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Joe Nimble

Irrt die Technik oder die Evolution?

Das Verletzungsrisiko läuft immer mit. Nachdem die Barfußrevolution abgeebbt ist, versucht die Marke Joe Nimble der natürlichen Fussform in ihren Schuhen den nötigen Raum zu geben und so das Beste aus zwei Welten zusammenzuführen.

Joe Nimble - Irrt die Technik oder die Evolution? +
Foto: Norbert Wilhelmi

Ein guter Laufschuh soll vollkommen flach sein und viel Zehen-Spielraum bieten, so die Experten von Joe Nimble, Mick Wilkinson, Sebastian Bär, Lee Saxby.

Ist der moderne Laufschuh nun die Lösung oder Teil der Verletzungsproblematik bei Läufern? Kontrolle dank Unterstützungstechnologien im Bereich Pronation und Dämpfung im Laufschuh ist für die einen das Mittel, um Belastung auf den Körper zu verringern und damit Schmerzen vorzubeugen. Romantiker sehen dagegen den Menschen barfuß bereits optimal für seine Fähigkeit als Langstreckenläufer gerüstet und den Schuh als eigentlichen Auslöser von Verletzungen. Die Experten der Marke Joe Nimble liegen mit ihrer Philosophie des perfekten Laufschuhs irgendwo dazwischen.

Ein Mensch, der sein Leben lang Schuhe getragen hat, ist nicht mehr optimal für das schnelle Laufen ausgerüstet. Der Fuß hat seine Form und Statik den Schuhen angepasst und wichtige Fähigkeiten sind verlorengegangen. Natürlich werden sich weniger erfahrene Läufer, die sich der Barfußlaufrevolution anschließen, früher oder später verletzen. Verletzungsfreies Barfußlaufen bedingt eine federnde Vorfußtechnik und in Abhängigkeit vom Untergrund braucht es Schutz für die Fußsohle, sonst wird es schmerzhaft.

Nach der Philosophie von Joe Nimble sind aber ein paar Prinzipien beim Laufschuh, in ihrer Definition als nützliches Tool für den Läufer, unabdingbar: die Sohlenkonstruktion muss vollkommen flach in allen Dimensionen sein und die Zehen brauchen maximalen Spielraum. Nur ein flacher Schuh bietet die Chance auf die Veränderung vom Fersen- zum Vorfußläufer. Das Volumen für die Zehen und den Vorfuß soll dem Stützapparat genügend Raum geben, um sich wieder natürlich zu entfalten.

Nimble-Chef Sebastian Bär warnt aber vor einem unmittelbaren Wechsel. Damit sich der Fuß an die neue Situation gewöhnen kann, muss der Schuh erst eine geraume Zeit im Alltag getragen werden. Nur so können sich die Zehen wieder in der natürlichen Position etablieren und so die nötige Stützfunktion übernehmen. Dann ist der Nimble Laufschuh laut Mobilty Trainer Lee Saxby allerdings das perfekte Werkzeug: Ein Schuh der dem Läufer die Möglichkeit gibt, sich auf seine evolutionären Fähigkeiten zu verlassen und seine ursprünglichen motorischen Anlagen wiederherzustellen. Unterstützt wurde dieser Ansatz durch die Präsentation von Dr. Mick Wilkinson. Der Sportwissenschaftler von der Northumbria-Universität in Newcastle hat sich viel mit den biomechanischen Aspekten des Laufens beschäftigt, auch er betont, dass Schuhe den natürlichen Bewegungsablauf verbessern können - aber auch verschlechtern. Für das kunstvolle Gebilde des Fußes brauche es entsprechend hochwertige Lösungen, so Wilkinson, "jedes Meisterwerk verdient einen perfekten Rahmen."
Foto: iStockphoto.com / Vernon Wiley (oben)
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