Liebe Katja, Menschen mit niedrigem Blutdruck (Hypotonie) müssen keine Beschwerden haben. Wenn Symptome auftreten, sind es meist Müdigkeit oder Schwindel. Im Gegensatz zur Hypertonie, also erhöhtem Blutdruck, ist Hypotonie in den meisten Fällen nicht auf Dauer schädlich. Trotzdem können die Symptome die Lebensqualität beeinträchtigen.
Während Sport als Therapie bei Hypertonie längst nachgewiesen ist, fehlen Studien zu den Auswirkungen bei Hypotonie. Es gibt aber gute Erklärungsansätze, warum Laufen helfen kann: Regelmäßiges Ausdauertraining führt zu einer Steigerung des Herzzeitvolumens und verbessert damit die Fähigkeit des Körpers, Blut durch den Kreislauf zu pumpen. Eine starke Muskulatur in Rumpf und Beinen hilft beim Zurückpumpen des Blutes zum Herzen.
Zudem werden nicht nur die Muskeln und das Herz trainiert, auch unsere Gefäße lernen, durch körperliche Aktivität ihren Widerstand besser aufrechtzuerhalten. Das vegetative Nervensystem kann durch Sport ebenfalls beeinflusst werden. Er fördert die sympathische Aktivität, was besonders bei Hypotonikern hilfreich sein kann, da diese oft eine dominante parasympathische Aktivität haben. Hormone, die beim Sport ausgeschüttet werden, wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol wirken zusätzlich regulatorisch auf den Blutdruck und können zu einer verbesserten Regulation des Kreislaufsystems beitragen.
Hier ein paar Tricks, wie du einen Blutdruckabfall verhindern kannst:
✅ Bleib nach dem Laufen nicht sofort stehen, sondern geh ein Stück aus.
✅ Meide schnelle Positionswechsel, etwa aus dem Liegen zum Stehen.
✅ Meide große Mahlzeiten und iss lieber mehrmals kleine Portionen.
✅ Meide Alkohol.
✅ Falls du längere Phasen mit Stehen überwinden musst, kannst du üben, die Muskelpumpe in deinen Beinen zu aktivieren, indem du die Beine bewusst anspannst.

Deborah „Debbie“ Schöneborn ist eine der schnellsten deutschen Marathonläuferinnen (Bestzeit: 2:24:54 Stunden) und hat an der Berliner Charité Medizin studiert. In unserer Kolumne beantwortet sie eure Fragen zu Gesundheit, Training und Ernährung.
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