AMRAP-Workout für Läufer: Die besten Übungen und Tipps

Übungen, Trainingsplan und typische Fehler
AMRAP-Workout für Läuferinnen und Läufer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.11.2025
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AMRAP-Workout
Foto: Getty Images

Ich kenne es selbst: Beim Krafttraining mache ich allzu gerne nur meine Lieblingsübungen in der immer gleichen Intensität – Menschen sind eben Gewohnheitstiere. Trainingsformen wie das AMRAP-Workout können frischen Wind in erstarrte Routinen bringen und Leistungssprünge bewirken. AMRAP steht für „As Many Reps or Rounds As Possible“, zu Deutsch „So viele Wiederholungen oder Runden wie möglich“. Ähnlich wie beim HIIT-Training geht es in einem überschaubaren Zeitraum ans Eingemachte. Als Spielart des Metcon-Konzepts konzentriert sich AMRAP aber noch stärker auf die Optimierung der Energiebereitstellung im Körper. Dabei kommt es aber auf die richtige Dosierung an, damit du dich nicht überforderst.

Was ist ein AMRAP-Workout?

AMRAP ist ein hochintensives Training, bei dem du in vergleichsweise kurzer Zeit Übungen für Kraft und Ausdauer ohne Pause absolvierst. Dabei hast du grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Du kannst in Zeit X entweder

  • so viele Wiederholungen der Übungen wie möglich durchführen
  • oder so viele Runden mit fester Wiederholungszahl pro Übung.

Ob du dabei mit dem eigenen Körpergewicht, an Geräten oder mit freien Gewichten arbeitest, bleibt dir überlassen. Auch Equipment wie Liegestützgriffe, Gymnastikbälle oder Fitnessbänder kannst du nach Belieben in ein AMRAP-Workout einbauen. Der Widerstand bzw. das Gewicht ist ebenfalls flexibel.

Entscheidend bei AMRAP ist, dass du im festgelegten Zeitraum konstant durchziehst und dich zwischen den Übungen höchstens ganz kurz ausruhst. Der Timer läuft stets durch und jede Pause „kostet“ Wiederholungen bzw. Runden. Das unterscheidet die Methode von anderen Spielarten des HIIT-Trainings wie Tabata-Intervallen oder EMOM (Every Minute on the Minute) bei denen feste Pausenzeiten vorgegeben sind.

Die Vorteile: Warum Läufer AMRAP-Workouts nutzen sollten

Der Tag hat nur 24 Stunden – und wer viel läuft, hat in der Regel keine Zeit für stundenlanges Kraft- oder Hybrid-Training. Für ein AMRAP-Training genügen schon 15 bis 20 Minuten: Das lässt sich gut in einen vollgepackten Alltag integrieren. Außerdem ist das Workout sehr einfach angelegt: Du musst nicht lange über optimale Wiederholungszahlen und Pausenzeiten nachdenken, sondern kannst direkt loslegen. Das klare Ziel, möglichst viele Reps oder Rounds zu schaffen, ist motivationsfördernd und zeigt unmittelbar deine Leistungsfortschritte.

Speziell für Läuferinnen und Läufer ist die Kombination aus Kraft- und Ausdauerreizen ideal. Durch die kurzen, intensiven Belastungen trainierst du mit einem AMRAP-Workout effektiv sowohl dein Herz-Kreislauf-System als auch die Muskulatur:

  • Deine VO₂max verbessert sich einer Studie zufolge durch ein regelmäßiges AMRAP-Workout. Die Untersuchung wurde allerdings nicht mit Läufern durchgeführt.
  • Durch die schnelle Ausführung der Übungen sprichst du mit AMRAP die schnellen Muskelfasern an – du kannst entsprechend schneller laufen.
  • Übungen wie Ausfallschritte, Kniebeugen oder Burpees verbessern gezielt deine Laufkraft. Das sorgt für einen dynamischeren, ökonomischeren Laufstil und reduziert das Verletzungsrisiko.
  • Bauch- und Rückenübungen wie Crunches oder der Superman trainieren die Rumpfmuskulatur, die für eine stabile Mitte und eine gute Lauftechnik entscheidend ist.
  • Nicht zuletzt stärkt AMRAP durch den Kampf gegen die Uhr deine mentale Stärke. Durch den Zeitdruck bleibst du fokussiert bei der Sache und trainierst Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin – Qualitäten, die du in Laufwettkämpfen und bei herausfordernden Trainingseinheiten gut gebrauchen kannst.

So gestaltest du dein AMRAP-Workout als Läufer

Du kannst ein AMRAP-Workout als Zirkeltraining für den ganzen Körper anlegen oder als Split-Training, bei dem du dich tageweise wechselnd auf bestimmte Muskelgruppen konzentrierst. Ein Ganzkörper-AMRAP ist in der Wettkampfsaison oft die bessere Wahl: Du kannst damit zeiteffizient ein solides Erhaltungstraining durchführen. Im Winter, wenn du das Lauftraining runterfährst, kannst du dich mit Split-Training verstärkt um bestimmte Regionen kümmern und beispielsweise an einem Tag intensiv Schultern und Arme trainieren und an einem anderen die Beine. Als Maximalkrafttraining ist ein AMRAP-Workout aber nicht so gut geeignet: Ist Hypertrophie dein Ziel, sind hohe Gewichte und wenige Wiederholungen besser.

Um ein laufspezifisches AMRAP-Workout aufzusetzen, gehst du am besten wie folgt vor:

  1. Ziel festlegen: Entscheide zuerst, ob es dir primär um Kraftausdauer, Kraft oder Explosivität geht. Das bestimmt Dauer, Übungsauswahl und Wiederholungsbereiche.
  2. Übungszeit definieren: Für ein Kraftausdauertraining ist ein AMRAP-Workout von 20 bis 30 Minuten ideal, für Kraft und Explosivität genügen durch die höhere Intensität 10 bis 20 Minuten.
  3. Format bestimmen: Willst du ein Ganzkörper-Zirkeltraining oder ein Split-AMRAP durchführen?
  4. Übungen definieren: Hier ist alles möglich, von Bankdrücken bis zu Fußstabilitätsübungen. So lässt sich ein Programm zusammenstellen, mit dem du gezielt deine Schwachstellen bearbeitest.
  5. Wiederholungen und Gewicht: Widerstand auswählen: Für Kraftaufbau sind maximal 6 Wiederholungen mit hohem Gewicht pro Runde ideal, für Kraftausdauer 15 oder mehr Wiederholungen mit moderatem bis leichtem Gewicht.
  6. Anzahl und Abfolge der Übungen festlegen: In ein kurzes AMRAP-Workout von maximal 15 Minuten solltest du nicht mehr als 6 Übungen integrieren, in ein längeres höchstens 8. Wechsele zwischen den Muskelgruppen, sodass du nicht zweimal hintereinander etwa die Beine belastest.

Mit dieser Schritt-für-Schritt-Vorgehensweise erarbeitest du dir deinen persönlichen AMRAP-Trainingsplan. Willst du beispielsweise in der anstrengenden Wettkampfsaison ein moderates, rein erhaltendes Ganzkörper-Workout und in der Saisonpause ein Split-Training ausführen, kann dies wie folgt aussehen:

Die besten AMRAP-Übungen für Läufer

Es gibt Hunderte von Kraftübungen, aber welche eignen sich für ein AMRAP-Workout? Wir haben 5 Übungen herausgegriffen, aus denen du besonders viel Nutzen fürs Laufen ziehen kannst.

1

Erhöhte Ausfallschritte

2

Einbeiniges rumänisches Kreuzheben

3

Hüftheben

4

Beinbeuger-Curls

5

Unterarmstütz

So integrierst du AMRAP clever in dein Training

Möchtest du hochintensive AMRAP-Workouts mit Laufen kombinieren, ist eine kluge Planung wichtig – sonst droht Überlastung. Gerade Läuferinnen und Läufer Ü50 sollten es nicht übertreiben: Ihre Muskulatur braucht einfach längere Regenerationszeiten. Aber auch Jüngere setzen AMRAP besser gut dosiert ein, idealerweise an Tagen mit leichten Laufeinheiten oder als separates Crosstraining. Tabu ist es an Tagen vor und nach Wettkämpfen oder harten Intervalltrainings, der Abstand sollte 48 bis 72 Stunden betragen.

In der Praxis sieht das so aus:

  • Baue in der Saison einmal pro Woche ein kurzes AMRAP-Workout von maximal 15 Minuten in deinen Wochenplan ein, etwa im Anschluss an einen lockeren Dauerlauf. Eine zweite Kräftigungseinheit könnte aus leichten Stabiübungen bestehen.
  • In der Off-Season kannst du zwei AMRAP-Einheiten nach Wahl durchführen, eines davon als Laufersatz.
  • Achte darauf, in den Erholungswochen auch das AMRAP-Training entsprechend zurückzufahren. Mache nur leichte Workouts oder ersetze sie durch konventionelles Kraft- oder Stabitraining.

Einer der größten Nachteile von AMRAP ist die Gefahr, dass du durch den Zeitdruck die Übungen nicht mehr sauber ausführst. Aus demselben Grund kann die Sicherheit leiden: In der Hektik ist schnell ein Fehltritt passiert. Mangelhafte Technik und Flüchtigkeitsfehler erhöhen die Verletzungsgefahr signifikant.

Unsere Checkliste hilft dir, diese und weitere Fettnäpfchen beim AMRAP-Training zu umschiffen:

✅Warm-up: mindestens 10 Minuten durch leichtes Joggen, dynamisches Dehnen und Mobilitätsübungen

✅Technik: neutrale Wirbelsäule, zentral ausgerichtete Knieachse, richtige Atmung (bei Entlastung einatmen, bei Belastung ausatmen)

✅Dokumentation: Runden- bzw. Wiederholungszahl für Erfolgskontrolle notieren

✅Progression: Dauer, Anzahl oder Gewicht langsam steigern, max. 10 % pro Woche

✅Entlastungswoche: alle zwei bis vier Wochen AMRAP-Training reduzieren

✅Bei Split-Training: AMRAP durch ein Hypertrophie-Training pro Woche ergänzen, wenn Kraftzuwachs das Ziel ist

✅Cool-down: Workout mit 5 Minuten Mobilität, Stretching oder Übungen mit der Faszienrolle beenden

FAQ zum AMRAP-Workout für Läufer

Fazit