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Was ist gesünder? Laufen oder Radfahren?

Was ist eigentlich gesünder, Radfahren oder Laufen? Eine Läuferzeitschrift kommt doch sicherlich zu dem Ergebnis, dass es das Laufen ist, oder?

Radfahren wird vielseitig genutzt: Entweder um sich sportlich zu betätigen oder auch um einfach nur von A nach B zu kommen, ohne andere Verkehrsmittel zu nutzen. Läufer hingegen schnüren ihre Laufschuhe normalerweise nur, wenn sie bewusst trainieren und sich sportlich auspowern möchten.

Ist Fahrradfahren oder Laufen anstrengender?

Wie anstrengend eine Belastungseinheit ist hängt ganz davon ab, wie hoch deren Intensität ist. So kann langsames Laufen deutlich entspannter als schnelles Radfahren sein – oder andersrum. Im Allgemeinen geht man aber davon aus, dass das Joggen anstrengender ist. Grund dafür ist, dass beim Laufen nicht nur die Bein- und Gesäßmuskulatur aktiv ist sondern auch der Oberkörper mit beansprucht wird. Beim Radfahren sind es hauptsächlich die Muskeln von der Hüfte abwärts, die gebraucht werden. Da beim Laufen also mehr Muskeln mit Sauerstoff versorgt werden müssen, muss das Herz schneller schlagen, wodurch es für den Körper auf Dauer anstrengender wird und der Körper rascher ermüdet.

Wo verbrennt man am meisten Kalorien?

Laufen hat den Vorteil, dass es durch die Beanspruchung vieler Muskelgruppen einen relativ hohen Kalorienverbrauch pro Zeiteinheit verursacht. Dennoch ist der individuelle Kalorienverbrauch vor allem von Geschlecht, Alter und Gewicht abhängig. Zudem kommt es auf den Streckenverlauf und die Geschwindigkeit an: Bei Gegenwind und vielen Höhenmetern werden mehr Kalorien verbraucht als auf Geraden oder Bergabpassagen – sowohl beim Laufen als auch beim Radfahren. Man sagt, dass man für denselben Kalorienverbrauch wie bei einem 60 minütigen Lauftraining etwa 80 Minuten auf dem Fahrrad in Bewegung sein muss. Bei eng bemessener Freizeit lässt sich also der Verbrauch einer hohen Kalorienzahl am ehesten durch Laufen realisieren. Eine Möglichkeit nicht auf das Radfahren zu verzichten ist, den Arbeitsweg mit dem Fahrrad zu absolvieren. So baut man das zeitintensive Training einfach in den Tagesablauf ein und ermöglicht sich somit auch an Tagen mit wenig Freizeit sportlich aktiv zu sein.

Was ist besser für den Körper: Laufen oder Radfahren?

Laufen ist in Sachen Herz-Kreislauf-Training die Nummer 1 unter den Ausdauersportarten. Dennoch hat auch das Radfahren eine positive Auswirkung auf das Herz-Kreislauf-System, abhängig davon in welchem Pulsbereich Sie trainieren. Bei beiden Sportarten wird vor allem die Bein- und Gesäßmuskulatur beansprucht. Deswegen empfiehlt es sich, egal bei welcher der beiden Sportarten, regelmäßig Kräftigungsübungen für den Oberkörper und die Bauchmuskulatur durchzuführen.

Läufer belasten durch die Stoßbelastung vor allem die Knie, die Füße und die Hüfte. Bei einer sauberen Technik, einem unversehrten Körper und einem durchschnittlichen Gewicht ist das sowohl für die Gelenke als auch das Herz-Kreislauf-System kein Problem. Haben Sie jedoch etwas mehr auf den Rippen oder sind von Schmerzen in den Knien geplagt, empfehlen wir das Radfahren. Nachdem Sie dabei ein paar Extrapfunde abstrampelt haben können Sie ohne Probleme zum Laufen übergehen.

Besonders bei Knieschmerzen eignet sich das Radfahren, da die Gelenkbelastung geringer ist. So können Betroffene schmerzfrei und orthopädisch sinnvoll trainieren und zudem die Muskeln rund um das Kniegelenk stärken. Das Radfahren stellt also eine gute Möglichkeit dar um die Beine und die Ausdauer zu trainieren und dabei die Gelenke zu schonen. Leiden Sie an bestimmten Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sollten Sie eher das Laufen oder Walking in Betracht ziehen, da höheren Radbelastungen wie das Fahren am Berg mit einem stärkeren Krafteinsatz und damit auch einem höheren Blutdruckanstieg verbunden sind.

Als Anfänger eignet sich das Radfahren

Wenn Sie Neueinsteiger in Sachen Ausdauertraining sind empfiehlt es sich mit dem Radfahren anzufangen. Denn bei schlechter Kondition sind Radfahren oder Walking oft das günstigere bzw. schonendere Trainingsmittel, um erste Anpassungen der Ausdauerfähigkeit ohne größere Frustration auszulösen. Sobald Sie ihre Ausdauer verbessert haben spricht nichts dagegen, mit dem Laufen zu beginnen. Natürlich können Sie auch direkt mit dem Laufen anfangen, allerdings überfordern sich die meisten Läufer bei ihrem Laufeinstieg, weshalb die Motivation schnell nachlässt und die Frustration überwiegt.

In Sachen Ausrüstung gewinnt das Laufen

Laufen hat den Vorteil, man kann es immer und überall nach Lust und Laune praktizieren. Einzig ein paar passende Laufschuhe und wetterangemessene Kleidung werden benötigt. Ist das vorhanden steht dem Laufspaß nichts mehr im Wege. Beim Radfahren sieht die Sache etwas anders aus: Um überhaupt starten zu können wird ein Fahrrad benötigt – und das kann ganz schön teuer werden. Zudem benötigen Sie auch hier angemessene Kleidung, Schuhe und zu Ihrem Schutz noch einen Helm.

Fazit

Egal ob Laufen oder Radfahren: Beide Sportarten haben einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System und verbessern die Ausdauerfähigkeit. Beim Laufen sind mehr Muskeln aktiv, weshalb mehr Kalorien verbrannt werden. Allerdings hängt der Kalorienverbrauch auch von der Art und der Intensität der Belastung ab. Bei Läufern muss der Körper mehr Muskeln mit Sauerstoff versorgen, wodurch es auf Dauer anstrengender wird und es schneller zur Ermüdung kommt.

Leiden Sie an Übergewicht oder Gelenkserkrankungen wie Arthrosen birgt wiederum das Radfahren gewisse Vorteile, entlastet es doch den beim Laufen eher beanspruchten Bewegungsapparat. Auch Neueinsteigern wird geraten, zuerst etwas Fahrrad zu fahren bevor sie mit dem Laufen beginnen, da es das schonendere Trainingsmittel im Hinblick auf die Anpassung der Ausdauerfähigkeit darstellt ohne dabei Frustration auszulösen. Laufeinsteiger überfordern sich meist bei ihren ersten Läufen, weshalb sie den Spaß verlieren und gar nicht mehr laufen gehen. Kostentechnisch gesehen ist das Radfahren deutlich teurer als das Laufen. Das liegt vor allem an der Anschaffung des Rades, das im Normalfall deutlich teurer als ein paar Laufschuhe ist.

Wie Sie sehen, spielen individuelle Gesichtspunkte bei der Wahl der bevorzugten Ausdauersportart eine ganz wichtige Rolle, wobei natürlich auch dem Aspekt, welche Bewegungsform am meisten Spaß macht, Rechnung getragen werden muss und nicht zuletzt auch ein gewisses Maß an Abwechslung geboten sein soll.

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