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Laktattoleranz Welche Belastungsintensität ist sinnvoll?

Dr. Heiko Striegel beantwortet die Frage, was eine Laktattoleranz ist und wie man diese feststellt.

"Ich laufe regelmäßig vier- bis fünfmal pro Woche. Um mit meinem Puls unter 140 Schlägen pro Minute zu bleiben, muss ich mein normales Lauftempo sehr zurückschrauben. Es gelingt mir andererseits, schnelle Läufe über eine lange Zeit in einem Bereich von Herzfrequenz 180–190 zu laufen. Mein Trainer meint, bei mir könnte eine „Laktattoleranz“ vorliegen. Was ist das, und wie kann man diese erkennen, ist dies auch ohne Laktatmessung möglich? An welche Werte halte ich mich dann im Training? "

Herr M. H., Krefeld
Ratgeber Laktattoleranz +
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Dr. med. Heiko Striegel +
Foto: Runner's World

Dr. med. Heiko Striegel, Sportmediziner an der Uniklinik Tübingen und Gesundheitsexperte von RUNNER´S WORLD

Gesundheitsexperte Dr. med. Heiko Striegel antwortet:
An welche Werte Sie sich beim Training halten sollen, kann nicht allgemein beantwortet werden. Entscheidend ist, was Sie mit Ihrem Training erreichen wollen. Haben Sie das Ziel, einen Halbmarathon oder Marathon zu laufen, so ist es sinnvoll, den überwiegenden Anteil des Trainings auf niedriger Belastungsintensität, d. h. bei bis zu 75 Prozent der maximalen Herzfrequenz durchzuführen. Je kürzer die Wettkampdistanz wird, desto höher ist der Anteil des Trainings in höheren Belastungsintensitäten zu wählen. Ist das Ziel Ihres Trainings, möglichst viele Kalorien zu verbrennen, so empfiehlt es sich ebenfalls, die Belastungsintensität etwas höher zu wählen, da in einer Untersuchung aus dem Jahr 2002 gezeigt werden konnte, dass der Kalorienverbrauch bei einer Intensität von ca. 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz die höchsten Werte aufweist (unter dem Aspekt, dass die Belastung über eine längere Zeit gehalten werden kann, RW).

Eine Festlegung der einzelnen Trainingsbereiche kann in der Tat nur über eine Belastungsuntersuchung mit Laktatwertbestimmung zuverlässig vorgenommen werden. Die alleinige Bestimmung der Herzfrequenzen lässt dagegen keine sichere Beurteilung der individuell sinnvollen Belastungsintensitäten zu, da die Herzfrequenzen sowohl in Ruhe als auch unter Belastung von Person zu Person starke Schwankungen aufweisen.

Die Fähigkeit, bei hohen Belastungsintensitäten, d. h. auch höheren Laktatwerten über einen gewissen Zeitraum laufen zu können, setzt eine gesteigerte Laktattoleranz voraus. Aus Ihren Angaben lässt sich schließen, dass Sie vermutlich häufig in hohen Belastungsintensitäten trainieren und durch dieses Training ihre Laktattoleranz verbessert haben. Für eine optimale Entwicklung der Grundlagenausdauer ist ein zu häufiges Training in hohen Belastungsintensitäten jedoch eher kontraproduktiv. Die Grundlagenausdauer kann vor allem durch längere Läufe mit niedrigeren Belastungsintensitäten verbessert werden.

Bild: Urs Weber
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29.05.2009
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