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Lüneburger Heide-Staffellauf 2018 100 Kilometer Heide-Idylle

Durch Moor- und Heidelandschaften über "schnuckelige" Dörfer und uralte Steingräber bis zurück ins historische Lüneburg: Der erste Heide-Staffellauf begeisterte mit atemberaubender Strecke.

Lüneburger Heide-Staffellauf 2018 +
Foto: Jana Wagner

An jeder Wechselstation der zehn Etappen empfingen Team-Mitglieder, freiwillige Helfer, Anwohner und zufällig vorbeikommende Heide-Touristen die Läufer mit Applaus.

Wie leergefegt ist die sonst so belebte Lüneburger Innenstadt. Die Geschäfte in den Einkaufsstraßen sind noch dunkel, das für das große Stadtfest aufgebaute Riesenrad steht noch still. Es ist 6:30 Uhr. Aber je heller die Morgensonne wird, desto mehr Gestalten tauchen auf. Mit Trinkgurten ausgerüstet, in Shorts, Trikot und Mütze und mit der Startnummer vor dem Bauch finden sich schließlich knapp 60 Männer und Frauen auf dem Kopfsteinpflaster am Sande zusammen. Sie werden heute die 100-Kilometer-Strecke durch den Naturpark Lüneburger Heide – der eigentlich als Staffellauf ausgelegt ist – alleine bewältigen. Startschuss für die Ultra-Läufer ist um 7:00 Uhr, die Staffeln beginnen ihren Lauf um 9:00 Uhr. Für alle geht es von Lüneburg aus in 10 Etappen über Bispingen in das Herz der Lüneburger Heide nach Undeloh und durch den Landkreis Harburg zurück in die Salzstadt.

43 Ultraläufer schaffen die Strecke alleine

„Wir wollen es locker angehen und möglichst auf zwei Beinen durchs Ziel laufen“, scherzen Sascha und Uwe kurz vor dem Start der Ultra-Läufer bescheiden. Die beiden sind aus Berlin angereist um bei der Premiere des Laufes durch die Heide dabei zu sein. Zusammen mit Robert, der mit seinem schwarzen Gummianzug, dem Zylinder und den weißen Handschuhen das kreativste Lauf-Outfit trägt, plaudern sie entspannt über die bevorstehenden 100 Kilometer. Obwohl die Heide eine sehr flache Landschaft mit weiten Ebenen und den charakteristischen Heideflächen zu sein scheint, gilt es doch einige Anstiege zu bewältigen. Eine zusätzliche Herausforderung sind auch die sandigen Heide-Wege, auf denen die Läufer vor allem im Naturschutzpark rund um Undeloh unterwegs sein werden.

Große Probleme scheinen die beiden Berliner Läufer damit allerdings nicht gehabt zu haben: Nach beeindruckenden 8:22:31 Stunden laufen Sascha und Uwe gemeinsam durch das Ziel auf den Lüneburger Sülzwiesen. Knapp zwei Stunden später, mit immer noch einer extrem starken Durchschnitts-Pace von 6:07 min/km, überquert Simone Durry als erste Frau die Ziellinie. Hinter ihr folgen Rita Nowottny-Hupka, Karola Ilse, Sigrid Hoffmann und Kathrin Drissen – fünf Frauen, die alle Facetten der 100-Kilomter-Route mit eigenen Augen gesehen haben.
Lüneburger Heide-Staffellauf 2018 +
Foto: Jana Wagner

Waren die zweitschnellste Staffel: Die Heide-Mix-Staffel aus Bleckede, Soltau und Lüneburg.

Großer Support und viel Spaß bei den Staffeln

Der Großteil der Läufer nahm die 100 Kilometer aber nicht alleine in Angriff, sondern teilte das Erlebnis mit bis zu 10 Freunden, Lauf-Partnern oder Kollegen. Insgesamt 75 Staffeln gingen an den Start – mehr als Organisator Rolf Düngefeld vom TSV Gellersen erwartet hatte. Als geborener Amelinghausener liebt der passionierte Marathonläufer die Heide-Landschaft und wollte dieses ganz besondere Lauferlebnis auch anderen Sportlern zugänglich machen. Mit viel organisatorischem Aufwand und vielen freiwilligen Helfern stellte er zusammen mit dem Team des GTC Sport Management bzw. dem Lauftreff TSV Gellersen innerhalb eines Jahres das Event auf die Beine.

Neugierig darauf war auch eine Gruppe laufbegeisterter Freunde aus Bleckede, Soltau und Lüneburg: Als Heide-Mix-Staffel traten Marco, Thorsten, Anny, Mareike, Nele, Vanessa, Janina, Julien, Thomas und Heiner in leuchtend rosa Shirts an den Start. Der darauf abgebildete Heide-Bock schien ihnen Glück gebracht zu haben, denn sie kamen souverän als zweite Staffel ins Ziel. Richtig gut war die Stimmung an den einzelnen Versorgungsstationen bzw. Wechselpunkten. Jeder ankommende Läufer wurde mit Applaus und den besonders bei den jüngeren Zuschauern beliebten Fan-Tröten empfangen.
Lüneburger Heide-Staffellauf 2018 +
Foto: Jana Wagner

Mit dem Staffelholz durch mystische Orte: Die Läufer durchquerten auch die Oldendorfer Totenstadt, eine jungsteinzeitliche Steingräber-Anlage.

Aushängeschild für den Naturpark Lüneburger Heide

„Ich hoffe, Sie können beim Laufen die schöne Landschaft genießen und kommen vielleicht noch einmal wieder“, gab Monika Scherf, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung in Lüneburg, den Läufern vor dem Start mit auf den Weg. Denn auch das ist der Heide-Staffellauf: beste Werbung für eine der schönsten Regionen Deutschlands – die gerade Läufern abwechslungsreiches Terrain, anspruchsvolle Trails aber auch entspannte und gut ausgeschilderte Wanderrouten bieten kann.

Falls auch Sie jetzt Lust bekommen haben, die mystischen Steingräber und lila blühenden Heideflächen mal mit den Laufschuhen zu erkunden, stehen Ihre Chancen gut: Nach der erfolgreichen Premiere wollen die Veranstalter und die Stadt Lüneburg den Heide-Staffellauf zu einer Tradition werden lassen. Dann könnten jedes Jahr Staffel- oder Ultra-Läufer 100 Kilometer Heide-Idylle genießen.

Einige Impressionen vom Start in der historischen Lüneburger Altstadt und den ersten Etappen finden Sie in einer Bilderstrecke über und unter diesem Artikel.
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Autor: Jana Wagner 19.06.2018

Hier finden Sie weitere Informationen zum Lüneburger Heide-Staffellauf 2018.

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