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Laufberufe Der Lauftherapeut

Patienten mit psychischen Problemen dabei zu helfen, durch Laufen ihr Selbstwertgefühl zu stärken.

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Alexander Weber (Mitte) beim Wattlauf.

Laufen macht Veränderungen erlebbar, lässt sie spürbar werden, und dies in einer Intensität, die oft lebensverändernd wirkt. Wer läuft, kann das bestätigen – dies ist der Hauptgrund für die immer weiter zunehmende Verbreitung des Laufens als freizeitsportliche Aktivität. Diese positiven Begleiterscheinungen prädestinieren das Laufen für den Einsatz in der Therapie: als Aktivität, die diese deutlich unterstützen und einen entscheidenden Beitrag zu ihrem Erfolg leisten kann. Es ist unter Experten unumstritten, dass Sport im Allgemeinen und Lauftraining im Besonderen bei Suchtkranken sowie psychisch Kranken und Behinderten für positive Erlebnisse sorgen kann. Die Möglichkeit der Körperwahrnehmung durch moderate Belastung, verbunden mit wiederholbaren Erfolgserlebnissen, machen diese Form der Therapieunterstützung so wertvoll.

Der Ansatz, sportliche Aktivität und speziell das Laufen im Rahmen von Therapien ein­zusetzen – sei es in geschlossenen Anstalten oder in freien Gruppen –, ist nicht völlig neu: Schon in den Siebzigerjahren gab es vereinzelt solche Therapieformen. Speziell in der Suchtentwöhnung wurden mit Lauftraining gute Erfahrungen erzielt. Einer der Wegbereiter der professionellen Lauftherapie ist der US-Psychologe Ozzie Gontang, Direktor der San Diego Marathon Clinic. Er wiederum beruft sich auf seinen Lehrmeister, den Arzt Tad Kostrubala, der in den Siebzigerjahren erstmals den Begriff „Lauftherapeut“ prägte.

Und auch hierzulande hat die Lauftherapie durchaus Tradition: 1991 gründete Professor Alexander Weber das Deutsche Lauf­therapiezentrum (DLZ) in Bad Lippspringe mit dem Ziel, Lauftherapeuten aus- und weiterzubilden. Weber, der selbst seit Ende der Sechzigerjahre läuferisch aktiv ist und aus eigenem Erleben schöpfen konnte, beschreibt den Kreis der Aspiranten so: „Es sind Läuferinnen und Läufer mit langjähriger Lauferfahrung. Sie haben die Wirkungen des regelmäßigen Laufens bei sich selbst an Körper, Geist und Seele nachhaltig beobachtet. Die selbst erlebten Veränderungen, die sie positiv in gewünschter Richtung erfahren haben, sind so ausgeprägt, teilweise wohl auch dramatisch, dass sie den Drang verspüren, ihre Erfahrungen mit und durch Laufen an andere weiterzugeben. Aber dafür benö­tigen sie eine breitere Basis als lediglich den eigenen Erfahrungshintergrund: mehr all­gemeines Wissen über die physiologischen, psychologischen und orthopädischen Aspek­te des Laufens, aber auch didaktisch-metho­di­sches Rüstzeug. Ein weiteres Motiv in unserer Zeit des schnellen gesellschaftlichen Wandels“, fährt der heute emeritierte Professor, Diplom-Psychologe und Pädagoge fort, „ist die Suche nach einer ausfüllenden Nebentätigkeit oder einem Nebenverdienst, etwa einem therapeu­tischen Zusatzangebot in Praxen von Physiotherapeuten, Ärzten, Psychologen, aber auch in Einrichtungen wie Fitness-Studios.“

Was bewegt jemanden dazu, sich zum Lauftherapeuten ausbilden zu lassen? Karin Severin-Lenz betreibt die Laufschule Kassel und beschreibt ihren Weg zur Lauftherapeutin so: „Ich spürte, dass ich mich beim Laufen fordern und dadurch zur inneren und körperlichen Ruhe kommen kann. Aus diesen Erfahrungen erwuchs eine tiefe innere Freude und Liebe zum Laufen. Meine Begeisterung konnte anstecken und motivieren. Ich bekam positive Rückmeldungen. So wurde ich neugierig auf die Ausbildung, die es mir ermöglichte, qualifiziert zu beraten und zu betreuen.“ Heute führt sie Laufkurse durch. Ihre Kundschaft reicht von Studenten über Angestellte bis hin zu Freiberuflern im Alter zwischen 20 und 60 Jahren. Man darf sich jedoch nichts vormachen: Die Aussichten, mit der Tätigkeit als ausgebildeter Lauftherapeut seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sind eher gering. Und eine Anstellung in einer therapeuti­schen Einrichtung zu bekommen ist nahezu unmöglich. Realistisch ist eher ein Arbeitsverhältnis als freier Mitarbeiter, sofern der Etat der Einrichtung dies zulässt. Die meisten sehen die Tätigkeit als Lauftherapeut daher als zweites oder drittes Standbein – durchaus in der Hoffnung, daraus irgendwann einen Hauptberuf zu machen.


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07.04.2009
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