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Konstantin Schneider in Regensburg Emotionen pur beim ersten Marathon

Leser-Reporter Konstantin Schneider erlebt bei seinem ersten Marathon in Regensburg eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Aufgeregt wie an Weihnachten

42,195 km – Das ist die magische Zahl, um die es sich heute dreht.

5:00 Uhr morgens: Der Wecker klingelt. Es geht schon los. Eine Frage, die sich jeder Läufer einmal stellt: Warum tust du dir das eigentlich an? Du könntest doch schlafen, meint der eigene Verstand. Aber du reißt dich zusammen.

Frühstücken, duschen, Füße eincremen, anziehen und fertig.

Puls-Check. Oh mein Gott. 101 Schläge pro Minute. Ich bin aufgeregt. Habe ich mich richtig vorbereitet? Passen die Schuhe? Zwickt nichts? Mit solchen Fragen pusche ich meinen Puls nur so durch die Decke.

"PAPA! PAPA!"

Mein Sohn. Er ist wach. Ich habe ein Lächeln auf dem Gesicht und freue mich, noch den zu sehen, der mir meine meiste Kraft gibt. Ich verabschiede mich, bekomme einen dicken Schmatzer, "Viel Glück, du schaffst das!" zugesprochen und ich bin startklar.

Blick auf die Uhr: Puhhh. Puls wieder im grünen Bereich.

Ich komme am Veranstaltungsgelände an und merke, es ist schweinekalt. Warmlaufen, Dehnen und Lauf-ABC stehen nun an. Jetzt ist mir warm.

Das war mein Fehler.

Ich ziehe kurz vor dem Start mein Longsleeve-Oberteil aus und bereite mich auf den Start vor.
Konstantin Schneider mit Sohn beim Regensburg-Marathon 2014 +
Foto: privat

So eine Einladung schlägt der Sohn nicht aus: Mit dem Papa Marathon laufen.

Die Marathon-Premiere

PENG! START!

Ich komme gut weg und laufe lange Zeit in einem sehr hohen Tempo. Doch nach knapp 10 Kilometern merkte ich schon, mir wird kalt. Viel zu kalt.

Meine Muskeln fangen zu zucken an. Ich komme der Start/Ziel-Geraden immer näher. Dann ist es geschafft: Halbzeit.

1:38:00 stehen auf der Uhr. Spitzenzeit, denk ich mir. Doch ich erwische mich selbst beim Zähneklappern. Ein Gedanke: Jetzt nochmal diese Antarktis-Tour? Alle schwitzen nur ich nicht. Was ist nur los mit mir?

Ich biege ab und laufe auf das Kilometer-Schild 25 zu.

ZACK!

Es hat mich erwischt – ein richtig fieser Wadenkrampf. Abbrechen jetzt schon? Ich stelle mir die wohltuende Wärmedecke des Krankenwagens vor. Nein, ich mache weiter. Das geht schon noch. Energieriegel und Iso-Getränk genieße ich im Gehen am nächsten Verpflegungsstand.

Kilometer 30: Mich packt ein Krampf nach dem anderen, sie geben sich förmlich die Hand. Drei Kilometer später geht es raus aus der Teststrecke von Continental. Es geht nur noch zurück. Kein Wende mehr, keine Schleife oder extra Runde.

"YES! Nur noch ins Ziel!" ist mein Gedanke. Zeit? Ach ja, da war ja was. Ein Blick auf die Uhr. Ich merke, dass meine Arme eiskalt sind und keine gesunde Farbe mehr haben. Aber die Zeit habe ich gar nicht mehr vor Augen. Nur noch ins Ziel.

Ich laufe und laufe unter Krämpfen weiter. Jeder Schritt schmerzt. Ich hatte noch nie solche Schmerzen bei einem Lauf. Sind 42,195 Kilometer einfach nicht meine Distanz?

36, irgendwas auf der Uhr und ich habe nur einen Gedanken: meinen Sohn im Ziel in den Arm halten und meine Frau zu küssen. Einfach diese Schmerzen vergessen.

Ich bekomme es gar nicht erst mit. Die Band an der Kreuzung spielt gerade das Lied Nothing Else Matters an und mir kullern die Tränen. Das ist unser Familienlied. Ich bin von Emotionen überwältigt. Der Schmerz ist vergessen.

Ab ins Ziel.
Leser-Reporter Konstantin Schneider läuft mit seinem Ziel ins Ziel des Regenburg-Marathons +
Foto: privat

Gleich geht's ins Ziel beim Regensburg-Marathon.

Vater und Sohn Hand in Hand ins Ziel

Die letzten Kilometer sind eine Qual. Immer wieder muss ich stehen bleiben und meine Füße massieren. Es geht Schritt für Schritt voran, und dann höre ich schon die Menge im Zielbereich. Ich reiße mich zusammen und peile das Ziel an.

Da höre ich es wieder.

"PAPA! PAPA!"

Mein Sohn! Ich packe ihn vom Zaun, nehme ihn an die Hand und laufe mit ihm ins Ziel.

Geschafft.

3:52:45 Stunden. Ich habe meine Zielzeit zwar nicht geschafft von max. 3:30:00 Stunden, aber ich bin angekommen.

Meiner Frau falle ich um den Hals. Ich kann kaum stehen vor Schmerz, aber ein Lächeln bekomme ich ganz leicht raus. 36,1° Körpertemperatur. "Wärme, Wärme!" das ist mein Gedanke.

Ab zur Massage. Zugedeckt mit Folie lasse ich mir meine Krämpfe behandeln.

Mein Resümee: Der Regensburg-Marathon ist eine klasse Veranstaltung mit erstklassigem Service und super Ambiente bei bester Stimmung. Jederzeit wieder, aber dann nur in Sachen, die mich warmhalten.

Platzierung: Altersklasse 42., gesamt 273.

Damit bin ich zufrieden und bedanke mich bei allen, die mich unterstützen und mir zur Seite stehen. Ohne euch würde ich nichts schaffen.

DANKE!
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Autor: Konstantin Schneider 30.05.2014

Hier finden Sie weitere Informationen zum Regensburg-Marathon 2019.

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