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Gaby Bußmann Was Läufer von Pinguinen lernen können

Die Sportpsychologin Gaby Bußmann hilft Sportlern, optimal eingestellt in den Wettkampf zu gehen.

Gaby Bußmanns Patienten liegen nicht auf der Couch. Stattdessen begleitet die Sportpsychologin ihre Athleten oft zu Training und Wettkampf. Von ihrem Büro im Olympiastützpunkt Dortmund schaut man direkt aufs Westfalenstadion. „Fußball ist aber eher nicht mein Sport“, sagt die Leichtathletin. Anfang der Achtziger zählte Bußmann zu den schnellsten 400-Meter-Läuferinnen der Welt. Ihre Bestzeit von 49,75 Sekunden, aufgestellt bei der WM 1983 in Helsinki, gehört noch heute zu den 100 besten je gelaufenen 400-Meter-Zeiten. Während ihrer Leistungssportkarriere schloss sie ihr Psychologiestudium ab, die Sportpsychologie faszinierte sie. Sie schrieb die Diplomarbeit in diesem damals noch exotischen Bereich und promovierte auch in Sportpsychologie. Seitdem arbeitet sie freiberuflich und bietet am Olympiastützpunkt Dortmund sportpsychologische Beratung an.

Zumeist betreut die schlanke Frau mit den Lachfältchen um den blauen Augen zwar Leistungssportler, doch auch Breitensportler, die sich im mentalen Bereich optimieren wollen, kommen zu ihr. „So groß sind die Unterschiede nicht“, erklärt Gaby Bußmann ihre Vorgehensweise. Während beim Wettkampf der Vergleich mit anderen im Vordergrund steht, fragt sie ihre Athleten: „Wie hast du dich weiterentwickelt?“ Schon mit wenigen Sitzungen könne man viel bewirken, die Sportler arbeiten nach vier, fünf Kontakten relativ selbstständig.

Nach einem Erstgespräch und einer Problemanalyse, zum Beispiel der vorigen Saison oder der letzten Rennen, und eventuell einer Diagnostik definiert Bußmann mit dem Sportler seine Ziele. Sie legt viel Wert darauf, alles schriftlich festzuhalten, damit der Sportler später allein weiterarbeiten kann. Für jeden Athleten legt sie eine Mappe an, mit Diagrammen und Netzen zu seiner Leistungsentwicklung in verschiedenen Bereichen, mit seinen Zielen, die an seine Stärken gekoppelt werden, und mit Übungen, die wie die normalen Trainingseinheiten regelmäßig durchgeführt werden müssen.

Das können Muskelentspannungs- und Atemübungen sein oder die Einübung eines inneren Dialogs, also von Leitsätzen, die man sich während des Rennens aufsagt. Man kann auch mit Krafttieren arbeiten. Einmal wählte eine Läuferin einen Pinguin als Ausdauersymbol – was auf den ersten Blick kurios erscheint, machte für die Sportlerin Sinn, weil sie von der Kraft und Ausdauer, die Pinguine zum Überleben brauchen, fasziniert war. Als Tipp gegen Stresssituationen vorm Wettkampf empfiehlt Gaby Bußmann gute Logistik: Wo finde ich alles? Wann mache ich was? Dazu ein laminiertes Kärtchen: vorn ein Foto eines guten Rennens, hinten Leitsätze und Stärken.

Text: Britta Heinemann
30.06.2010
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