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Herzfrequenz bei Belastungen Sprunghafter Puls: Anlass zur Besorgnis?

Sind Herzfrequenzsprünge bei konstanter Belastung harmlos oder Anzeichen einer Herzrhythmusstörung? Wir erklären, warum der Puls bei gleicher Anstrengung ansteigt.

Parameter für die Trainingssteuerung - Pulsuhr +

Eine Pulsuhr hilft, die Belastungen zu systematisieren und zu kontrollieren – und kann sogar Herzfehlfunktionen aufdecken.

Wer beim Laufen seinen Puls mit einer Pulsuhr kontrolliert, kann gezielt nach der Herzfrequenz trainieren. Bei Tempoeinheiten oder Bergläufen sind Veränderungen des Pulses im Laufe des Trainings normal und erwünscht. Was ist aber, wenn das Herz bei konstanter Belastung – meist zum Ende eines Dauerlaufes – plötzlich um 20 bis 30 Schläge häufiger schlägt? Wir klären, ob das ein Grund zur Besorgnis ist.

Hyperthermie und Dehydrierung Gründe für den Pulsanstieg

Für den Herzfrequenzanstieg unter konstanter Belastung und konstanten Außenbedingungen werden unterschiedliche Gründe diskutiert. Eine der entscheidenden Ursachen liegt im Anstieg der Körpertemperatur unter Belastung (sog. Hyperthermie).Dies führt unter anderem zu einem erhöhten Blutfluss, welcher zur Kühlung des Körpers notwendig ist und der mit einer Herzfrequenzerhöhung einhergeht. Der damit verbundene Herzfrequenzanstieg kann, bezogen auf eine Belastung um ein bis zwei Stunden, bei 5-10% liegen. Neben äußeren Faktoren wie Hitze ist unter anderem auch die Erhöhung der Körpertemperatur ein Grund für den Flüssigkeitsverlust unter Belastung (sog. Dehydrierung). Hierdurch bedingt, kann es zu einem Abfall des Schlagvolumens des Herzens kommen. Dies muss durch eine Erhöhung der Herzfrequenz ausgeglichen werden.

Eine weitere Begründung für den HF-Anstieg ist die Abnahme der Muskeleffizienz, insbesondere bei längeren Belastungen. Hier findet sich auch eine deutliche Abhängigkeit zur Leistungsfähigkeit. Bei gut Trainierten fällt der Anstieg geringer aus, schlecht Trainierte zeigen einen deutlicheren Anstieg.

10 Prozent Zunahme ist normal

Da alle oben aufgeführten Mechanismen von individuellen Voraussetzungen abhängen, kann das Ausmaß des Herzfrequenzanstiegs nicht genau berechnet werde, eine entsprechende allgemeingültige Formel existiert nicht. Eine Linearität des Anstiegs liegt ebenfalls nicht vor. Es kommt vielmehr zu Beginn der Belastung, in der Regel über die ersten fünf bis 15 Minuten zu einem raschen, fast linearen Anstieg, welcher sich dann aber deutlich abflacht und asymptotisch der maximalen Frequenz am Ende der Belastung annähert. In Abhängigkeit von individuellen Voraussetzungen, Laufvorgaben und äußeren Bedingungen kann die Zunahme der Herzfrequenz bei konstanter Leistung aber bis zu 10%, in Einzelfällen sogar noch mehr betragen.

Was tun bei größeren Sprüngen?

Sind die Veränderungen der Herzfrequenz bei konstanter Belastung noch größer (zum Beispiel von 154 Schlägen auf fast 200 Schläge), ist eine Herzfehlfunktion nicht ausgeschlossen. Sportmediziner Andreas Niess sagt: "Ein hoher Pulsanstieg kann die Folge einer Herzrhythmusstörung sein, am ehesten einer vom Vorhof ausgehenden Tachykardie. Diese muss sich bei Herzfrequenzen um 200/min nicht unbedingt in Symptomen äußern und könnte auch erklä­ren, dass man sich trotz des hohen Pulses nicht sonderlich belastet fühlt."

Beobachten Sie solche Pulsveränderungen bei sich, sollten Sie sich einem Belastungs-EKG auf dem Laufband unterziehen. Dort sollten Sie dann auch bis zu den entsprechenden Pulswerten belastet werden. "Dabei könnte man zum einen Hinweise auf das Auftreten einer Rhythmusstörung finden und zum anderen aber auch klä­ren, wie hoch die maximale Herzfrequenz in Ihrem individuellen Falle liegt", fasst Niess zusammen.
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23.05.2018
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