Nachhaltige Laufbekleidung im Test

Laufen und Umwelt
Nachhaltige Laufbekleidung im Test

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 13.04.2026
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Foto: Redaktion

Unsere Sportbekleidung muss so einiges leisten: Sie soll nicht nur gut sitzen und aussehen, sondern auch atmungsaktiv, schnelltrocknend und ultraleicht sein - alles auf einmal, versteht sich. Leider bedeutet ein Plus an Funktionalität nicht selten auch ein Plus an Chemie. Schlichte Baumwolle kann unseren hohen Ansprüchen kaum gerecht werden: Stattdessen nutzen Hersteller synthetische Fasern, deren Eigenschaften ideal für Funktionskleidung und moderne Sportmode sind. Warum das ein Problem ist, und welche Laufmarken umweltfreundlichere Alternativen anbieten, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist nachhaltige Laufbekleidung?

Nachhaltige Laufbekleidung zeichnet sich dadurch aus, möglichst umweltfreundlich und ressourcenschonend hergestellt worden zu sein und eine lange Lebensdauer zu besitzen. Dazu gehören Materialien aus recycelten oder biobasierten Fasern, eine energie- und wassersparende Produktion sowie faire Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette. Ziel ist es, die Umweltbelastung durch Textilproduktion zu reduzieren, ohne auf Funktionalität wie Atmungsaktivität, Bewegungsfreiheit oder Feuchtigkeitsmanagement zu verzichten.

Das betrifft alle klassischen Teile der Laufgarderobe – vom Laufshirt über Tights und Shorts bis zur Jacke oder Laufhose. Nachhaltige Produkte sollen außerdem möglichst viele Trainingsjahre und Wäschen überstehen, um einen Neukauf hinauszuzögern. Dieser Ansatz orientiert sich am Prinzip der Slow Fashion: weniger kaufen, dafür langlebige und hochwertige Kleidung tragen.

Nachhaltige Laufbekleidung im Test

Zum Glück gibt es inzwischen einige Hersteller, die ihr Sortiment immer umweltfreundlicher gestalten und ihre CO₂-Bilanz reduzieren möchten. Dazu gehören große Marken wie Patagonia, aber auch andere Hersteller wie Ecoalf, Vidar Sport oder Devold setzen auf ressourcenschonende Produktionen. Es gibt sogar nachhaltige Marken, die sich auf Laufbekleidung spezialisiert haben: Mit Käufen bei Maloja oder Runamics können Läuferinnen und Läufer bewussten Konsum und funktionale Ansprüche verbinden.

🏆 Durchdachtes Nachhaltigkeitskonzept: Runamics – Das Hamburger Unternehmen punktet mit einem reduzierten Sortiment, kostenlosem Reparatur-Service und der Rücknahme aufgetragener Textilien.

🏆 Recycling-Profis: Ecoalf Indem die Marke konsequent Abfallmaterialien in hochwertige, funktionale Bekleidung verwandelt, setzt sie neue Maßstäbe für eine ressourcenschonende Produktion.

🏆 Allumfassend rücksichtsvoll: Patagonia Patagonia vereint langlebige Produkte, innovative Materialien und konsequentes Umweltengagement zu einem ganzheitlichen Ansatz, der weit über reine Produktnachhaltigkeit hinausgeht.

Runamics

„Laufen mit gutem Gefühl“ – so lautet das Motto des Hamburger Unternehmens Runamics, welches sich auf nachhaltige Laufbekleidung spezialisiert hat. Ihre Produkte basieren auf Naturfasern und intelligenten Materialien, anstelle von schädlicher Chemie und Mikroplastik. Statt schnell wechselnder Kollektionen steht hier ein reduziertes Sortiment im Mittelpunkt, das bewusst auf zeitloses Design und vielseitige Einsetzbarkeit setzt. Pluspunkt: Die Marke bietet einen kostenlosen Reparaturservice für ihre Produkte, sowie eine Rücknahme getragener Textilien an. Kreislaufwirtschaft steht hier im Fokus.

Zertifizierungen: Cradle to Cradle, bio-basierte Stoffe, mulesing-freie Merinowolle, Tencel Lyocell

Runamics Running Tight für Frauen

Redaktion

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Die Tights bestehen aus einem mitteldicken Gewebe mit sehr angenehmem, glattem Griff. An den Beinen sitzt sie eng, aber nicht komprimierend, am hohen Bund eher locker. Das ist einerseits angenehm, weil nichts auf den Bauch drückt, führt aber beim Laufen dazu, dass die Hose zum Herunterrutschen neigt. Es gibt ein innenliegendes Einstellband, um dies zu verhindern.

Für Handy und Schlüssel gibt es zwei Taschen. Ein kleines, geschlossenes „Beutelchen“ vorn am Hosenbund und eine größere Einschubtasche außen am Oberschenkel. Hier passt mühelos ein Handy hinein. Unsere Testerin würde die Hose „aufgrund ihrer Passform und Funktionalität für langsamere, mittellange Läufe empfehlen – weder für schnelle noch für lange Läufe“. Die Nähte sind zwar hochwertig und flach gearbeitet, reiben aber dennoch etwas auf der Haut. Sie verlaufen innen am Bein sowie in einem Bogen außen und zusätzlich übers Schienbein und den hinteren Oberschenkel.

Maloja

Besonders ist bei dieser Marke die enge Verbindung von Kreativität, Outdoor-Kultur und Nachhaltigkeit. Maloja verbindet funktionale Sportbekleidung mit einem starken gestalterischen Anspruch und einer klaren Haltung zur Nachhaltigkeit. Die Marke aus den Alpen legt großen Wert auf naturnahe Inspiration und eigenständiges Design, was sich in besonderen Prints, Farben und Schnitten widerspiegelt. Damit haben die Teile einen hohen Wiedererkennungswert. Viele Produkte werden verantwortungsvoll in Europa produziert. Kurze Lieferketten und transparente Prozesse spielen dabei eine zentrale Rolle. Ganz nach dem Motto: Mit gutem Gefühl in der Natur unterwegs sein.

Zertifizierungen: bluesign, Oeko-Tex Standard 100, Bio-Baumwolle, mulesing-freie Merinowolle

FjelletM. Jacke

Windjacken zum Laufen 2025
RUNNER'S WORLD

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Die Jacke ist ursprünglich designt für hochintensive Skitouren, aber auch beim Laufen macht sie eine gute Figur – und ist ein echter Hingucker. An trüben, grauen Wintertagen bringt sie mit ihrem floralen Muster etwas Farbe in dein Training. Die elastisch-leichte Hybridjacke schützt vor Kälte, Wind und Nässe, sorgt aber gleichzeitig für eine gute Luftzirkulation. Dadurch ist sie sehr atmungsaktiv, trotz wärmender Isolierung. Hergestellt aus dem elastischen Outer-Material „Moon Stretch“ mit 92 % Nylon bzw. Polyamid und 8 % Spandex, bietet sie Bewegungsfreiheit – ideal für aktivere Einsätze mit Oberkörperbewegung.

Funktionalität: 8/10

Tragekomfort: 8/10

Devold

Der norwegische Hersteller Devold ist besonders für hochwertige Merinowolle-Produkte bekannt. Wolle gilt als langlebiges, natürliches und biologisch abbaubares Material, das gleichzeitig hervorragende funktionale Eigenschaften für Sportbekleidung besitzt. Besonders ist der kontrollierte Produktionsprozess: Devold legt Wert darauf, die Wertschöpfungskette möglichst transparent zu gestalten – von der Rohwolle bis zum fertigen Produkt. Ein Großteil der Produktion findet in Europa statt. Im Gegensatz zu vielen anderen nachhaltigen Laufmarken basiert der Ansatz von Devold weniger auf Recycling, sondern auf der Nutzung eines nachwachsenden, natürlichen Rohstoffs. Damit positioniert sich die Marke als Alternative zu rein synthetischer Activewear

Zertifizierungen: RWS (Responsible Wool Standard), OEKO-TEX® Standard 100, ISO-zertifiziert

Devold Half Zip

Longsleeves
Redaktion

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Es ist weich und flauschig, zudem wärmt es besonders, weil das Material auf der Innenseite angeraut ist. Sehr positiv: „Der Stoff kratzt nicht und fängt auch nicht an, „nach Tier“ zu riechen, wenn man anfängt zu schwitzen“, urteilt unsere Testerin. Ebenso lobt sie die Daumenlöcher. Für Wetterverhältnisse, bei denen es für Handschuhe eigentlich noch zu warm ist, sind sie sehr praktisch. Die Ärmel des Shirts sind zusätzlich ausreichend lang, um sie großflächig über die Hände zu ziehen.

Durchaus praktisch ist die Reißverschlusstasche seitlich am unteren Bauchbereich. Die ist relativ groß, reicht aber nicht für ein großes Smartphone, und mit Mesh ausgekleidet. Für Taschentücher oder einen einzelnen Schlüssel ist die Tasche jedoch wunderbar.

Funktionalität: 7/10

Tragekomfort: 7/10

Patagonia

Patagonia gilt als eine der prägendsten Marken im Bereich nachhaltiger Outdoor- und Sportbekleidung und verfolgt einen besonders ganzheitlichen Ansatz. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Herstellung von Kleidung, sondern ein klares Ziel: Ressourcenverbrauch reduzieren und aktiv zum Umweltschutz beitragen. Die Marke setzt dabei auf langlebige Produkte, die bewusst für eine möglichst lange Nutzung entwickelt werden. Besonders ist das starke Engagement über das Produkt hinaus. Patagonia fördert Reparatur statt Neukauf, ruft zu bewussterem Konsum auf und unterstützt weltweit Umweltprojekte. Mit Initiativen wie „Worn Wear“ ermutigt die Marke dazu, Kleidung zu reparieren, weiterzugeben oder gebraucht zu kaufen. Damit steht Patagonia wie kaum eine andere Marke für eine Haltung, bei der Funktion, Umweltbewusstsein und Aktivismus eng miteinander verbunden sind.

Zertifizierungen: Bio-Baumwolle, recycelte Materialien, Fair Trade, bluesign, GOTS (Global Organic Textile Standard), Responsible Down Standard (RDS), OEKO-TEX® Standard 100

Men’s Strider Pro Shorts - 7"

Patagonia mens strider Short
Hersteller

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„Für mich ist dieses Patagonia-Modell die perfekte Shorts“, schrieb ein Tester. Der Grund: Die Hose kombiniert eine dezente Optik mit technischen Details. So verfügt sie über eine luftige Innen- und eine leichte Außenhose, die alles hält, was gehalten werden muss, aber nicht einengt. Das Material ist robust und trocknet schnell. Besonders gut gefielen im Test zudem die Taschen: „Die hintere Reißverschlusstasche nimmt mein Smartphone auf, während in die vier seitlichen Netztaschen locker acht Gels hineinpassen“, berichtet der begeisterte Tester.

Selbst vollbepackt wackelt bei hohem Tempo nichts hin und her. All das macht die Shorts ideal für lange Läufe und Rennen, bei denen man viel Verpflegung mitnehmen möchte. Zu guter Letzt ist natürlich noch der unternehmerische Ansatz von Patagonia lobend hervorzuheben: Das Material ist recycelt und die Produktion wurde mit dem Fair-Trade-Siegel zertifiziert.

Funktionalität: 9/10

Tragekomfort: 9/10

Ecoalf

Die Marke hat sich darauf spezialisiert, hochwertige Materialien aus recycelten Rohstoffen zu entwickeln und einzusetzen – darunter Plastikflaschen, alte Fischernetze oder sogar aus dem Meer geborgene Abfälle. Ziel ist es, neue Kleidung zu produzieren, ohne dabei auf neue Ressourcen zurückzugreifen. Was Ecoalf besonders macht, ist der starke Fokus auf Innovation im Materialbereich. Die Marke investiert gezielt in die Entwicklung eigener Stoffe, die Funktionalität und Umweltbewusstsein verbinden. Gleichzeitig steht hinter Ecoalf eine klare Mission: die Verschmutzung der Meere aktiv zu bekämpfen und das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu stärken. Mit Initiativen wie dem Sammeln von Meeresabfällen geht das Engagement dabei weit über die reine Produktentwicklung hinaus. Die spanische Marke ist damit als nachhaltigste ihres Heimatlandes ausgezeichnet.

Zertifizierungen: GRS (Global Recycled Standard), OEKO-TEX Standard 100, PETA zertfiziert

Phoenix Short

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Die Phoenix-Shorts von Ecoalf überzeugen im Test vor allem durch ihren sehr angenehmen Tragekomfort. Die Shorts bestehen aus einer lockeren Außenhose in Kombination mit einer integrierten, eng anliegenden Innen-Tight, was für ein sicheres und gleichzeitig luftiges Laufgefühl sorgt. „Die Passform ist wirklich gelungen – nichts verrutscht und man fühlt sich direkt wohl“, beschreibt unsere Testerin. Besonders praktisch sind die Taschen in der Innenhose. Sie sitzen nah am Körper und eignen sich ideal, um kleinere Gegenstände wie Schlüssel oder ein Handy sicher zu verstauen – ohne dass beim Laufen etwas stört. Verglichen mit anderen Laufhosen ist das Material leider ziemlich dick, gerade die enge Tight unten. Das Material fühlt sich daher weniger funktional an als Konkurrenzmodelle. In der Praxis kommen jedoch keine Schweißflecken zum Vorschein. Insgesamt machen die Shorts durch ihr weiches Material und die saubere Verarbeitung einen hochwertigen Eindruck.

Funktionalität: 7/10

Tragekomfort: 9/10

Watts Bra

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Der Watts Bra von Ecoalf präsentiert sich im Test mit Fokus auf Komfort und Design. Der Halt ist eher im mittleren Bereich angesiedelt, wodurch sich der BH besonders für kleinere Oberweiten oder weniger intensive Trainingseinheiten eignet. Das Material fühlt sich angenehm weich und hochwertig auf der Haut an, was den Tragekomfort zusätzlich unterstreicht. Auch bei längerer Bewegung schneidet nichts ein. Laut unserer Testerin ein Modell, welches sich auch für den Alltag gut eignet.

Funktionalität: 7/10

Tragekomfort: 8/10

Duan Shorts

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Der Außenstoff der Hose besteht zu 100 Prozent aus Bio-Baumwolle und die Innenhose, die wie eine Boxershorts konstruiert ist, hat einen Elasthan-Anteil von 5 Prozent. Entsprechend trägt sich die Shorts auch wie eine simple Jogginghose. Laut unserem Tester: „sehr bequem, aber wenig funktional.“ Schwitzt man, saugt sich das Gewebe voll und wird schwer – zudem zeichnen sich auf dem melierten Grau Schweißflecken sehr deutlich ab. Einzig der Hosenbund mit Gummizug besteht vollständig aus Polyamid. Die Passform ist eher weit und vergleichsweise kurz, sodass die Shorts jede Bewegung mitmacht. Pluspunkt: Die zwei seitlichen Taschen bieten viel Platz. Leider jedoch wenig Halt, sodass man den Schlüssel oder das Smartphone beim Laufen nicht unbedingt darin transportieren möchte. Für Fans der klassischen Jogginghose ist diese kurze Variante eine gute Option. Wer sich hohe Funktion erhofft, greift vielleicht lieber zu einer anderen Laufhose.

Funktionalität: 2/10

Tragekomfort: 8/10

Legging Mercer

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Die Tight fällt in ihrer kanariengelben Farbe auf jeden Fall auf! Der elastische Stoff ist fest, nicht allzu dünn und schmiegt sich angenehm an den Körper. Auch die glatte Haptik gefällt unserer Testerin sehr. Geschmackssache ist wiederum der hohe und vergleichsweise stramme Bund. „Ich persönlich mag den Druck auf den Bauch nicht so“, berichtet die Testerin. Ansonsten ist die Tight minimalistisch: Der Verzicht aufs Einstellbändchen kommt gut an, der auf jegliche Taschen jedoch nicht so. Unsere Testerin kritisiert: „Leider haben die Designer*innen nicht mal ein Schlüsseltäschchen vorgesehen – ob sie niemals laufen gehen?“

Funktionalität: 6/10

Tragekomfort: 8/10

Polo Padel Shirt

Ecoalf Polo Padel Shirt
Redaktion

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Zugegeben: Ist nicht unbedingt ein typisches Lauftop – eignet sich aber hervorragend fürs Laufen, so denn man den Polokragen mag. Diesen gibt’s hier in Kombination mit einem Tanktop mit Ringerrücken, also einem weiten Armausschnitt, der die Schulterblätter weitestgehend freilässt. Fürs Laufen hat das den Vorteil, dass die Armbewegung überhaupt nicht beeinträchtigt wird. Plus: Vorrangig bei hohen Temperaturen ist dieser Schnitt sehr angenehm, da er sehr luftig ist. Aber auch darüber hinaus überzeugt das ärmellose Shirt, was Funktion, Qualität und Wärmetauglichkeit angeht: Das Oberteil von Ecoalf ist aus angenehm glattem Funktionsmaterial gemacht. Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsmanagement funktionieren tadellos, Stoff und Nähte liegen wirklich angenehm auf der Haut. Das mag sicher auch an der Stoffstruktur liegen: Schaut man genau hin, zeigt sich die 3D-Webstruktur des Materials. Einerseits wird hierdurch das optisch schöne, leichte Quadratmuster im Material erreicht, andererseits leitet der Stoff daher besonders gut Feuchtigkeit weg von der Haut und nach außen. Das Ergebnis: kein nasses Gefühl, auch wenn man zu schwitzen beginnt. Gut zu wissen: Das Top fällt eher klein aus. Wenn man zwischen zwei Größen schwankt oder generell einen weiteren Sitz bevorzugt, lieber die größere Größe nehmen.

Funktionalität: 9/10

Tragekomfort: 8/10

Aclima

Aclima ist eine norwegische Marke, die sich auf funktionelle Bekleidung aus Merinowolle spezialisiert hat und damit einen bewusst anderen Weg geht als viele klassische Activewear-Brands. Statt auf synthetische Hightech-Fasern setzt Aclima auf die natürlichen Eigenschaften von Wolle: Sie ist temperaturregulierend, atmungsaktiv und geruchshemmend – ideal für intensive Einheiten ebenso wie für längere Läufe. Besonders ist der starke Fokus auf Funktion durch Material und Konstruktion. Aclima entwickelt spezielle Stricktechniken und Materialkombinationen, die je nach Körperzone unterschiedliche Anforderungen erfüllen – etwa mehr Wärme oder bessere Belüftung. Gleichzeitig legt die Marke Wert auf verantwortungsvolle Rohstoffgewinnung und transparente Produktionsprozesse. Ein Großteil der Fertigung findet in Europa statt.

Zertifizierungen: mulesing-freie Merinowolle, RWS (Responsible Wool Standard), OEKO-TEX® Standard 100, 100% Rückverfolgbarkeit der Wolle

Aclima Warmwool Rollneck

Aclima_Wool_Rollneck
Hersteller

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Dieser leichte Baselayer aus Merinowolle mit Rollkragen, fühlt sich nicht nur angenehm weich an, sondern hält auch erstaunlich warm. Die Warmwool-Kollektion von Aclima wurde speziell für winterliche Temperaturen entwickelt, bietet gleichzeitig aber eine hohe Atmungsaktivität. In der Bewegung hat das Material eine hohe Flexibilität und der Rollkragen ist so angenehm geschnitten, dass er nicht einengt oder stört. Auch die Ärmel haben eine gute Länge, sodass sie trotz fehlender Daumenschlaufen nicht hochrutschen.

Der Schnitt ist eher körperbetont, wodurch sich der Baselayer gut schichten lässt. Er besteht durchgängig aus demselben Material ohne funktionale Zonen. Das Material ist von Natur aus eher geruchsneutral, wodurch das Oberteil nicht nach jedem Tragen gewaschen werden muss.

Funktionalität: 7/10

Tragekomfort: 10/10

Vidar

Vidar Sport positioniert sich als vergleichsweise junge Marke im Bereich funktionaler Laufbekleidung mit einem klaren Fokus auf bewusste Produktion und eine klare Designsprache. Statt auf Masse setzt die Marke auf kleinere Kollektionen und reduzierte Styles, die sowohl im Training als auch im Alltag funktionieren. Besonders ist der Ansatz, Funktionalität und Nachhaltigkeit eng zu verbinden, ohne dabei auf eine sportliche, moderne Ästhetik zu verzichten. Vidar Sport legt Wert auf ausgewählte Materialien und eine verantwortungsvollere Herstellung, häufig mit Fokus auf europäische Produktionsstrukturen.

Zertifizierungen: Tencel, Bio-Baumwolle, recycelte Materialien, OEKO-TEX® Standard 100

Sport Distance Natural Longsleeve

Vidar Distance Longsleeve
Redaktion

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Das Vidar-Shirt hat für unseren Tester zwei Seiten: Zunächst einen hohen Tragekomfort, das fällt beim ersten Anprobieren direkt auf. Das Gewebe fühlt sich angenehm auf der Haut an und die Schnittform ist hervorragend. Die Ärmellänge stimmt, Proportionen passen, Halsausschnitt sitzt genau richtig. Beim Laufen ist die Funktionalität aber leider höchstens befriedigend. „Sie langt für kürzere Einheiten“, so unser Tester. Geeignet ist das Shirt etwa, wenn es als zweite Schicht über einem Funktionsshirt bei ca. 8 Grad Außentemperatur getragen wird. Als erste und einzige Schicht auf der Haut funktioniert es jedoch eher nicht so gut: Das Gewebe nimmt zu viel Feuchtigkeit auf, wenn man bei intensiveren Einheiten oder höheren Temperaturen mehr schwitzt. Es bilden sich Wasser-/Schwitzflecken, über welche die Haut auskühlen kann. Insgesamt ist es daher eher geeignet für kürzere Einsätze, fürs Fitnesstraining mit geringer Intensität oder als After-Workout-Shirt.

Funktionalität: 3/10

Tragekomfort: 8/10

POSEIDA Women Sport Shirt

Vidar Sport Shirt
Redaktion

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Dieses T-Shirt von Vidar trägt sich sehr angenehm auf der Haut. Es ist jedoch eher für lockere Joggingrunden geeignet als für hartes Training. Für Letzteres ist es leider nicht funktional genug und laut unserer Testerin: „nicht hochwertig genug gearbeitet, da es beispielsweise keine flachen Nähte besitzt“. Für den Alltag, einen easy Run oder einfach in der Freizeit aber ein tolles Shirt.

Funktionalität: 5/10

Tragekomfort: 9/10

Etablierte Marken auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Auch klassische, etablierte Sportmarken, reagieren zunehmend auf den wachsenden Nachhaltigkeitsdruck. Sie passen ihre Strategien zunehmend an diese Entwicklung an. Während hier der Fokus zwar weiterhin klar auf Performance und Innovation liegt, gewinnt das Thema Nachhaltigkeit in Produktentwicklung und entlang der Lieferketten mehr und mehr an Bedeutung. Im Gegensatz zu kleineren, neueren Marken stehen sie jedoch vor weitreichenderen Herausforderungen. Diese liegen vor allem in der Größe und Komplexität globaler Strukturen: Große Stückzahlen, internationale Lieferketten und hohe Performance-Ansprüche machen nachhaltige Umstellungen deutlich anspruchsvoller. Hier sehen wir einen eher langsam aber konstant fortschreitenden Wandel. Dieser zeigt sich in Form von der Nutzung Ressoourcenschonender Materialien wie recycling Ware oder nachwachsenden Rohstoffen, einer ofennen Kommunikation hinsichtlich Produktions- und Lieferketten und neuen Verpackungsmaterialien. Gerade in der Kommunikation kann man in letzter Zeit feststellen, dass die Verbindung zwischen Konsum und umweltbewusstsein eine immer größere Rolle einnimmt. Die Marken On und Salomon stehen hier exemplarisch für diverse etablierte Hersteller.

On Core Bra

Hier bestellen: Core Bra

On bemüht sich seit einigen Jahren hinsichtlich einer nachhaltigeren, faireren Produktion und vermittelt einen bewussten Umgang mit Konsum. Wie viele andere veröffentlichen sie jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht, der über Forschritte und Ziele der Marke aufklären soll. Das ist Teil einer neuen Kommunikationsstrategie, die Bewusstsein fördert und die Entwicklung voran treibt.

Der Core Bra von On ist ein klassisches Racerback-Top mit mittlerem Halt, bequem für entspannte Läufe und ruhige Alternativsporteinheiten. Zum Laufen würde unsere Testerin es nur bei kleineren Cupgrößen und lockeren Läufen empfehlen – hohe Intensitäten und größere Brüste brauchen mehr Halt. Wem es passt, der bekommt mit dem Core Bra aber ein wirklich gut sitzendes Top, das ohne Häkchen und Einsteller auch keine Druckstellengefahr hat. Alle Nähte sind flach gearbeitet. Das doppellagige Material hat keine eingearbeiteten Cups, formt die Brust aber mit einem ganz leichten Push-up-Effekt. Das flache, breite Unterbrustband sorgt für guten Tragekomfort und liegt weich auf der Haut. Am Rücken und auf der Innenseite der Träger ist ein Mesh eingearbeitet, das die Atmungsaktivität verbessern soll – das ist wegen der darüberliegenden zweiten, dickeren Schicht allerdings nur sehr eingeschränkt möglich. Auf den Schultern liegt das Mesh ein wenig rau auf der Haut. Unsere Testerin hätte sich lieber das weiche Obermaterial auch auf der Innenseite der Träger gewünscht.

Funktionalität: 8/10

Tragekomfort: 8/10

Zertifizierungen: recycelte Materialien, teilweise bluesign-zertifiziert

Salomon Bonatti Pro Jacket

Redaktion

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Durch ihr Standing als Outdoor und Performance Marke, setzt Salomon zunehmend bewussten Fokus auf Bewegung im Einkalng mit der Natur. Bis 2030 stehen im Unternehmen Kreislaufwirtschaft, Klimaziele und Inklusion im Vordergrund. Mit der Salomon Foundation soll Bergsport zugänglich werden für alle. Alle Produkte sollen zukünftig klimafreundlich und ihre gesamten Produktionsketten kreislauffähig sein.

Die Salomon-Trail-Jacke trägt sich laut unserer Testerin „leicht und angenehm“. Lob gibt es auch für die Kapuze, die sicher am Kopf sitzt und Seitenblicke gut zulässt. Ein kleiner Kritikpunkt sind wiederum die relativ kurzen und am Handgelenk eher weiten Ärmel - das lässt Wind und Regen leicht eindringen. Das Modell ist mit der japanischen PERTEX-Membran ausgestattet und bietet mit einer Wassersäule von 20.000 mm auch bei Starkregen zuverlässigen Nässeschutz. Die optimierte Passform ermöglicht es zudem, einen flachen Trinkrucksack (12 L) unter der Jacke zu tragen.

In der Brusttasche kann man Kleinigkeiten wie einen Schlüssel, eine Karte oder einen Geldschein verstauen - für schwerere Gegenstände eignet sie sich jedoch nicht. Der Reißverschluss ist dicht verschweißt, dafür aber bei Bewegung ein wenig steif.

Tragekomfort: 9/10

Funktionalität: 9/10

Warum ist herkömmliche Sportbekleidung problematisch?

Kleidung für den Sport wurde jahrelang nur mit einem Ziel entwickelt: hohe Funktionalität und optimierte Materialien. Immer neuere, synthetischere Stoffe erlaubten in den vergangenen Jahren immer leichtere, luftigere Produkte, die im Training kaum spürbar sind. Gerade für besonders schweißtreibende Sportarten hat das viele Vorteile. Negative Nebeneffekte: Die Umwelt und unsere Gesundheit leiden.

Ein Problem ist der Materialmix, der bei den meisten Kleidungsstücken zum Einsatz kommt. Die überwiegend aus Polyester und Elasthan bestehenden Stoffe lassen sich nur schwer trennen und recyceln, wodurch die Produktion immer neue Rohstoffe erfordert. Die Herstellung dieser Kunstfasern basiert auf Erdöl, einer nicht erneuerbaren Ressource. Das macht die Produktion sehr energieintensiv und wirkt sich negativ auf die CO₂-Bilanz der Kleidung aus.

Auch Kleidung aus recyceltem Plastik (z. B. PET-Flaschen) ist nicht automatisch komplett nachhaltig. Zwar werden Ressourcen eingespart, doch bei jedem Waschgang lösen sich kleinste Kunststofffasern – sogenanntes Mikroplastik – aus den Textilien. Diese Partikel gelangen über das Abwasser in Flüsse und Meere und können inzwischen sogar im menschlichen Körper nachgewiesen werden. Synthetische Fasern aus Sportkleidung sind zwar nicht der Hauptverursacher, tragen aber ihren Teil zur Belastung bei.

In der Textilproduktion kommen häufig Chemie, Farbstoffe oder Beschichtungen zum Einsatz, um die Kleidung wasserabweisend, antibakteriell oder besonders elastisch zu machen. Einige dieser Stoffe können bei empfindlichen Personen Hautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen – besonders dann, wenn eng anliegende Kleidung wie Shirts, Tights oder Laufunterwäsche direkt auf der Haut getragen wird und durch Schweiß und Reibung zusätzlich belastet wird. Zwar gelten viele eingesetzte Chemikalien in der EU als reguliert, dennoch zeigt die Diskussion um Schadstoffe in Textilien, dass auch Funktionskleidung gesundheitlich nicht völlig unproblematisch sein kann.

Welche Materialien machen Laufbekleidung nachhaltig?

Nachhaltige Laufbekleidung zeichnet sich vor allem durch von vornherein umweltfreundliche Materialien aus. Dazu gehören recycelte Fasern wie recyceltes Polyester oder Nylon, die aus alten Plastikflaschen, Fischernetzen oder Textilabfällen hergestellt werden und so Ressourcen einsparen.

Daneben gewinnen biobasierte Materialien zunehmend an Bedeutung. Naturfasern wie Merinowolle, aber auch innovative Stoffe wie Lyocell (Tencel) oder andere Holzfasern gelten als besonders nachhaltige Alternativen. Diese Materialien sind häufig biologisch abbaubar, benötigen weniger Chemikalien in der Produktion und kommen teilweise sogar ohne Polyester oder erdölbasierte Kunststoffe aus. Einige Hersteller arbeiten inzwischen sogar an nahezu plastikfreien Funktionsstoffen.

Wichtig ist außerdem, dass nachhaltige Materialien langlebig, atmungsaktiv und funktional sind. Denn jedes neue Produkt – egal, wie nachhaltig es hergestellt wurde – verbraucht Ressourcen. Hochwertige Materialien sorgen dafür, dass es viele Trainingszyklen übersteht und seltener ersetzt werden muss.

In unserem ausführlichen Artikel stellen wir umweltfreundliche Materialien im Detail vor:

Ist nachhaltige Laufbekleidung genauso funktional?

Gibt es überhaupt nachhaltige Laufbekleidung, die funktional mit synthetischen Produkten mithalten kann? Die kurze Antwort: Ja, es gibt sie. Denn in Sachen nachhaltige Materialien hat sich in den letzten Jahren viel getan, und die Anzahl der Alternativen zu Polyester und Co. wächst.

So bestehen Lyocell-Fasern aus Holz, das Öl der Rizinusbohne kann Erdöl ersetzen, und selbst Algenfasern finden inzwischen ihren Weg in moderne Funktionskleidung. Diese Materialien können Feuchtigkeit ableiten, die Luftzirkulation fördern und sich flexibel an Bewegungen anpassen. Wer nachhaltige Sportmode kauft, muss also längst keine Abstriche mehr bei Komfort oder Performance machen.

Nachhaltige Laufbekleidung kaufen: Darauf solltest du achten

Wenn Sie sichergehen möchten, dass Laufbekleidung nachhaltig produziert wurde, lohnt sich ein Blick in die Hersteller-Angaben zum jeweiligen Produkt. Die Materialzusammensetzung findest du in der Regel in der Produktbeschreibung – hier kannst du sehen, ob ein Teil komplett aus Polyester besteht oder ob nachhaltige Alternativen wie Lyocell, Tencel oder Merinowolle eingesetzt werden.

Diese Angaben helfen zwar bei der Orientierung, doch leider sind nicht immer alle Herstellerinformationen verlässlich. Auch die Laufbranche bleibt vom sogenannten Greenwashing nicht verschont. Manche Marken werben mit Nachhaltigkeit, ohne tatsächlich grundlegende Veränderungen in Produktion oder Lieferkette umzusetzen.

Wer genauer hinschauen möchte, sollte deshalb auf unabhängige Zertifizierungen achten. Nachhaltigkeits-Siegel können ökologische Produktionsweisen, faire Arbeitsbedingungen oder eine besonders geringe Umweltbelastung bestätigen. Beispiele dafür sind etwa Bluesign, die Fair Wear Foundation oder andere Zertifikate, die eine verantwortungsvolle und teilweise sogar klimaneutrale Produktion fördern sollen.

Schließlich kann es helfen, sich auf der gesamten Hersteller-Website umzusehen. Transparente Marken veröffentlichen häufig Nachhaltigkeitsberichte, Angaben zur CO₂-Bilanz oder Informationen zu Materialien und Lieferketten.

Orientierung im breiten Angebot der Marken, die umweltfreundliche Sportbekleidung für sich beanspruchen, bieten auch Plattformen, die ihre Kooperationspartner selbst überprüfen. So hilft etwa das Münchner Start-up Planetics bei der Einordnung von Hersteller-Bemühungen: Der Online-Shop nimmt nur Produkte auf, die bestimmte Standards nachweisen können. Jedes Produkt auf der Planetics-Seite ist außerdem mit verschiedenen Icons gekennzeichnet, die anzeigen, welche Richtlinien das Teil einhält.

Fazit