Ich bin Ernährungswissenschaftlerin – und trotzdem kenne ich Situationen, in denen Ernährung im stressigen Alltag plötzlich kompliziert wird. Zwischen Arbeit, Training und anderen Verpflichtungen bleibt oft wenig Zeit, Mahlzeiten ideal zu planen. Auch mein Fachwissen garantiert leider keine perfekte Ernährung in jeder Lebenslage. Kann ein individuelles Ernährungscoaching mir neue Impulse und mehr Struktur geben? Dafür habe ich meine Ernährung durch unser RUNNER’S WORLD Ernährungscoaching umgestellt und beschreibe dir hier, wie das ganz praktisch funktioniert – und was ich dabei gelernt habe.
Wie starte ich mit dem Coaching?

Gestartet habe ich im Frühjahr – dem optimalen Zeitpunkt, das eigene Essverhalten mal wieder ein wenig zu hinterfragen. Um das Coaching zu starten, werden zunächst ein paar Rahmendaten abgefragt: Alter, Gewicht, Geschlecht, Größe, aber auch Ernährungsweise, Mahlzeiten pro Tag und Aktivitätslevel. Hier konnte ich auch angeben, welche Lebensmittel ich so gar nicht mag oder vertrage, damit die Rezepte dahingehend angepasst werden. Mit dem Jahresplan habe ich im Anschluss ein Jahr lang die Möglichkeit, mir Woche für Woche einen Mahlzeitenplan zusammenstellen zu lassen.

Nach dem Fragebogen wurde mir im Handumdrehen ein personalisierter Mahlzeitenplan erstellt, der auf meinen Alltag und meine Präferenzen eingeht. Ich habe angegeben, dreimal täglich zu essen. Deswegen bekomme ich täglich Rezepte für ein Frühstück, ein Mittagessen und ein Abendessen. Wahlweise hätte ich auch angeben können, nur morgens und abends Zeit fürs Essen zu haben oder zwischendurch einen Snack in meinen Tag zu integrieren. Ganz unten kann ich händisch meine tägliche Trinkmenge tracken. Denn auch ausreichend Wasser gehört zu einer gesunden Ernährung.

Besonders praktisch finde ich, dass jeweils die Kalorien, Zubereitungszeit und der Einkaufspreis pro Portion auf den ersten Blick zu sehen sind. Zutaten und Zubereitung sind übersichtlich aufgelistet und führen Schritt für Schritt zu einer ausgewogenen Mahlzeit. Meine Lieblingsgerichte markiere ich mir im Anschluss immer mit einem kleinen Herzchen, damit ich sie in der nächsten Woche wiederfinden und mit anderen Gerichten austauschen kann, wenn ich mal etwas nicht mag.

Der Einkauf: Was brauche ich für die Woche?
Hinter dem nächsten Reiter verbirgt sich meine Einkaufsliste. Mengengenau wird mir dort angezeigt, was ich für die nächste Woche brauche. Das spart nicht nur Zeit zum Einkaufen – die ich im Alltag gut gebrauchen kann –, sondern auch Geld. Ich tendiere in der Regel dazu, mit Appetit durch den Laden zu laufen und mir zusammenzusuchen, was sich gut anfühlt. Das ist nicht immer kosteneffizient, und leider muss ich zugeben, dass am Ende der Woche auch mal das ein oder andere im Müll landet, was sich ganz hinten im Kühlschrank versteckt hat und schlecht geworden ist. Diesem Problem konnte ich durch strukturiertes Einkaufen mit der App wirklich entgegenwirken.

Habe ich mal gar keine Zeit, hilft mir die App auch dabei, alle notwendigen Zutaten über eine Supermarkt-App meiner Wahl bequem nach Hause liefern zu lassen.
Wie funktioniert die Kostenerstattung durch meine Krankenkasse?
Eine gesunde Ernährung lässt mich nicht nur besser fühlen, sie stärkt auch meine Gesundheit erheblich und schützt mich vor diversen Erkrankungen. So sind in Deutschland etwa 31 Prozent aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf eine unausgewogene Ernährung zurückzuführen. Insbesondere zu wenig Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sowie viel Salz und rotes Fleisch sind charakteristische Auslöser für ernährungsbedingte Krankheiten. Hinzu kommen begünstigende Faktoren wie Adipositas und Diabetes, welche in dieser Berechnung noch nicht berücksichtigt wurden. Die tatsächliche Zahl ernährungsbedingter Todesfälle ist demnach deutlich höher.
Auch aus diesem Grund besteht ein gesteigertes Interesse der Krankenkassen an einer ausgewogenen Ernährung ihrer Mitglieder. Das RUNNER’S WORLD Ernährungscoaching kannst du dir daher, je nach Krankenkasse, zu bis zu 100 % erstatten lassen. Dafür musst du lediglich einige Lektionen Ernährungswissen bis zum Coachingende absolviert haben. Hierfür eignen sich der eigenen Erfahrung nach Bahnfahrten, Wartezeiten beim Arzt oder die letzten 10 Minuten vor dem Schlafen hervorragend. Die einzelnen Themen sind dabei sinnvoll aufgebaut, sodass man am Ende ein breites Grundlagenwissen besitzt. Angefangen bei Kalorien und Mikronährstoffen geht es über Mahlzeitenplanung bis zum Jojo-Effekt.

Der Alltagscheck: Meine Erfahrungen mit dem Ernährungscoaching
Ich habe das Programm drei Wochen lang ausprobiert und mein Ernährungsverhalten in dieser Zeit an dem Mahlzeitenplan orientiert. Gerade an stressigen Tagen hat mir die App geholfen, den mentalen Aufwand rund ums Essen zu reduzieren. Ich musste nicht mehr überlegen, was ich koche, sondern nur noch entscheiden, wann ich es umsetze. Diese Entlastung hat dazu geführt, dass ich deutlich seltener Mahlzeiten ausgelassen oder spontan zu weniger ausgewogenen Optionen gegriffen habe. Meine Lebensmittelabfälle haben sich reduziert und ich habe weniger Geld ausgegeben.
Da ich relativ viel unterwegs bin und somit auch mal spontan nicht zuhause kochen kann, war es für mich wichtig, dass ich jederzeit Anpassungen vornehmen kann. Die meisten Rezepte haben sich, auch ohne dass ich etwas angegeben habe, super zum Vorkochen geeignet. Das war eine positive Überraschung, und da ich durch den Wocheneinkauf ohnehin alles zuhause hatte, konnte ich teils abends schon meinen gesamten nächsten Tag vorbereiten. Je nach Lust und Laune habe ich einige Mahlzeiten auch noch mit eigenen Zutaten ergänzt – beispielsweise die Apfelpfannkuchen mit Leinsamen und Nussmus. Ernährung ist schließlich individueller Genuss, auch wenn die Nährwerte dann nicht mehr exakt stimmen.
Mein Essverhalten hat sich im Testzeitraum subtil verändert: Ich esse regelmäßiger, plane bewusster und gehe strukturierter einkaufen. Das klingt simpel, macht aber einen spürbaren Unterschied – sowohl auf meinem Zeitkonto als auch in meiner Ernährungsroutine.
Was das Lauftraining angeht, habe ich je nach Mahlzeitentiming zusätzliche Snacks ergänzt. Um die Mahlzeiten an meinen Trainingseinheiten anzupassen, habe ich individuell ergänzt, was ich unmittelbar vor oder nach dem Training benötige. Steht ein intensiveres Training an, greife ich beispielsweise gern auf meine geliebten Datteln zurück. Im folgenden Artikel bekommst du Tipps, wie du Lauftraining und Essen optimal aufeinander abstimmst:
Für wen lohnt sich das Coaching?
Aus meiner Sicht ist das Ernährungscoaching besonders sinnvoll für alle, die sich entweder erstmals dem Thema gesunde Ernährung widmen wollen und nicht nur Rezepte sondern auch jede Menge Wissen sammeln möchten, oder für jene, die sich mehr Struktur im eigenen Ernährungsverhalten wünschen. Ohne Frage eignet es sich für jeden, der langfristig etwas an seiner persönlichen Lebensmittelwahl schrauben möchte. Ich habe gemerkt, dass durch die Einkaufslisten in den Test-Wochen neue Produkte in meinem Korb gelandet sind, die ich jetzt ganz automatisch in meinen Wocheneinkauf übernommen habe – darunter beispielsweise Seitan, den ich zuvor nie richtig zuzubereiten wusste. Auch wenn dir das Thema Ernährung nicht neu ist, kann das Coaching dir neue Impulse geben und Struktur geben.
Du leidest an einer Unverträglichkeit oder verfolgst aktuell eine bestimmte Diät? Auch dann kann ich dir das Coaching ans Herz legen. Durch die exakte Lebensmittelauswahl kannst du bestimmen, was auf deinem Teller landen darf und was nicht. Die App verwandelt dir diese Nahrungsmittel dann in abwechslungsreiche Gerichte, ohne dass du im Netz lange suchen oder dir selbst Gedanken machen musst. Vielleicht entdeckst du Kombinationen, die du noch gar nicht kanntest.
Wo kann ich mich noch über gesunde Ernährung informieren?
Du hast nun Appetit bekommen und willst noch mehr Ernährungswissen aufsaugen? Leider gibt es kaum ein Thema, zu dem es mehr Meinungen, Mythen und Trends gibt, als dieses. Gerade in einer Wissenschaft, die sich aktuell so rasant entwickelt, ist es wichtig zu wissen, wo du dich informieren kannst, um gesichertes Wissen zu Nährstoffen, Diäten und einen gesunden Lifestyle zu bekommen. Diese Seiten kann ich dir empfehlen:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Die DGE ist die zentrale Fachgesellschaft für Ernährungsfragen in Deutschland und entwickelt wissenschaftlich fundierte Empfehlungen, wie die bekannten „10 Regeln der DGE“. Sie richtet sich sowohl an Fachkräfte als auch an die breite Bevölkerung und setzt Standards für eine gesunde Ernährung.
World Health Organisation (WHO)
Die WHO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die weltweit Gesundheitsrichtlinien entwickelt. Im Bereich Ernährung setzt sie globale Standards und Empfehlungen, etwa zur Prävention von Mangelernährung und ernährungsbedingten Krankheiten. Ihre Leitlinien dienen vielen Ländern als Grundlage für nationale Strategien.
Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)
Das BZfE ist eine staatliche Informationsplattform, die verständliche und alltagstaugliche Ernährungstipps vermittelt. Es richtet sich gezielt an Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Multiplikatoren wie Lehrkräfte. Ziel ist es, Ernährungskompetenz zu fördern und fundiertes Wissen praxisnah aufzubereiten.
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Das BMEL ist das zuständige Ministerium für Ernährungspolitik in Deutschland. Es veröffentlicht regelmäßig Statistiken und Berichte zur Ernährungssituation der Bevölkerung und entwickelt politische Strategien für eine nachhaltige und gesunde Ernährung. Zudem unterstützt es Initiativen und Programme im Ernährungsbereich.
Verbraucherzentrale
Die Verbraucherzentrale informiert unabhängig über Lebensmittel, Ernährung und Verbraucherschutz. Sie klärt über Kennzeichnung, Inhaltsstoffe und mögliche Täuschungen auf und setzt sich für die Rechte der Verbraucher ein. Dabei bietet sie praxisnahe Hilfestellungen für den Alltag.
Stiftung Gesundheitswissen
Die Stiftung Gesundheitswissen vermittelt evidenzbasierte Informationen rund um Gesundheit und Ernährung. Ihr Ziel ist es, Menschen zu befähigen, informierte Entscheidungen für ihren Lebensstil zu treffen. Die Inhalte sind verständlich aufbereitet und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Unterm Strich gilt: Gerade bei einem Thema, das von Trends und widersprüchlichen Aussagen geprägt ist, lohnt sich der Blick auf verlässliche Informationsquellen. Sie geben Orientierung und helfen dabei, eigene Entscheidungen besser einzuordnen – ohne dabei den Spaß am Essen aus den Augen zu verlieren.





