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Mehrfache Boston- u. Berlin-Marathon-Siegerin Uta Pippig

Die Leipzigerin Uta Pippig war in Boston und Berlin dreimal über die Marathondistanz siegreich.

Pippig in Boston +
Foto: photorun.net

Uta Pippig gewann dreimal in Folge den Boston-Marathon.

Uta Pippig wurde am 7. September 1965 in Leipzig geboren, wuchs in der DDR auf und trainierte bei Friedrich Janke. Ihre größten Erfolge feierte die ehemalige deutsche Langstreckenläuferin zwischen 1986 und 1996 auf der Marathondistanz. So gewann sie nicht nur mehrfach den Berlin- sowie den Boston-Marathon, sondern war auch beim New-York-City-Marathon erfolgreich. Nach ihrer sportlichen Karriere wanderte sie in die USA aus, gründete ein eigenes Unternehmen und nahm neben der deutschen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an.

Ihren ersten großen Erfolg fuhr Uta Pippig 1986 mit dem Gewinn des DDR-Meistertitels im Marathon ein. Hierfür lief sie beim Leipzig-Marathon nach 2:37:56 Stunden als erste Frau ins Ziel. Diesen Erfolg konnte sie ein Jahr danach wiederholen. Dieses Mal finishte sie jedoch bereits nach 2:30:50 Stunden. Im gleichen Jahr nach sie für die DDR an den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Rom teil, bei denen sie nach 2:39:30 Stunden als 14. Läuferin ins Ziel kam. Kurz vor der Wiedervereinigung gelang es ihr 1990 in 2:28:37 Stunden erstmals den Berlin-Marathon zu gewinnen.

Wenige Monate später, als Deutschland wieder vereint war, startete sie bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Tokio über die für ihre Verhältnisse recht kurze Distanz von 10.000 Metern. In 31:55,68 Minuten kam sie als Sechste ins Ziel. Ebenfalls 1991 ging sie in Nieuwegein bei den Straßenlauf-Weltmeisterschaften der Damen über 15 Kilometer an den Start, wofür sie 48:44 Minuten benötigte, was mit der Bronze-Medaille belohnt wurde. Nachdem Pippig sich nach der Wende vorerst eher in Richtung der kürzeren Distanzen orientiert hatte, verwunderte es nicht, dass sie bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona über die 10.000 Meter startete. In 31:36,45 Minuten wurde sie Siebte. Nun folgte jedoch ihre Rückkehr auf die Königsdistanz, den Marathon, indem sie im Herbst 1992 beim Berlin-Marathon eine beeindruckende Siegesserie startete. In Berlin gewann sie in 2:30:22 Stunden bereits zum zweiten Mal. Nach einem erneuten Ausflug auf die 10.000-Meter-Distanz, wofür sie bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Stuttgart mit dem neunten Platz belohnt wurde, konzentrierte sie sich auf ihren ersten Marathon in den USA. Diesen lief sie im Herbst 1993 in New York City. Auf der abwechslungsreichen, aber nicht allzu schnellen Strecke gelang es ihr ihre Bestzeit auf 2:26:24 Stunden zu verbessern und sich so den Sieg zu sichern. Ihr schnellster Marathon stand ihr zu diesem Zeitpunkt jedoch noch bevor. Im Frühjahr 1994 war es dann jedoch soweit. Durch ihr famoses Rennen beim Boston-Marathon sicherte sie sich nicht nur ihren zweiten Marathon-Sieg auf amerikanischem Boden, sondern gleichzeitig eine überragende Bestzeit (2:21:45 Stunden), die bis zu Irina Mikitenkos Zeit von 2:19:19 Stunden (Berlin-Marathon 2008) über 14 Jahre lang als inoffizieller deutscher Rekord galt. Die Ernennung zum offiziellen deutschen Rekord wurde nur durch die Streckenführung des Boston-Marathons, der nicht nur ein zu starkes Gefälle aufweist, sondern auch eine Punkt-zu-Punkt-Strecke ist, zunichtegemacht.

Als Titelverteidigerin trat sie ein Jahr später erneut in Boston an und gewann in 2:25:11 Stunden ein zweites Mal. Mit einer ähnlichen Zeit (2:25:37 Stunden) sicherte sie sich im Herbst 1995 auch ihren dritten Sieg beim größten Marathon Deutschlands, dem Berlin-Marathon. Auch in Boston sollte sie noch einmal siegreich sein. 1996 machte sie nach ihren Siegen 1994 und 1995 den Hattrick perfekt und gewann in 2:27:12 Stunden zum wiederholten Male. Ihr letztes ganz großes Marathon-Rennen hatte sie für die Olympischen Sommerspiele von Atlanta im Sommer 1996 geplant, musste dieses jedoch abbrechen.

1998 wurde bei einer Dopingkontrolle ein zu hoher Testosteron/Epitestosteron-Quotient ermittelt. Gegen den Versuch des Deutschen Leichathletik-Verbandes Uta Pippig in der Folge für zwei Jahre zu sperren ging Pippig juristisch vor und argumentierte, dass ihre zu hohen Werte die Folge eines Verhütungsmittels, das sie einnahm, sowie einer chronischen Entzündung im Darmbereich, an der sie litt, seien. Am Ende nahm der DLV seine Anschuldigungen zurück. Weitere vier Jahre später zog sich die 1,67 Meter große Leipzigerin vom Leistungssport zurück. Inzwischen hat sie neben der deutschen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen und lebt in den USA, wo sie ihre Popularität zur Unterstützung gemeinnütziger Projekte nutzt. Auch eine eigenes Unternehmen, das in der Gesundheitsbranche tätig ist, gründete sie 2006.

Facebook: Uta Pippig auf Facebook
Autor: Jonas Müller 11.09.2017
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