem er zudem erneut in Singapur, Sydney und Berlin gewinnen konnte. Auch den Vertical Sprint in Mailand sowie die Rückwärtslauf-WM-Rennen über 800 und 1.500 Meter entschied er für sich. Beim Taipei 101 Run Up wurde er nach zwei Siegen in Folge Dritter, worauf er 2011 einen weiteren Sieg folgen ließ. Zudem gewann er zum wiederholten Male in New York und Berlin und knackte die Streckenrekorde bei den Treppenläufen in Vietnam und Frankfurt sowie beim SkyRun in Frankfurt. Über die Distanz von zehn Kilometern lief er rückwärts 40:58 Minuten, was eine weitere Weltrekordzeit in der Sammlung des zu diesem Zeitpunkt besten Rückwärts- und Treppenläufers der Welt darstellte.

Siebter Sieg in Folge am Empire State Building

Seinen siebten und letzten Sieg beim Empire State Building Run Up erreichte er bei der 35. Auflage der Veranstaltung. Zudem gewann er beim Corrida Vertical in Sao Paulo erstmals auf brasilianischem Boden und beim Vertical Rush in London erstmals auf britischem. Den SkyRun Berlin gewann er genauso wie den SkyRun Frankfurt. Beim Taipei 101 Run Up kam er auf Rang zwei. Des Weiteren wurde er erneut Rückwärtslauf-Weltmeister über 800 und 3.000 Meter. Im Frühjahr lief er beim Düsseldorf-Marathon zudem als 54. Läufer nach 2:48:09 Stunden ins Ziel. Seine Bestzeit verbesserte er beim Berlin-Marathon Ende September erneut, indem er als 144. Läufer nach 2:38:38 Stunden finishte. Im darauffolgenden Jahr wusste er mit weiteren Streckenrekorden, die er beim The Touch Staircase Run Doha sowie bei den Treppenläufen in Peking und Hanoi aufstellte, zu überzeugen. In Sao Paulo kam er dieses Mal auf den zweiten Platz. Beim Swissotel Vertical Marathon in Singapur sowie beim Treppenlauf in Hongkong wurde er Vierter. Seine sportlichen Ambitionen im Treppenlauf fuhr er 2014 noch weiter zurück, sodass er nur noch bei den Treppenläufen in Peking, Chongqing und Sao Paulo an den Start ging. Neben zwei zweiten Plätzen konnte er den Sieg in Streckenrekordzeit in Chongqing verbuchen. Außerdem wurde er im italienischen Aosta sowohl über 800 Meter als auch über 3.000 Meter zum vierten Mal Weltmeister im Rückwärtslaufen. Die Rückwärtslauf-Weltrekorde über 1.000 und 3.000 Meter verbesserte er derweil auf 3:18,43 Minuten bzw. 11:11,76 Minuten, seine persönliche Halbmarathon-Bestzeit im Rahmen des Offenburger Halbmarathons auf 1:09:18 Stunden.

Rückwärtslauf-Weltrekorde über zehn Kilometer

Einen weiteren Weltrekord im Rückwärtslaufen stellte der Badener beim Oberelbe-Marathon 2015 in Dresden auf, wo er die 10-Kilometer-Distanz in 39:20 Minuten absolvierte. Beim der Aukland Night of 5s gewann er das 5.000-Meter-Rennen in 15:47 Minuten. 2016 nahm er die Halbmarathon im Rahmen des Auffahrtslaufs in St. Gallen rückwärts in Angriff. Das Ziel erreichte er dabei nach 1:45:22 Stunden. Bereits gut drei Monate zuvor hatte er den 10-Kilometer-Allmendlauf in Teningen vorwärts in 32:16 Minuten gewonnen. Darüber hinaus errang er beim Turmlauf Bahnhofsforum Stuttgart den Sieg und beim Tauranga Twilight über 3.000 Meter in 9:10 Minuten Platz fünf. Nachdem er sich bei den Rückwärtslauf-Weltmeisterschaften in Essen den Weltrekord über 10.000 Meter (38:50,01 Minuten) gesichert hatte, schloss er das Jahr bei traditionellen Silvesterlauf Schwaibach ab, bei dem er 2016 bereits zum vierten Mal über die 10-Kilometer-Distanz die Nase vorne hatte. 2017 kehrte er nach seinem Sieg beim Straßenlauf Biberach mit vereinzelten Starts zum Treppenlauf zurück und zeigte beim Tour-First-Treppenlauf in Paris sowie beim Tower42-Treppenlauf in London mit zwei zweiten Plätzen, dass er nach wie vor auch im Treppenlauf mit den Besten mithalten könne. Einen besonderen Sieg feierte er an der Stelle seiner größten Treppenlauf-Erfolge, die er zwischen 2006 und 2012 einfuhr. Statt beim Lauf auf das Empire State Building startete er im Mai knapp fünf Kilometer südwestlich beim Lauf auf das One World Trade Center und gewann.

Homepage: www.thomasdold.com
Facebook: Thomas Dold auf Facebook
31.10.2017
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