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Bilstein Ultra 2014 Auf anspruchsvollen Singletrails

Im Kaufunger Wald führt der Bilstein Ultra über einen unwegsamen Singletrail über Stock und Stein.

Singletrail beim Bilstein Ultra

Nach Durchquerung des Dorfes bewegten sich die Läufer auf den Sportplatz zu, an der es die letzte Verpflegungsstelle vor dem Betreten des weitläufigen Kaufunger Waldes gab, der sich in südlicher Richtung erstreckte. Nach einer kurzen Phase mit ebenem Verlauf führte der Waldweg bergan, und so blieb es für die nächsten 10 Kilometer. Zwischendurch wurde am Umschwang nach einem neuerlichen Verpflegungspunkt die von Kleinalmerode nach Nieste führende Landstraße überquert.

An einer Wegekreuzung bei Kilometer 24, am nächsten Verpflegungspunkt des Bilstein-Marathons, teilte sich die Strecke. Linker Hand ging es für Wanderer, Halbmarathon- und Marathonläufer weiter, rechter Hand für die Ultras. Nach einem kurzen Stück auf dem breiten Waldweg zeigte ein Pfeil nach rechts ins Unterholz. Ein bei Geländeläufern beliebter Singletrail führte über Stock und Stein, hervorstehende Wurzeln und querliegende Bäume. Der unwegsame Pfad leitete die Läufer dorthin, „wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen“, wie es im Volksmund heißt. Irgendwann tauchte die „Rote Niestequelle“ auf, deren Färbung auf einen hohen Eisengehalt im Gestein hinweist. Nach einer Treppe kam der „Kleine Steinbergsee“ in Sicht, dem der unebene Fußweg gefährlich nahe kam. Ein falscher Tritt hätte fatale Folgen haben und mit einem Sturz in dem trüben Gewässer enden können. Die Steinbergseen sind mit Grundwasser gefüllte Tagebaurestlöcher aus einer längst vergangenen Zeit, da aus der Grube Steinberg noch Braunkohle gefördert wurde, zuletzt vor fast 150 Jahren. Neben der Steinberghütte, einer unweit des Sees befindlichen Grillhütte, befand sich der Steinberg, ein aus Basaltsäulen bestehendes Naturdenkmal und ein bis ins späte 19. Jahrhundert betriebener Steinbruch. Diese stille, idyllische Ecke inmitten des Waldes lud geradezu zum Verweilen und Innehalten ein, aber dafür dürften sich die Wenigsten Teilnehmer des Bilstein-Marathons Zeit gelassen haben. Über einige Stufen und gewundene Steige wurde dieser malerische Winkel wieder verlassen.

Schluss mit lustig

Als dieser abwechslungsreiche und abenteuerliche Schlenker durch das Dickicht beendet war, dem später noch weitere folgten, ging es auf breiten „Waldautobahnen“ weiter auf Großalmerode zu, wo der Wald sich zunächst lichtete. Nach dem Parkplatz „Kohlenstraße“ führte der Weg die Bilstein-Ultra-Läufer in Richtung Westen abermals tiefer in den Wald hinein. Mehre Kilometer abschüssigen Weges, auf dem der Zusammenfluss von Roter Nieste und Schwarzbach flankiert wurde, lagen vor den Läufern, auf denen sie sich für die bevorstehenden Anstrengungen schonen konnten.

Denn ab Kilometer 33 war Schluss mit lustig! Dort, wo die „Dürre Nieste“ sich mit der Nieste vereinigt, wechselte jäh das Höhenprofil und bestimmte für die nächsten 4 ½ Kilometer die Gangart. Statt langer Schritte während des Bergablaufens waren jetzt kleine beim Anstieg vonnöten. Inzwischen stand die Sonne am kaum bewölkten Himmel und sorgte für warme Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke, aber die Bäume spendeten wohltuenden Schatten. Die Verpflegungsstelle nach Kilometer 35, die schon bei Kilometer 24 auf der Strecke lag, war Anlaufpunkt für die Teilnehmer aller Strecken, die peu à peu dort eintrafen. Nach einer kurzen Verschnaufpause machten sie sich auf, um das nicht nur sprichwörtliche Highlight zu erleben. Zunächst stieg der Weg nur leicht empor. Nach einer Weile ertönten von fern musikalische Klänge durch den Wald, die rasch deutlicher zu vernehmen waren. Der Bilsteinturm, hoch aufragend auf dem zu erklimmenden Berg, grüßte von oben herab. Die Steilheit des Weges nahm bis zum Gipfel ungeahnte Ausmaße an. Zuschauer standen dort und feuerten die geschundenen BiMa-Teilnehmer an. Belohnt wurden diese durch stimmungsvolle Musik einer Kapelle, des Musikzuges Kleinalmerode, deren Mitglieder sich den Helden der Lauf- und Wanderstrecke zu Ehren in ihre weinroten Shirts geschmissen hatten und ihr Repertoire zum Besten gaben. Bravo! Und Tusch!
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Autor: Heiko Rammenstein 07.05.2014

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