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Thomas Grossmann Von der Kunst, 120 Gelenke zu justieren

Chiropraktiker Thomas Grossmann praktiziert eine der beliebtesten Behandlungsmethoden unter Sportlern.

Wer zu mir kommt, soll sich nicht als Kranker fühlen“, erklärt Thomas Grossmann sein Praxiskonzept. Er empfängt seine Patienten in einer geräumigen, stilvoll ausgestatten Altbauwohnung, in der Warte- und Behandlungsbereich ineinander übergehen. „Nicht jeder mag das auf Anhieb“, gibt er zu – aber es passt zum ganzheitlichen Ansatz der Chiropraktik, die in den letzten Jahren bei Leistungssportlern enorm an Zuspruch gewonnen hat. Grossmann, der unter seinen Patienten zu einem Drittel Sportler zählt und selbst leidenschaftlicher Kitesurfer ist, wendet die amerikanische Chiropraktik an, die sich besonders der spezifischen Ursachenforschung widmet: „Ein Hallux Valgus oder Nackenschmerzen können ihren Auslöser im Beckenbereich haben.“ Das Hauptaugenmerk der Chiropraktik gilt der uneingeschränkten Beweglichkeit der 24 Wirbel und rund 120 Gelenke an der Wirbelsäule.

Wenn ein Wirbel sich verlagert, an Bewegungsspiel einbüsst und so einen Nerv irritiert, spricht der Fachmann von einer „Subluxation“. Oft versucht der Körper, solche Dysbalancen an einer anderen Stelle auszugleichen. Deshalb entstehen Schmerzen nicht immer da, wo ihre Ursache liegt.

Für Läufer sind die beiden Kreuz-Darmbein-Gelenke besonders kritisch – also die Verbindung von Rückgrat und Beinen. „Sie sind bei jedem Schritt im Höchstmaß beansprucht, weil sie nicht nur an der Koordination der Beinbewegung beteiligt sind, sondern auch sehr viel Körpergewicht tragen“, sagt Grossmann. „Wenn hier etwas nicht funktioniert, wird darüber und darunter das Buch der 1000 Symptome geschrieben.“ Der Ischias kann betroffen sein, durch die Dysbalance können sich aber zum Beispiel auch Knieschmerzen, Knochenhautentzündungen oder scheinbare Beinlängendifferenzen ergeben.

Um die genaue Ursache zu finden, führt Grossmann mit seinen Patienten Funktionstests durch, die Dehnübungen nicht unähnlich sind. Wenn ihn das nicht auf die richtige Fährte führt, hilft ihm ein Röntgenbild. Die Behandlung besteht dann darin, die fixierten Gelenke durch geeignete Impulse zu öffnen und in ihre Normalstellung zurückzuführen („justieren“). Das kann ein paar Sitzungen dauern, führt aber oft schon sehr schnell zu einer Schmerzlinderung. Grossmann kennt aber auch die Grenzen seiner Behandlungsmethoden: „Bei degenerativen Krankheiten wie Arthrose oder bei akuten Entzündungen kann die Chiropraktik zwar die Ursache klären – aber der Orthopäde dem Patienten manchmal schneller helfen.“

Text: Frank Hofmann
30.06.2010
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