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Nur ein kleiner Fehltritt? Wie Sie sich vor Umknicken schützen können

Umknicken ist im Laufsport die häufigste Ursache von Verletzungen - und die am meisten Unterschätzte.

Umknicken +
Foto: Marcos Chin

Jan Fitschen erinnert sich noch genau, wie es passierte: „Das letzte Mal, dass ich so richtig heftig umgeknickt bin, war Ende 2007 im Trainingslager im kenianischen Iten. Nach fünf Minuten ließ der Schmerz nach, und ich dachte, damit wäre das Problem erledigt.“ Das war es aber nicht, denn schon nach zwei Tagen kamen die Schmerzen im Fuß zurück und hielten sich hartnäckig. Wie Zehntausende Hobbyläufer ist auch der Europameister von 2006 über 10 000 Meter schon häufiger umgeknickt. Und gerade in der Häufigkeit besteht das Problem.

Im Gegensatz zum joggenden Fußvolk genießen Spitzenathleten wie Jan Fitschen eine optimale medizinische Versorgung – schmerzhafte Fehltritte sind deshalb aber nicht weniger gefährlich. „Umknicken ist die häufigste Verletzung im Laufsport und wird vom Sportler leider viel zu oft bagatellisiert“, sagt Professor Gert-Peter Brüggemann, Leiter des Instituts für Biomechanik und Orthopädie an der Sporthochschule Köln. Er unterscheidet zwei Grundarten von Instabilität, die zum Umknicken führen, die morphologische und die funktionelle. Die morphologische Instabilität entsteht zum Beispiel durch Vorverletzungen des Bandapparats oder der Knorpel im Fußgelenk. „Eben weil das Risiko der Wiederverletzung so hoch ist, müssen Umknickverletzungen so ernst genommen werden“, ergänzt Brüggemann und verweist auf entsprechende wissenschaftliche Studien.
Wie groß ist mein Umknick-Risiko?
Es gibt ein simples Verfahren, um die Gefahr des Umknickens abzuschätzen: den Gleichgewichtstest auf einem Bein: Stellen Sie sich jeweils für zehn Sekunden mit geschlossenen Augen erst auf das linke und dann auf das rechte Bein, ohne dass der unbelastete Fuß das Standbein berührt. Wenn Sie es nicht schaffen, die Balance über den angegebenen Zeitraum zu halten, ist Ihr Risiko im Vergleich zu denjenigen, die den Test bestehen, um das 2,5-Fache erhöht.
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Autor: Klaus Dahlbeck 15.04.2010
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