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Michael Fleischhauer Spurensuche mit den Händen

Seit Jahrzehnten behandelt der Orthopäde und Osteopath Michael Fleischhauer Menschen mit orthopädischen Beschwerden.

Osteopath Michael Fleischhauer +
Foto: Privat

Guter Zuhörer: „Der Körper gibt das Heilungssignal – man muss es nur hören“, so Michael Fleischhauer.

"Ich habe von Anfang an mit den Händen gearbeitet“, sagt Michael Fleischhauer. Sein erster Beruf war Physiotherapeut, es folgten Medizinstudium und Ausbildung zum Orthopäden und Osteopathen. Vor Kurzem hat er seine langjährige Stellung als leitender Oberarzt der Orthopädie in der Rehaklinik Damp aufgegeben, um sich ganz der eigenen Praxis zu widmen. Bereut hat er den Schritt nicht, denn die Nachfrage in der Praxis, die er vor sieben Jahren zusammen mit seiner Frau eröffnet hat, ist mittlerweile so groß, dass er kaum noch genug Zeit für sein Hobby Laufen findet. Wie in der Rehaklinik behandelt er jetzt vor allem Menschen mit chronischem Rückenleiden, aber auch viele Freizeitsportler – meistens Läufer.

„Läufer haben häufig Beschwerden an den unteren Extremitäten. Viele klagen zum Beispiel über Probleme mit den Wadenmuskeln oder an den Fersen. Meine Erfahrung ist, dass eine Behandlung an der Stelle, wo die Schmerzen empfunden werden, oft keinen Sinn macht“ sagt Fleischhauer. Ergänzend zum schulmedizinischen Vorgehen versucht der Osteopath herauszufinden, wo die funktionelle Ursache liegt. Bei Läufern spiele dabei häufig das Becken eine Schlüsselrolle. So könne beispielsweise eine Beckenverwringung nach scheinbar banalen Verletzungen oder bei funktionellen Störungen des Darmtrakts entstehen. Dies führe zu muskulären Dysbalancen und Spannungserhöhungen der Muskeln, die bis hinunter zum Fuß ziehen und sich dort in Form von Schmerzen bemerkbar machen – behandelt werden muss aber das Becken beziehungsweise die zugrunde liegende Störung.

Im Gegensatz zum Nichtsportler, bei dem er solche funktionellen Störungen eher auf Bewegungsmangel zurückführt, sieht Fleischhauer die Ursachen bei Läufern in einer zu einseitigen Belastung. Und wie behandelt er dann? „Natürlich mit den Händen!“ Zunächst würde er einen umfangreichen Tastbefund erheben. Dadurch seien Störungen im Zusammenspiel der Gewebe festzustellen, wobei feinste Signale von Bedeutung sind. „Dieses empathische Empfinden ist immer wieder faszinierend und zeichnet für mich das Osteopath-Sein aus. Der Körper des Patienten gibt das Heilungssignal – man muss es nur hören“, so Fleischhauer. Allein mit seinen Händen beseitige er erst die festgestellte Dysfunktion, um danach die Elastizität wiederherzustellen. Um ein natürliches und ausgewogenes Spannungsverhältnis der Gewebe zu erreichen, helfe vor allem ein sogenanntes propriozeptives Training, etwa mittels Koordinations- und Balanceübungen für die Beckenmuskeln, die zu Verkürzungen neigen. Fleischhauer: „Den Körper elastisch zu halten ist die beste Prophylaxe für einen auf Dauer einwandfrei funktionierenden Bewegungsapparat.“

Text: Wolfgang Schillings
30.06.2010
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