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Ständiger Begleiter vieler Läufer ISG-Schmerzen

Nicht nur Läufer kennen die ziehenden Schmerzen im unteren Rückenbereich am Iliosakralgelenk - sei es nach langen Trainingseinheiten oder einem ausgedehnten Shopping-Tag in der Stadt.

ISG-Schmerzen +

Schmerzen im Iliosakralgelenk kommen bei Läufern häufig vor.

Das Iliosakralgelenk (auch ISG oder SIG, Sakroiliakal-Gelenk oder Kreuzbein-Darmbein-Gelenk) befindet sich im unteren Teil des Rückens, am unteren Ende der Lendenwirbelsäule. Die Gelenkpartner des ISG (Iliosakralgelenk) sind die Beckenschaufeln (Os ilium) und das Kreuzbein (Sakrum). Dort, wo das Kreuzbein (Sakrum) an die Beckenschaufeln angrenzt, befinden sich das rechte und das linke Iliosakralgelenk (ISG). Das Iliosakralgelenk stellt also über das Kreuzbein die Verbindung von Wirbelsäule und Becken. Das Iliosakralgelenk (ISG) wird durch Bänder und Muskeln stabilisiert und kann nicht willkürlich bewegt werden. Das Iliosakralgelenk (ISG) ist ein straffes Gelenk, das entgegen vieler anderer Gelenke im menschlichen Körper nur sehr wenig bis gar keine Bewegung zulässt. Die möglichen Bewegungen nennt man Nutation und Gegennutation. Die Nutation bewirkt eine Vergrößerung des Beckenrings. Dieser Bewegung kommt eine große Bedeutung bei der Geburt zu.

Im Volksmund spricht man bei Schmerzen im Bereich des ISG häufig von einer ISG-Blockade, obwohl es sich eigentlich um eine Dysfunktion, also eine mechanische Störung des Gelenks, oder einen Schmerzzustand handelt.

ISG-Schmerzen – Symptome

Charakteristische ISG-Schmerzen sind ziehende Schmerzen im Bereich des Iliosakralgelenks, das bedeutet am unteren Rücken im Bereich des Kreuzbeins, oder aber im Gesäß. Die Schmerzen können auch über das Gesäß bis in die Oberschenkel ausstrahlen. Meist verstärken sich die ISG-Schmerzen, sobald man sich nach vorne beugt (zum Beispiel wenn Sie Ihre Laufschuhe schnüren) oder im Büro die Beine im Sitzen überschlägt. In schlimmen Fällen können die ISG-Schmerzen sogar nachts im Bett auftreten, wenn man die Liegeposition verändern möchte. Häufig klagen Betroffene auch über Bewegungseinschränkungen der Hüftgelenke (beispielsweise beim Dehnen nach dem Laufen).

Vom ISG verursachte Schmerzen sind allerdings vielfältig und meist schwer von Beschwerden zu unterscheiden, die durch die Hüfte oder die untere Wirbelsäule (LWS) verursacht werden. Deshalb ist es bei ISG-Schmerzen wichtig, dass bei länger bestehenden Beschwerden ebenso die Lendenwirbelsäule und das Hüftgelenk untersucht und als Grund für die Schmerzen ausgeschlossen werden. Mithilfe von Schmerzprovokationstests können Physiotherapeuten oder Orthopäden das ISG untersuchen. Das Ziel der Tests ist es, den ISG-Schmerz zu provozieren, also durch eine bestimmte Bewegung oder Druck auszulösen. Gelingt dies bei mehreren Tests, gilt das ISG als Ursache für die Schmerzen. Entstehen die Schmerzen wiederum in der LWS, verlagern sich die ausstrahlenden Schmerzen bei gezielten Bewegungen der Wirbelsäule meist vom Bein Richtung Gesäß oder Wirbelsäule. Das Hüftgelenk kann als Ursache ausgeschlossen werden, wenn aktive und passive Bewegungen des Gelenks schmerzfrei möglich sind und funktionelle Bewegungen wie Kniebeugen oder Ausfallschritte keine Schmerzen in der Hüfte verursachen.

ISG-Schmerzen – Ursache

Die Ursachen für ISG-Schmerzen sind vielfältig. Gerade bei Läufern können Schmerzen im Bereich des ISG durch dauerhafte Fehlbelastung im Training oder einseitige Belastung entstehen, weil kein Ausgleichstraining zum Laufen stattfindet. So entsteht häufig ein Ungleichgewicht in der Muskulatur, beispielsweise zwischen hüftbeugender und hüftstreckender Muskulatur.

In selteneren Fällen können auch ein Sturz auf die Hüfte oder aber unterschiedlich lange Beine (Beinlängendifferenz) Schmerzen im Iliosakralgelenk bewirken. Außerdem sind Entzündungen des ISG möglich, wie zum Beispiel bei Morbus Bechterew. Auch Arthrose, also eine Abnutzung der Gelenkflächen, kann ISG-Schmerzen verursachen.

Noch nicht eindeutig geklärt ist, ob und auf welche Weise ein schwaches Bindegewebe und "lockere" Bänder im Bereich des Iliosakralgelenks die Entstehung von ISG-Schmerzen begünstigen können. Fest steht jedoch, dass eine erhöhte Dehnbarkeit der Bänder am Iliosakralgelenk während einer Schwangerschaft und einer Geburt zu ISG-Schmerzen führen kann.

ISG-Schmerzen – Behandlung

Zuerst einmal ist es wichtig, die genaue Ursache der ISG-Schmerzen herauszufinden. Dabei kann Ihnen bei Bedarf ein Arzt, Physiotherapeut oder Osteopath helfen. Wichtig ist auch, dass ISG-Schmerzen von herkömmlichen Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich (LWS-Syndrom) differenziert werden.

Viele Ärzte geben für eine kurzfristige Schmerzlinderung Spritzen in den Bereich des ISG-Schmerzes, die zwar zu einer vorübergehenden Entspannung der Muskulatur, nicht aber zu einer dauerhaften Verbesserung der ISG-Schmerzen führen.

Bildgebende Verfahren wie das Röntgen sind bei ISG-Schmerzen meist nicht gewinnbringend, es sei denn es liegt ein Verdacht auf eine entzündliche Wirbelsäulenerkrankung oder einen Knochenbruch in unmittelbarer Nähe des Iliosakralgelenks vor.

Liegt eine ISG-Blockade (Blockierung des Iliosakralgelenks) vor, kann ein Physiotherapeut oder Osteopath eine Manipulation oder Mobilisation des Iliosakralgelenkes vornehmen.

ISG-Schmerzen – Vorbeugung

Um ISG-Schmerzen zu vermeiden, sollten Sie Ihr Lauftraining durch regelmäßige Kräftigungsübungen für die Rücken- und Bauchmuskulatur ergänzen.
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