Wie hilfreich sind Kompressionsstrümpfe?

Frag Debbie: Profi-Tipps für Freizeitläufer
Wie hilfreich sind Kompressionsstrümpfe?

Frage an Debbie
ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.09.2026
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Wie hilfreich sind Kompressionsstrümpfe?

Lieber Peter, Kompressionssocken sind in der Therapie von Venenerkrankungen fest etabliert, aber werden vermehrt auch im Sport eingesetzt. Sie sollen den venösen Rückstrom verbessern, indem sie die Muskelpumpe durch Druck von außen unterstützen. Außerdem sollen sie Muskelvibrationen beim Aufprall reduzieren und damit den Muskelschaden, der beim Laufen entsteht, reduzieren. Ob die Socken die Performance positiv beeinflussen können, ist nicht ganz klar. Die meisten Studien zeigen keine oder wenn nur sehr geringe Verbesserungen der Zeiten bei Läufern, die Kompressionssocken trugen. In Einzelfällen werden allerdings große Verbesserungen beobachtet. Am Ende scheint der Effekt sehr individuell und schwer abschätzbar zu sein. Was aber gezeigt werden konnte, ist, dass das Tragen der Kompressionssocken für geringere Muskelschmerzen und -müdigkeit sorgen kann. Studien zeigen einen schnelleren Abbau von Molekülen, die wir der Muskelermüdung zuordnen. Es gibt also wissenschaftliche Hinweise, dass Kompressionssocken die Regeneration tatsächlich verbessern können.

Zu deiner Frage, ob es auch ungünstige Auswirkungen der Kompression auf Sehnen und Bänder gibt: Dazu ist in der Wissenschaft nichts bekannt. Wenn deine Probleme vor allem im Bereich der Fußsehnen auftreten, könntest du auch probieren, mit Calf Sleeves zu laufen. Diese sparen die Füße aus und stützen nur die Unterschenkel. Ich persönlich kenne unangenehme Entzündungen an der Fußoberseite auch, wenn auch nicht in Verbindung mit Kompressionssocken. Aber insbesondere, wenn die Zunge im Schuh nicht gepolstert ist oder ich bei nassem Wetter gelaufen bin, wodurch die Schuhe nass und schwer geworden sind, kommt es bei mir hin und wieder zu ähnlichen Problemen, vor allem der Großzehen-Strecksehne. Zur akuten Entlastung polstere ich meine Sehne dann gern mit etwas weichem Schaumstoff ab, den ich in der Mitte aufschneide und mit etwas Sporttape am Fußrücken fixiere, sodass die Sehne wie in einer Schiene druckentlastet wird. Das behebt natürlich nicht die Ursache, aber ich kann damit in der Regel weitertrainieren, ohne den Reizzustand zu verschlimmern.

Es gibt viele verschiedene Anbieter von Kompressionsstrümpfen auf dem Markt, die auch unterschiedlich dick sind. Einige haben mehr Kompression, andere weniger. Auch der Fußteil ist mal mehr, mal weniger gepolstert. Vielleicht findest du ja ein Alternativmodell, das dir keine Reizungen beschert.

Deborah „Debbie“ Schöneborn
Deborah „Debbie“ Schöneborn
Profiläuferin, Medizinerin, Kolumnistin