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Transvulcania Sky Ultramarathon 2018 Beißen, was das Zeug hält

"Wenn du siehst, wie die Leute hier anfeuern, dann beißt du, was das Zeug hält", betont Hannes Namberger nach seinem überraschenden achten Platz beim Transvulcania 2018 auf der Ultradistanz.

Hannes Namberger drei Kilometer vor dem Ziel in Llos Lanos +
Foto: Selu Vega / Transvulcania

Hannes Namberger drei Kilometer vor dem Ziel in Llos Lanos.

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Bei der zehnten Austragung des hochkarätig besetzten Transvulcania Ultramarathons (74,3 km / +4. 350 und -4.057 Hm) belegte der Ruhpoldinger Hannes Namberger vom Team Dynafit einen sensationellen achten Platz und ließ dabei zahlreiche internationale Topathleten hinter sich. Klaus Dahlbeck sprach für RUNNER'S WORLD mit dem 28-jährigen direkt hinter der Ziellinie.

Hallo Hannes, Glückwunsch zu deinem starken Rennen. Du strahlst über beide Ohren – selbst überrascht wie gut es lief, und dass du so weit vorne du gelandet bist? Oder hattest du die Top 10 schon im Vorfeld als klares Ziel vor Augen?

Hannes Namberger: Ich wollte am Ende des Rennens die Schuhe ausziehen und sagen können: "Ich hab‘ alles gegeben". Und das habe ich heute gemacht. (Er zieht den linken Schuh aus und ein mit blauem Tape verpflasterter Fuß, verdreckt von schwarzer Vulkanasche, kommt zum Vorschein). Vor Wochen habe ich noch gehadert, und war unsicher, ob ich überhaupt starten kann, weil ich eine Verletzung am Sprunggelenk und an der Kapsel hatte. Keine Ahnung, warum die so beleidigt waren, aber entscheidend war, dass ich die Sache noch in den Griff bekam und mich gut durch die letzte Vorbereitung kämpfen konnte. Heute am Start war ich nicht sicher, ob es hält, aber wenn das Adrenalin durchkommt und du siehst, wie die Leute hier anfeuern, dann beißt du was das Zeug hält.

Wie lief es für dich unterwegs?

Nach dem langen und harten Abstieg runter nach Tazacorte sah ich vor dem letzten Anstieg zum Ziel plötzlich noch zwei Läufer vor mir. Das gab mir den letzten Motivationsschub, mich noch ein Stück weiter nach vorne zu arbeiten.

Der lange und steile Abstieg nach Tazacorte ist berüchtigt, ein Brett, das nach gut 60 Kilometern laufen noch mal richtig fordert.

Zumal es auch richtig heiß war. Aber ich hatte gute Beine, weil ich durch den Stockeinsatz Kräfte sparen kann.

Dein Stockeinsatz war hier sogar Gesprächsthema. Als ehemaliger Skirennläufer weißt du offensichtlich perfekt damit umzugehen. Es gibt Läufer, die behaupten, Stöcke würden langsam machen, vor allem im Flachen und im Abstieg.

Ich setze die Stöcke im Langlaufstil ein, damit ich komme ich auch dann gut voran, wenn ich nicht im Anstieg unterwegs bin, sondern schneller von einem Bein auf das andere springe.

Wenn du jetzt, so kurz nach dem Rennen, die besonderen Momente der letzten knapp acht Stunden erinnerst, was zieht da an deinem geistigen Auge vorbei?

Zuerst der traumhafte Sonnenaufgang kurz vor La Deseadas. Da war ich noch gemeinsam mit meinem Mentor unterwegs ....

... Daniel Jung aus Italien, der einen Platz vor dir ins Ziel kam und hier gerade neben uns sitzt.

Genau. Der passt immer sehr gut auf mich auf und ist auch mein Zimmerkollege (Daniel nebenan lacht laut heraus, als er das hört). Es war deshalb auch schön, direkt hinter ihm zu laufen. Ich bin zum ersten Mal auf dieser Insel und war schon erstaunt, wie vielseitig sie ist.

Auch beim Wetter während des Rennens ging es hin und her.

Es war schon außergewöhnlich. Teilweise 60er bis 80er Wind, Nieselregen und Kälte rund um El Pilar, da waren die Hände zwischenzeitlich saukalt, da kannst du kaum nach der Versorgung greifen, aber am Pico de las Nieves wurde es wieder warm und dann sogar auch noch richtig heiß.

Und wie sehen jetzt deine Pläne für den Rest der Saison aus?

Pläne habe ich reichlich, aber für mich ist es immer das wichtigste, verletzungsfrei zu bleiben und alles dafür zu tun. Ich würde kein Rennen bestreiten, und das kann ich nur jedem anderen Läufer mitgeben, wenn man irgendwo Schmerzen hat und vorher nicht ausreichend für ein Vorhaben trainieren konnte. Damit tut man sich keinen Gefallen. Für mich stehen noch der Ultratrail Lamer Winkel an, dann der Supertrail auf der Zugspitze, der Großglockner Ultra – Distanz entscheide ich noch – und schließlich der Gore-Tex Transalpine Run. Also volles Programm.

Wer wird beim Transalpine Run mit dir unterwegs sein? Letztes Jahr musstest du ja leider irgendwann außerhalb der Wertung ohne Teampartner weitermachen.

In diesem Jahr werde ich gemeinsam mit Markus Mingo starten, und ich denke, wir werden ein perfektes Team sein.

Dann wünsche ich jetzt gute Erholung und einen erfolgreichen weiteren Saisonverlauf.

Den ausführlichen Bericht über den Transvulcania Sky Ultramarathon 2018 finden Sie hier.
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Autor: Klaus Dahlbeck 16.05.2018
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