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Konstante Finisherzahlen Die Marathon-Szene stagniert

Die 30 größten Marathonrennen zählten 2017 insgesamt 95.767 Finisher, allein 81.895 davon die Top Ten. Wir haben uns die Entwicklung der Marathonszene von 2010 bis 2017 näher angeschaut und analysiert.

Berlin-Marathon 2016 +
Foto: Norbert Wilhelmi

Unangefochten auf Platz eins der größten deutschen Marathons liegt natürlich das Rennen in der Hauptstadt mit 39.236 Finishern 2017.

Das mit großem Vorsprung größte deutsche Marathonrennen ist natürlich der Berlin-Marathon mit zuletzt 39.236 Finishern, einem neuen Rekord. Zwölf Rennen weisen vierstellige Läuferzahlen im Ziel auf. Lediglich 452 Finisher konnte dagegen der Monschau-Marathon im letzten Jahr auf Platz 30 der größten deutschen Marathons verbuchen.

Stagnation in der Summe, große und kleine Gewinner und Verlierer im Detail

Insgesamt gesehen läuft die halbe Marathon-Distanz der vollen deutlich den Rang ab. Während über die 21,0975 Kilometer die Finisherzahlen konstant steigen, stagniert die Marathon-Szene seit Jahren. Von 2010 bis 2017 stiegen die Zahlen bei den zehn größten nationalen Veranstaltungen um lediglich 2,5 Prozent. Klare Gewinner lassen sich dabei schwer ausmachen. Einzig Berlin konnte sich über ein recht konstantes Wachstum von 15,4 Prozent freuen. Bei den meisten Marathons lässt sich dagegen kein eindeutiger Trend erkennen, andere verbuchen sukzessive sinkende Zahlen.

Berlin als einziger nennenswerter Gewinner der Marathon-Szene

Während das Angebot an Marathonläufen in den vergangenen Jahren immer weiter stieg, konnte sich unter den zehn größten Rennen Deutschlands lediglich Berlin über deutlich wachsenden Zuspruch freuen. Waren es 2010 noch rund 34.000 Finisher, liefen 2017 gut 5.000 Läufer mehr ins Ziel. Auch der Rennsteiglauf auf Platz sechs konnte 2017 im Vergleich zu 2010 ein Plus von 40,9 Prozent auf nun 3.234 Finisher verbuchen. Bei Beachtung der Rekordzahl von 3.417 Finishern im Jahre 2012 relativiert sich dieser Trend allerdings wieder. Beim achtgrößten Marathon Deutschlands, dem Hannover-Marathon, lässt sich hingegen tatsächlich ein leichter, aber konstanter Aufwärtstrend erkennen. Von 1.602 stieg die Zahl der Finisher seit 2010 auf zuletzt 1.967 um 22,8 Prozent nahezu Jahr für Jahr leicht an. Recht unspektakulär gestalten sich die Entwicklungen der zweit- und drittgrößten Marathons hierzulande – Hamburg und Frankfurt. Während Hamburg auf den ersten Blick ein Minus von 15,8 Prozent seit 2010 hinnehmen muss, überstieg in Frankfurt die Finisherzahl von 2017 die von 2010 um 16,7 Prozent. Bei genauerem Hinsehen lässt sich allerdings auch hier kein eindeutiger Trend ablesen. Der Hamburg-Marathon pendelt seither um einen Mittelwert von 12.347 Finisher, der Frankfurt-Marathon um einen Mittelwert von 11.273 Finisher. Ähnlich sieht es auch bei den auf Platz sieben und zehn der größten deutschen Marathons geführten Rennen in Düsseldorf und Dresden (Oberelbe-Marathon) aus.
08102017 München-Marathon 2017 (4) +
Foto: Norbert Wilhelmi

Beim München-Marathon lag die Finisherzahl über 42,195 Kilometer 2017 rund ein Drittel unter dem Hoch aus dem Jahr 2013.

München, Münster und Köln sind die Verlierer in Sachen Finisherzahlen

Deutlich bergab gingen zuletzt dagegen die Finisherzahlen bei den Läufen über 42,195 Kilometer in München, Münster und Köln – allesamt sicherlich bedingt durch die steigende Beliebtheit der ebenfalls angebotenen kürzeren Rennen. Von 2010 noch 6.415 Zielankömmlingen in München sank die Zahl jener 2017 auf 4.360 um 32 Prozent. Damit steht der München-Marathon auf Platz fünf. Seit dem Rekordhoch von 2013 mit 6.469 Finishern wurden konstant sinkende Zahlen verbucht. Ebenfalls im Schatten des Halbmarathons steht der auf Platz vier geführte Köln-Marathon. Waren es 2010 noch 5.468 Finisher, konnten 2017 nur noch 4.519 gezählt werden: ein Minus von 17,6 Prozent. Allerdings scheint hier kein sehr eindeutiger Trend erkennbar zu sein, zu sehr schwankt die Zahl der Finisher. Weniger schwankend, vielmehr recht konstant sinkend, sind die Zahlen beim neuntgrößten Marathon, dem Münster-Marathon. Seit 2010 sank die Finisherzahl von 2.380 auf 1.771 um 25,6 Prozent.

Die 30 größten Marathonrennen analysieren wir im Detail in der Bildergalerie über und unter diesem Artikel.
Bienwald-Marathon Kandel 2017 +
Foto: Michael Ripberger

Alleine auf weiter Flur - beim Bienwald-Marathon war 2017 nur gut jeder achte Finisher weiblich.

Frauenanteil meist bei 15 bis 25 Prozent – 28,22 Prozent in Berlin

Wo hingegen, im Vergleich zur stagnierenden Entwicklung in Sachen Finisherzahlen, ein deutlicher Aufschwung erkennbar ist, ist der Anteil der Frauen, die die 42,195 Kilometer bewältigen. Während in Düsseldorf die Frauenquote innerhalb von sieben Jahren von 19,12 auf 20,88 Prozent um 1,76 Prozent gestiegen ist, waren es in Hannover und Berlin sogar 6,73 beziehungsweise 6,46 Prozent. Letzterer hat unter den 30 größten Marathons Deutschlands mit zuletzt 28,22 Prozent Frauenanteil auch die Spitzenposition inne. Kein einziger der Top Ten weist weniger als 20 Prozent auf. Nur 13,51 Prozent aller Finisher waren beim Bienwald-Marathon in Kandel 2017 Frauen, was die niedrigste Quote unter den 30 größten Marathons Deutschlands bedeutet.

Immer mehr internationale Läufer bei deutschen Marathons

Sehr ähnlich zur Entwicklung der Frauenquote, zeigt sich auch die Entwicklung des Ausländeranteils unter den Finishern. So konnten die Top Ten der größten Marathons Deutschlands ein Plus von meist zehn bis 20 Prozent in den letzten sieben Jahren verbuchen. Spitzenreiter ist hierbei der Berlin-Marathon mit zuletzt 59,52 Prozent Ausländeranteil unter den Finishern. Nur der Drei-Länder-Marathon am Bodensee macht diesem mit 55,10 Prozent Konkurrenz, was natürlich auch durch die geografische Lage nahe des Drei-Länder-Ecks bedingt ist. Während die meisten anderen Marathons Quoten von um die 20 Prozent aufweisen, schnappt sich der München-Marathon mit 39,89 Prozent den dritten Platz. Rund ein Drittel der 30 größten Marathons hierzulande weisen einen einstelligen Ausländeranteil auf. Schlusslicht aller Marathons, die eine solche Quote abrufen lassen, ist der Vivawest-Marathon in Gelsenkirchen mit lediglich 3,98 Prozent – dicht gefolgt vom ältesten Marathon, dem Marathon „Rund um den Baldeneysee“ in Essen mit 4,36 Prozent.
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Autor: Patrick Brucker 07.03.2018
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