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Projekt Zugspitze 6 Tage, 600 Kilometer, ein Gipfel

Die beiden Freunde Dejan und Patrick haben innerhalb von 6 Tagen die Zuspitze erklommen. Hier ist ihre Geschichte.

Projekt Zugspitze: 6 Tage, 600 Kilometer, ein Gipfel +
Foto: Projekt Zugspitze

Dejan Kovacevic und Patrick Oswald liefen in 6 Tagen 600 km bis auf die Zugspitze.

Kennengelernt haben sich Dejan Kovacevic und Patrick Oswald durch einen Zufall am Flughafen in Birmingham. Beide trugen mit Stolz ihre Medaillen des Tough Guy Race, an dem sie am vorherigen Tag teilgenommen haben. Ein wesentlicher Unterschied trennte die beiden jedoch: Patrick, 38 Jahre alt, verletzte sich während des Rennens und saß im Rollstuhl, während Dejan, 44 Jahre alt, wohlauf war. Im selbigen Jahr trafen sich die beiden durch Zufall beim Strongmanrun am Nürburgring wieder. 2017 liefen sie gemeinsam einen 100-km-Spendenlauf, den Dejan organisiert hatte. Nach diesem Event kam Dejan auf die Idee, dass es doch interessant wäre, einmal zur Zugspitze zu laufen. "Es muss ja immer eine Steigerung geben." Mit dieser Aussage begann der Plan des Projekts Zugspitze.

Die Projektvorbereitung

Bei einem ersten Trainingswochenende im März 2018 liefen sie an drei Tagen 250 Kilometer, ganz ohne Begleitpersonen. Auch ein Marathon-Hindernislauf über die volle Marathondistanz mit 100 Hindernissen und der Hungerlauf in Biederkopf standen auf dem Vorbereitungsprogramm. "Der heiße Sommer war nicht ideal zum Trainieren. Viele haben uns gesagt, dass wir das niemals schaffen würden. Genau das hat uns aber noch mehr motiviert", so Patrick über das Ziel "Zugspitze".

Mitten in der Nacht geht’s los

Am 1. September war es soweit. Um drei Uhr nachts starten Dejan Kovacevic und Patrick Oswald gemeinsam ihren beiden Begleitern Heiko Umsonst und Thomas Pitzer auf dem Fahrrad. Dejans Schwiegervater Josef "Juppi" Krumme fuhr zudem ein Begleitfahrzeug "Die drei waren in der Woche die wichtigsten Menschen für uns. Ohne sie hätten wir nicht starten können" so Patrick.

Die Ausstattung

Die Begleitfahrer hatten Rucksäcke voller Gels, Wasser, Cola, Gummibärchen und Powerbanks dabei. Eine "Boom Box" befeuerte die Läufer permanent mit Musik. Juppi wartete alle zwei Stunden an vorher abgemachten Treffpunkten. Er sorgte für Frühstück, Mittagessen, erledigte Check-ins im Hotel und füllte die Rucksäcke unserer Begleitpersonen wieder auf. Freunde und Bekannte konnten das Projekt dank moderner Technik live verfolgen, einige liefen auf den letzten Etappen sogar mit.

Die Kilometer und die Höhenmeter zehrten immer mehr an den Kräften der Läufer, dazu kam der Schlafmangel. Zunächst gönnten sich die beiden nur zwei bis drei Stunden Schlaf. An den letzten beiden Tagen waren die Körper jedoch so müde und angeschlagen, dass sie nun fünf Stunden für notwendig hielten.

Mit letzten Reserven auf die Zugspitze

Die letzte Etappe der beiden Läufer war mit 70 Kilometern zwar die kürzeste, doch aufgrund der Vorbelastung mussten beide nun an ihr Limit gehen. Angekommen in Garmisch-Patenkirchen fiel ihnen zunächst eine Riesen-Last von den Schultern. Doch beide wussten: Das Ziel ist noch nicht erreicht. Der Aufstieg auf die Zugspitze auf 2.962 m lag noch vor ihnen. Zudem spielte das Wetter nicht mehr mit. Bis hierher hatten Dejan und Patrick viel Sonne und im Durchschnitt um die 20 Grad genossen. Nun, kurz vorm Ziel, war es kalt. Regen war vorhergesagt. Die beiden "Flachland-Tiroler" beschlossen schweren Herzens die Schlussetappe um einen Tag zu verschieben und von österreichischer Seite hinaufzusteigen. Am Folgetag machte das Wetter ihnen keinen Strich mehr durch die Rechnung, sie konnten das Projekt erfolgreich beenden. "Das i-Tüpfelchen unserer Reise war das Aufstellen zweier Metallschilder, die unsere Namen tragen. So ist unser Projekt verewigt" so Dejan über das Finale.

"Wir sind allen, die uns begleitet haben, ob mental oder direkt dabei, unendlich dankbar. Ganz besonders dankbar sind wir Juppi, Thomas und Heiko", so Patrick und Dejan nach ihrem Abenteuer. Wer die beiden auf ihren nächsten Projekten begleiten will, findet sie auf Instagram unter @projektzugspitze.



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Autor: Sarah Gemm 01.10.2018
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