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Sportsfreund Hannes im Interview Über Stock und Stein

Sportsfreunde 2018: Vor einigen Jahren suchte Sportsfreund Hannes einen Zweitsport neben dem Radfahren. Er fand seine große Leidenschaft: Obstacle Course Racing



Vor nicht einmal 3 Jahren entdeckte Hannes das Laufen für sich. Heute ist der 19-Jährige leidenschaftlicher Obstacle Course Racer und tritt als einer der jüngsten bei den diesjährigen Europa- und Weltmeisterschaften an.

Runner's World:Du bist heute begeisterter Hindernisläufer. Aber Schulsport war vor ein paar Jahren so gar nicht deins, richtig?
Hannes: Das ist wahr. Kinderturnen hat mir keinen Spaß gemacht, und auch der Schulsport hat mich nie wirklich interessiert.

Wann hat sich denn bei dir der "sportliche Schalter" umgelegt?
Das kam eher aus der Not heraus. Ich hatte es satt, jeden Morgen anderthalb Stunden mit dem Bus zur Schule fahren zu müssen. Deshalb habe ich gespart und mir mit 13 ein eigenes Fahrrad gekauft. So hatte ich die 20 Kilometer morgens wesentlich schneller hinter mir und war noch dazu mobiler.



Praktisch und sportlich. Und wie hast du zum Laufsport gefunden?
Ich bin zwar schon immer mal wieder beim Volkslauf in meiner Heimatstadt Celle mitgelaufen, aber nur 2,5 oder 5 Kilometer und zum Spaß. Ernst mit dem Laufen wurde es für mich 2015. Ich habe nach einem Sport gesucht, den ich neben dem Radfahren und vor allem im Winter ausüben kann. Dann war ich in den Ferien bei einem Freund zu Besuch und habe mir seine Laufschuhe geborgt. Nach einem halben Jahr Pause habe ich locker 5 Kilometer gepackt. Einige Tage später bin ich 9 Kilometer gelaufen – davon war ich dann so geflasht, dass ich mehr wollte.

Und vom Laufen war es nur ein kleiner Sprung zum Obstacle Course Racing.
Richtig. Als ich mit dem Laufen angefangen habe, gründete sich das OCR Team Celle. Das hat für den Getting Tough trainiert. Denen habe ich mich angeschlossen und im Jahr bis zum Rennen hart trainiert. Am Ende habe ich den Getting Tough erfolgreich absolviert, dabei haben gerade mal 2 Drittel das Ziel erreicht. Spätestens ab dem Zeitpunkt bin ich dem OCR komplett verfallen.



Beschreibe, was den Sport so besonders macht.
Er ist so vielseitig, da man nicht nur läuft. Du kletterst, schwimmst, schleppst und hangelst dich ans Ziel. Und es kommen noch so viele andere Arten der körperlichen Belastung dazu, je nach Strecke und Hindernissen. Die Abwechslung macht das Ganze so besonders: Bei einem "normalen" Lauf ist die Location zwar immer anders, aber beim Hindernislauf ist quasi jeder Kilometer einzigartig. Besondere Locations gibt es beim OCR auch, zum Beispiel durch die Alpen, Steinbrüche, Wüste oder Wald – dazu kommen aber die unzähligen Hindernisse, die bei jedem Rennen variieren. Das macht jeden Lauf einzigartig.

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Welchen Stellenwert hat der Sport für dich?
Mittlerweile bedeutet mir der Sport fast alles. Meine Wettkämpfe werden über alle anderen Veranstaltungen gestellt. Ich plane, wenn es um Urlaub geht, welche Wettkämpfe anstehen und verbinde das miteinander. Auch einen Großteil meiner Freunde habe ich durch den Sport kennengelernt.

OCR oder Hindernislaufen ist zumindest in Deutschland eine noch recht junge Sportart. Existiert denn bereits eine Community?
Die ambitionierten Sportler sind zum Beispiel über Facebook schon sehr gut vernetzt, viele kennen sich natürlich auch persönlich durch die absolvierten Rennen. Es ist auf jeden Fall eine große Familie.

Wie ging es nach deinem ersten Obstacle Course Race weiter?
Im Frühjahr 2017 hat mich ein befreundetes OCR-Team zu XLETIX mitgenommen. Bei der Rennserie bin ich 7 Mal gestartet und habe das letzte Rennen sogar in der Elite-Gruppe absolviert, für die ich mich mit den guten Leistungen aus den ersten Rennen quasi bewerben musste.


Du hast dich dieses Jahr auch für die Welt- und Europameisterschaften 2018 qualifiziert. Wie hast du das geschafft?
Ich wollte eigentlich bei XLETIX in die sogenannte "Elite" kommen. Dafür musste ich bei einem Rennen der Serie unter die Top 3 kommen – das war gleichzeitig meine EM-Qualifikation. Für die Weltmeisterschaft findet man online die Qualifikationsbedingungen: die vielen Rennen und die benötigten Platzierungen. Anfang 2017 beim Spartan Race in Frankreich bin ich in meiner Altersklasse auf Platz 20 von 44 gekommen. So habe ich mich für die WM qualifiziert, obwohl es gar nicht meine Absicht war.

Welcher Teil eines Hindernislaufs gefällt dir am besten
Hangelhindernisse können mir nicht ausgefallen genug sein, das gefällt mir sehr gut. Außerdem komme ich auch gut mit Kälte klar, was im Winter oder bei Wasserhindernissen von Vorteil ist.

Und welches war bisher der tollste OCR, an dem du teilgenommen hast?
Das ist eine schwere Frage, aber vor allem 2 Läufe waren besonders toll. Auf jeden Fall der Getting Tough in 2016, weil es mein erster Hindernislauf war und er gleichzeitig die absolute Königsdisziplin in Deutschland darstellt. Und dazu noch das Spartan Race im Januar 2017, im Schnee in den französischen Alpen. Auf 1.200 Metern, mein erstes Mal in den Alpen. Ich bin nach 3,5 Stunden, 15 Kilometern und 1.000 Höhenmetern ins Ziel gekommen und war in der besseren Hälfte meiner Altersklasse. Die Zeit spricht für sich, was das für ein Brett war.



Wie motivierst du dich fürs Training?
Das ist, ehrlich gesagt, mein größtes Problem. ich bin verdammt faul, wenn es darum geht, alleine zu laufen – mit einem Trainingspartner ist es absolut kein Problem, aber alleine fällt es mir doch oft schwer. Mir hilft aber Social Media, mich zu motivieren. Und natürlich machen mein Trainer samt Trainingsplan auch Druck.

Was sind deine nächsten Ziele?
Kurzfristig möchte ich natürlich bei EM und WM gut abschneiden und beim Getting Tough am Ende des Jahres unter die Top 100 der Männer kommen. Längerfristig könnte ich mir vorstellen, die Langdistanz über 42 Kilometer zu laufen und auch an internationalen 24-Stunden-Rennen teilzunehmen.

Auch unsere Partnerseiten Men’s Health und Women’s Health stellen im Rahmen unserer Aktion "Sportsfreunde 2018" Menschen und ihre bewegenden Geschichten vor. Lass dich auch von ihnen motivieren und inspirieren!
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