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Der blaue Dunst Schadet passives Rauchen dem Laufen?

Die Auswirkungen des passiven Rauchens auf das Laufen sind nicht ohne. Martin Grüning erklärt warum.

"Ich (19) laufe seit nun zwei Jahren ambitioniert und bereite mich zielstrebig auf Wettkämpfe vor. Seit neustem bin ich auch Mitglied eines guten Laufvereins. Jedoch bin ich seit meiner Geburt dem passiven Rauchen in meiner Familie ausgesetzt. Inwiefern vermindert Passiv-Rauchen die Leistungsfähigkeit? Oder ist der Nachteil des Passiv-Rauchens eher gering?"

S. D. / Kürten
Schadet passiv Rauchen dem Laufen? +

Rauchen kann tödlich sein - "Mitrauchen" auch?


Martin Grüning +
Foto: Runner’s World

Martin Grüning, RUNNER'S WORLD-Trainingsexperte

RUNNER'S WORLD-Trainingsexperte Martin Grüning antwortet:

Eines vorweg: Das Lungenkrebsrisiko passiv (mit)rauchender Menschen ist circa 30 Prozent höher als bei rauchfrei lebenden Menschen. Wer sich gemeinsam mit Rauchern in geschlossenen Räumen aufhält, raucht automatisch mit. Wer 15 Jahre lang in stark verrauchten Räumen arbeitet, hat ein fast doppelt so hohes Lungenkrebsrisiko wie nicht oder nur gering belastete Personen. Denn rund ein Viertel des beim Abbrennen einer Zigarette entstehenden Rauches saugen Raucher in ihre eigenen Lungen. Die anderen drei Viertel ziehen von der Spitze der Zigarette aus in die Umgebung. In diesem sogenannten „Nebenstromrauch“ sind sämtliche Bestandteile des Tabakrauches enthalten. So können auch im Blut von Passiv-Rauchern Nikotin, Cotinin und erhöhte Kohlenmonoxidwerte festgestellt werden. Da man generell davon ausgehen muss, dass Rauchen die sportliche Leistungsfähigkeit negativ beeinflusst, ist dies – in entsprechend abgemilderter Form natürlich – auch für das Passiv-Rauchen unbedingt anzunehmen.

Zu den schon erwähnten Einflüssen, die also auch beim Passiv-Rauchen leistungsmindernd wirken, zählt ein erhöhter Kohlenmonoxidgehalt im Blut. Kohlenmonoxid, das der Passiv-Raucher über die Verbrennungsgase der Zigarette inhaliert und aufnimmt, bindet um etwa 300-mal besser an den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) der roten Blutkörperchen als Sauerstoff. Dies führt dazu, dass ein Teil des Hämoglobins nicht für den Sauerstofftransport im Körper zur Verfügung steht. Dabei stört das Kohlenmonoxid aufgrund seiner starken Bindungseigenschaft an das Hämoglobin selbst nach dem Mitrauchen noch bis zu einen Tag lang den Sauerstofftransport. Somit werden insbesondere Ausdauerleistungen vom Rauchen und also auch dem Passiv-Rauchen negativ berührt.

Weitere leistungsmindernde Faktoren sind unter anderem in einer durch das Mitrauchen verschlechterten Lungenfunktion und der ungünstigen Wirkung von Nikotin auf die Gefäßregulation zu sehen. Aber natürlich führt regelmäßiges Training auch bei einem Passiv-Raucher zu einer Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich Ihre Leistung in geringerem Maße entwickelt als bei Läufern, die keinerlei Rauch ausgesetzt sind. Relevante Untersuchungen zu diesem Thema gibt es nicht.
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Nächste Frage aus "Gesundheit": "In letzter Zeit bekomme ich bei sportlichen Anstrengungen, speziell beim Laufen, starke Kopfschmerzen (Migräne?). Zuletzt musste ich längere Läufe abbrechen, da die Schmerzen einfach zu stark wurden. "

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