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Gesundheitstipps Bluthochdruck?

Fast 25 Prozent der Bevölkerung leiden unter Bluthochdruck. Bedeutet diese Diagnose das Ende jedes Lauftrainings?

"Ich (48, 1,79 m, 85 kg) laufe seit fünf Jahren regelmäßig drei- bis viermal pro Woche und nehme auch an Wettkämpfen teil (10 km 45:09 min). Vor drei Jahren wurde bei mir ein Bluthochdruck diagnostiziert. Seither nehme ich ein blutdrucksenkendes Medikament. Nach einer kürzlich erfolgten Untersuchung beim Kardiologen wurde mir empfohlen, mich nicht mehr über 115 Pulsschläge/ Minute zu belasten. Meine maximale Herzfrequenz beträgt 184 Schläge/Minute. Wenn ich dem ärztlichen Rat folge, muss ich meine sportlichen Ambitionen streichen und darf nur noch äußerst langsam laufen oder auch walken."

Herr T. B., Troisdorf
Ratgeber Bluthochdruck +

Blutdruckmessung unter Belastung sollte bei Bluthochdruck selbstverständlich sein.


Dr. med. Andreas Niess +
Foto: Runner's World

Dr. med. Andreas Niess, RUNNER´S-WORLD-Gesundheitsexperte und Leiter der Sportmedizin am Uniklinikum Tübingen

Dr. Andreas Niess antwortet:

Bluthochdruck ist eine heimtückische Erkrankung. Ein krankhaft erhöhter Blutdruck wird von den meisten Patienten noch nicht einmal wahrgenommen. Die langfristigen Schäden an Herz und Blutgefäßen sind hingegen schwerwiegend und nicht mehr rückgängig zu machen. Eine Bluthochdruckerkrankung muss also ab einer bestimmten Ausprägung unbedingt behandelt werden, auch wenn der Patient keinerlei akute Beschwerden empfindet.

Bluthochdruck entsteht in der Regel auf dem Boden einer Veranlagung. Eine allgemein gesunde Lebensweise mit Ausdauertraining, guter Ernährung, Vermeidung von besonderen Stresszuständen kann in vielen Fällen den Blutdruck zwar um ein gewisses Maß senken, regulieren und die Entstehung möglicherweise verzögern. Dennoch verläuft die Erkrankung meist schicksalhaft und ist daher letztlich in vielen Fällen schlichtweg unvermeidbar. Leider kann auch eine einmal notwendig gewordene medikamentöse Therapie durch „natürliche“ Maßnahmen meist nicht ersetzt werden. Wenn die Medikamenteneinnahme also erst einmal notwendig geworden ist, dann kann auch in der weiteren Zukunft nicht mehr darauf verzichtet werden. Blutdruckmedikamente senken den Blutdruck nur, solange man sie einnimmt.

Wenn der Blutdruck bereits in körperlicher Ruhe akut zu hoch liegt, dann sollte zur Vermeidung einer weiteren Drucksteigerung Sport unbedingt vermieden werden. Allerdings führen statische Kraftbelastungen unter „Pressatmung“ und Stress zu stärkeren Blutdrucksteigerungen, als dies bei dynamischen Ausdauerbelastungen der Fall ist. Wenn Sie unter Anstrengung eine Mineralwasserkiste ins dritte Stockwerk hinaufwuchten, ist dies für den Blutdruck gefährlicher als ein leichter Dauerlauf durch den Wald.
Es kann durchaus sein, dass der Arzt, wie in Ihrem Fall, nach Beurteilung einer Belastungsuntersuchung entscheidet, dass Sie sich nicht allzu hoch belasten dürfen. Eine derartige Entscheidung ist allerdings immer vom jeweiligen ärztlichen Befund abhängig und erfordert eine weitere engmaschige medizinische Überwachung. Tatsächlich erfordert insbesondere die Teilnahme an Wettkämpfen besondere Vorsicht. Ein kategorisches Verbot kann in Einzelfällen angebracht sein.
Bluthochdruck: 25 Prozent der Bevölkerung sind betroffen

Statistisch gesehen leiden in Deutschland etwa 25 Prozent der Bevölkerung an Bluthochdruck. Dabei handelt es sich in 90 Prozent der Fälle um eine essenzielle Hypertonie, was bedeutet, dass keine anderen Erkrankungen wie z. B. ein Nierenleiden oder hormonelle Ursachen für den Hochdruck verantwortlich sind. Man geht davon aus, dass dem Auftreten einer essenziellen Hypertonie verschiedene Faktoren zugrunde liegen, wobei eine familiäre Disposition, also die Häufung der Erkrankung in der Familie, bei etwa 70 Prozent der Erkrankten vorliegt. Dieser Einfluss der Veranlagung macht deutlich, dass gesunde Lebensweise allein leider keinen 100-prozentigen Schutz vor dem Auftreten einer Hypertonie bietet. Das sollte Sie jedoch keinesfalls von Ihrem derzeitigen Vorgehen abbringen. Die Vermeidung von Übergewicht, eine verringerte Kochsalzzufuhr und insbesondere regelmäßiges Ausdauertraining stellen eine wichtige Grundlage für die Behandlung der Hypertonie dar.

Wenn die Blutdruckwerte trotzdem noch zu hoch liegen, muss eine konsequente medikamentöse Behandlung begonnen werden. Die Auswahl des Medikamentes orientiert sich natürlich an den individuellen Gegebenheiten, aber auch an dem Wunsch nach sportlicher Aktivität. Wichtig bei der Blutdruckeinstellung des (Ausdauer-)Sport treibenden Menschen ist einerseits, dass die Blutdruckwerte unter Belastung in einem vertretbaren Rahmen bleiben, andererseits jedoch das verabreichte Medikament keine ungünstigen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit ausübt. Unter diesen Vorgaben ist Ihr Ziel, einen Marathon zu absolvieren, durchaus realistisch, wobei ärztliche Checks, auch mit Blutdruckmessung unter Belastung, selbstverständlich sein sollten.
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