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Extremes Lauf-Abenteuer 3.125 Runden beim Marathon in einem Windrad!

In der rundum verglasten Aussichtsplattform eines Windrads in Lichtenegg lief Rainer Predl die volle Marathon-Distanz. Er berichtet von diesem Abenteuer aus seiner Sicht.

Rainer Predl +
Foto: Alex Dennecke

Rainer Predl beim ersten Marathonlauf in einem aktiven Windrad.

Der erste Marathonlauf in einem aktiven Windrad fand am 19. Mai 2019 in der niederösterreichischen Ortschaft Lichtenegg rund 70 Kilometer südlich von Wien statt.

Ich selber bin Ultraläufer und vor allem verrückt und für fast jeden Spaß zu haben. Nachdem ich schon 10 km in einem Kreisverkehr und sieben Tage auf einem Laufband gelaufen bin oder auch 12 Stunden im Wiener Riesenrad mit dem Rennrad gefahren bin, wollte ich diesmal meinen Träumen freien Lauf lassen und den ersten Marathon in einem Windrad absolvieren.

Wie geht das?

Weltweit gibt es elf Windräder mit einer zugänglichen Aussichtsplattform (Aussichtskanzel). In Österreich gibt es zwei davon. Gestartet bin ich um 10:00 Uhr unten bei den Zuschauern und dann zunächst 60 Höhenmeter eine Wendeltreppe (303 Stufen) hinauf zur Kanzel gelaufen. Der Marathon wurde erst in der Kanzel mit der Zeit aufgenommen.

Eine Runde betrug 13,5 Meter. Die Breite war 1,5 Meter. Also sehr wenig Platz für einen Marathon. Vor allem die Betreuung erwies sich als reflexartiges Arbeiten. Lief ich doch für eine Runde zwischen 5-7 Sekunden. Ebenso nicht außer Acht zu lassen ist natürlich die Tatsache das es eine sehr kleine Runde war (Drehwurmgefahr, einseitige Belastungen usw.). Daher wurde aus taktischen Gründen nach jeweils 200 Runden die Laufrichtung gewechselt. Bei jedem Wechseln hat es mich schon ordentlich gedreht oder wie wir in Österreich sagen "Oida jetzt owa hots gwusslt".
Rainer Predl +
Foto: Alex Dennecke

Eine Runde war nur 13,5 Meter lang.

Immer an meiner Seite waren meine zwei Betreuer, die mich mit Musik aber auch mit Gesprächen unterhielten damit die 3.125 Runden, die ich zu absolvieren hatte, ein wenig schneller vergingen.

Wer denkt, im Windrad ist es ruhig, der irrt. Es schwankte zunehmend und vollste Konzentration war gefragt. Nach einer gewissen Zeit setzte natürlich auch ein wenig Müdigkeit ein. Als eine kleine Regenfront aufzog kam auch etwas mehr Wind. Die Rotorblätter bewegten sich schneller und es fing ein wenig mehr an, in der Plattform zu rütteln. Die Gefahr zu stolpern war immer vorhanden. Umso wichtiger war es uns, das Ding sicher aber halbwegs flott nach Hause zu bringen.

Insgesamt kollidierte ich zweimal in meine eigene Betreuercrew, einmal rammte ich die Tür und einmal das Geländer. Die natürlichen Kollataralschäden nahm ich aber für den Weltrekord und für die gute Sache in Kauf. Den den gesamten Weltrekordlauf lief ich für das Kinderhospiz Sterntalerhof und die Waldschule Wiener Neustadt.

Nach 4 Stunden 21 Minuten 37 Sekunden war es geschafft, Weltrekord!

Meine Bestzeit bei einem normalen Marathon liegt bei unter 2:30 Stunden - um die Relation klar zu machen wie sehr die Geschwindigkeit unter so einer kleinen Runde leidet. Das ist natürlich krass!

Am Ende ging es die Wendeltreppe laufend wieder hinunter zu den Zuschauern, die unten schon sehnlichst auf mich warteten. Unten konnten diese via Monitor von oben via Live Stream das ganze Spektakel mitverfolgen.

Danach ging noch ein Kunstprojekt über die Bühne, wobei ich 10 Runden ein Unendlichkeitszeichen über eine weiße Leinwand mit Farbe lief. Das Unendlichkeitszeichen soll eine tiefere Message in die Welt rausbringen für "Unendliche Energie". Das Kunstobjekt so wie meine Laufschuhe werden im Herbst zugunsten Kinderhospiz Sterntalerhof und der Waldschule Wr. Neustadt versteigert.
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Autor: Rainer Predl 24.05.2019
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