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Kai Markus' Lauf nach China Ein extremer Lauftraum

Einmal Hamburg nach Schanghai, das sind gute zwölf Flugstunden. Oder 237 Tage - wenn man läuft, so wie Kai Markus. Er hat auf den rund 12000 Kilometern acht Länder durchquert und zahlreiche kulturelle Brücken gebaut.

Kai Markus Xiong während seines Projektes Runmysilkroad +
Foto: Kai Markus

Kai Markus Xiong während seines Projektes Runmysilkroad, hier während einer der härtesten Passagen in der Wüste.

Kai Markus ist kein außergewöhnlicher Läufer, so behauptet er es jedenfalls selbst. Aber er hat sich 2017 einen außergewöhnlichen Traum verwirklicht. Der Hamburger, 1972 in Bayern geboren, lief von seiner Heimatstadt an der Elbe in die Partnerstadt Schanghai in China. „Ich bin gar kein Ultraläufer“, sagt Kai Markus über sich selbst. Es ging ihm viel mehr darum, einen Traum zu verwirklichen und Brücken zu bauen: Von Hamburg nach Schanghai, über verschiedene Kulturen und Nationen. „Ich wollte auch zeigen, dass das geht“, betont Kai Markus – auch wenn es dann in der Praxis viel schwerer ging als zuvor geplant. Und das betrifft nicht nur die läuferische Seite, „wir hatten vor allem immer wieder ungeahnte bürokratische Probleme, und die waren oft mit finanziellen Problemen verknüpft.“

Unterstützung auf dem ganzen Weg

Auf der anderen Seite wurde er oft von unerwarteter Seite unterstützt – wie bei der Partnerschaft mit der chinesischen Sportmarke 361°, die ihn nicht nur mit Laufschuhen ausstatteten, oder anderen Sponsoren und lokalen Organisatoren: Oft hatte Kai Markus auch Mitläufer, die sich von regionalen Lauf-Klubs oder Running-Crews ihm anschlossen. Das mediale Echo war gigantisch, zahlreiche Fernsehbeiträge brachten Kai Markus in den jeweiligen Ländern große Bekanntheit – und in China sogar regelrechte Popularität, hier besuchte Kai Markus sogar Schulen, gab großen Fernsehsendern Interviews und wurde von mehreren Unternehmen zu Vorträgen eingeladen.

VW-Käfer als Begleitmobil

Begleitet wurde Kai Markus von Victor und seinem 1984er VW-Käfer samt kleinem Wohnwagen-Anhänger, der den beiden für zahlreiche Nächte als Schlafstätte diente. Am 12. März 2017 ging es los auf die 237 tägige Tour auf der Seidenstraße. Es gab über 500 Instagram-Posts, Kai Markus sammelte zahllose Facebook-Freunde und die Bildergalerie und sein Film lassen erahnen, wie viele Facetten dieses außergewöhnliche Laufabenteuer hat.


Abenteuerliches Ende der Reise

Einen Eindruck geben auch Kai Markus Webpage runmysilkroad.com und sein Laufblog youshouldrunhere.com – wo auch der Zieleinlauf am 16. Dezember nachzulesen ist, der letztendlich den erfolgreichen Schlusspunkt unter eine abenteuerliche Laufreise setzte, die aber sozusagen auf der Schlussgerade, nach über elftausend gelaufenen Kilometern noch kurz vor dem Scheitern stand: Kai Markus hatte einen schweren Verkehrsunfall mit Knochenbrüchen an beiden Füßen. Es war vermutlich eine der größten Kraftanstrengungen, hier wieder – im Wortsinne – auf die Beine zu kommen. Aber Kai Markus hat es geschafft. „Aber es ist nicht das Ende“, sagte er in Schanghai, „es ist ein Neuanfang!“

Bemerkenswertes Fazit: „Ich glaube, ich habe nichts Besonderes gemacht!“

Im Interview mit RUNNERS WORLD-Redakteur Urs Weber erzählt Kai Markus, wie es lief, wie es in anderen Ländern läuft, was Probleme und was Freude bereitete, und was man macht, wenn es mal (scheinbar) nicht weitergeht. Er erzählt von Vorurteilen, falschen Fremdbildern, von Wehwehchen beim Laufen, was man beim Laufen durch die Wüste lernt und erklärt wie er nach seinem Lauf von Hamburg bis nach Schanghai zu dem bemerkenswerten Fazit kommen kann: „Ich glaube, ich habe nichts Besonderes gemacht!“
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