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Schmerzsyndrom Fibromyalgie Ausdauertraining wirksamer als Schmerzmittel

In der Behandlung des Schmerzsyndroms Fibromyalgie hilft individuell angepasstes Ausdauer- und Krafttraining besser als Schmerzmittel. Das ist das Ergebnis einer Studie des Uniklinikums Heidelberg.

Ausdauertraining wirksamer als Schmerzmittel +

Beim Fibromyalgie-Syndrom ist ein individuell angepasstes Ausdauer- und leichtes körperliches Kraftraining zur Linderung der Schmerzen besonders wirksam.

Das Fibromyalgie-Syndrom ist eine chronische Schmerzerkrankung des Bewegungssystems. In den Industrienationen leiden rund vier Prozent der Bevölkerung an der bislang unheilbaren Erkrankung; betroffen sind hauptsächlich Frauen zwischen 40 und 60 Jahren. Die Patienten leiden unter anhaltenden Schmerzen in Nacken, Rücken, Brust, Bauch oder Gelenken, je nach Schwere der Erkrankung auch unter Schlafstörungen, Erschöpfung, Reizmagen und –darm sowie psychischen Beschwerden wie Depression oder Angst.

Ziel der Wissenschaftler war es zu ermitteln, welche Therapieformen sich bisher bewährt haben und von welchen abzuraten ist. Das Ergebnis: Ein individuell angepasstes Ausdauer- und leichtes körperliches Kraftraining ist zur Linderung der Schmerzen besonders wirksam. „Unsere Recherchen haben gezeigt, dass die Patienten besonders von regelmäßigen Aktivitäten profitieren, die sie eigenständig im Sinne eines Selbstmanagements durchführen können“, so Professor Dr. Wolfgang Eich, Schmerzexperte an der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik des Universitätsklinikums Heidelberg. So seien beispielsweise 30 Minuten schnelles Spazierengehen, Walking oder Fahrradfahren zwei- bis dreimal in der Woche eine wirksame Bewegungstherapie. „Optimal wäre die Kombination mit Entspannungsverfahren und Psychotherapie-Verfahren, die die Selbstwirksamkeit erhöhen, sagt der Mediziner. Diese Formen der „multimodalen“ Therapie zeigen die besten Ergebnisse.

Enttäuscht zeigte sich der Schmerzexperte von den Ergebnissen der medikamentösen Therapieansätze: „Nur wenige Präparate zeigten langfristigen Nutzen, bei den meisten überwiegen die Nebenwirkungen bei längerer Einnahme.“ Nicht geeignet sind entzündungshemmende Schmerzmittel, Opiode oder Cannabinoide. Bestimmte niedrig dosierte Antidepressiva linderten dagegen die Beschwerden und werden daher für den zeitlich begrenzten Einsatz empfohlen.

Quelle: PM 04.06.2012, Informationsdienst Wissenschaft
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22.06.2012
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