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Migräne Kopfschmerzen beim Laufen

Da jeder Lauf Stress für den Körper ist, treten manchmal Kopfschmerzen auf. Regelmäßige Dauerläufe können helfen.

"In letzter Zeit bekomme ich bei sportlichen Anstrengungen, speziell beim Laufen, starke Kopfschmerzen (Migräne?). Zuletzt musste ich längere Läufe abbrechen, da die Schmerzen einfach zu stark wurden. "

Frau S. O., München
Kopfschmerzen +

Kopfschmerzen sind nicht nur Kopfsache.


Dr. med. Kai Röcker +
Foto: privat

Dr. med. Kai Röcker

Nur 25 Prozent der deutschen Bevölkerung sind völlig frei von Kopfschmerzanfällen. Zwei Hauptformen dieser „Volkskrankheit“ müssten unterschieden werden: eine blutgefäßbedingte Form (Migräne) und der Spannungskopfschmerz. Es kommen jedoch auch Kombinationen beider Formen vor. Die Behandlung einer Migräne ist schwierig und langwierig, so dass man als Arzt zumeist sehr froh darüber ist, einen konkreten Auslöser identifizieren zu können. Durch Vermeidung des Auslösers – wie bei Ihnen das Laufen – lässt sich die Krankheit naturgemäß am besten behandeln.

Da dies natürlich nicht die Antwort ist, welche Sie von mir hören wollten, muss ich noch etwas weiter ausholen: Migräneartige Kopfschmerzen werden durch eine Fehlregulation der Blutgefäße im Kopfbereich verursacht. Diese Fehlsteuerung wird durch verschiedene Vorbedingungen auslösbar, von denen zwei in Ih­rem Falle bedacht werden müssten: erstens hormonelle Veränderungen und zweitens eine möglicherweise übermäßige Stressempfindlichkeit.

Hinsichtlich einer möglicherweise vorlie­genden hormonellen Störung sollten Sie den Frauenarzt zur entsprechenden Laborwert­kontrolle aufsuchen. Die Überempfindlichkeit gegenüber Stress ist jedoch am ehesten über sogenannte „verhaltenstherapeutische Maß­nahmen“ zu be­einflussen. Hierzu gehören zum Beispiel Ent- spannungstraining nach Schultz bzw. Ja­­cobson, Atemtherapie und „Biofeed­back“-Methoden, von denen manche speziell für die Migränebehandlung entwickelt worden sind. Eine konsequente und längere Durchführung dieser Programme ist eine wichtige Voraussetzung für deren Erfolg.

Generell wird auch beim lockersten Dauerlauftempo die Stressreaktion im Körper aktiviert, wodurch Ihre Kopfschmerzanfälle erklärbar sind. Langfristig könnten aber auch die regelmäßigen Dauerläufe dazu beitragen, das vegetative Nervensystem zu stabilisieren. Eine Anfallsbehandlung durch Schmerzmittel bringt die Gefahr einer Schmerzmittelabhängigkeit mit sich. Erfolgversprechender wäre die Anwendung mit vorbeugenden Medikamenten wie zum Beispiel B-Blockern oder Serotonin-Ant­agonisten. Allerdings sind auch diese Medikamente nicht nebenwirkungsfrei und sollten nur beim Versagen der sonstigen Behandlungsmaßnahmen vom betreuenden Arzt angewendet werden.
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Nächste Frage aus "Gesundheit": "Mich plagen Nervosität, Reizbarkeit, Schlafprobleme, Hitzewallungen, und die Diagnose ist als gerade 50-Jährige bekannt: Ich bin in die Wechseljahre gekommen. Stellt sich mir die Frage: Darf ich weiter laufen? Würde sich eine Therapie mit Hormonen mit dem Training vertragen?"

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Autor: Dr. med Kai Röcker 03.12.2009
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