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Transvulcania 2018 Galaktisches Rennen auf dem Vulkan

Beim Trailrun Transvulcania 2018 auf der Kanareninsel La Palma stellte Deutschland neben England das größte Teilnehmerfeld hinter Spanien.

Transvulcania 2018 +
Foto: Prensa Transvulcania

Geniale Aussichten erfreuten die Läufer beim Transvulcania 2018 - auch Ultramarathon-Siegerin Ida Nilsson.

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Trailrunning

Normalerweise ist die Stimmung vor dem Transvulcania uneingeschränkt euphorisch. Die Kanareninsel La Palma vibriert geradezu in Erwartung der vier Rennen in der zweiten Maiwoche, als wäre der Vulkan aus dem sie erwachsen ist zum Leben erwacht. Tausende Läufer stellen sich den steilen, bergigen Strecken vom Vertikalkilometer bis zum Ultramarathon, angefeuert und umsorgt von den Einheimischen.

Und in Vorbereitung der zehnten Austragung hatte man sich besonders in Zeug gelegt. Weil das berühmte Observatorium auf dem Dach der Insel eine neue Galaxie am Rand des Universums entdeckt und auf den Namen Transvulcania getauft hat, standen die Rennen unter dem Motto Space Runners. Schon das Starterpack für die Teilnehmer war so voll wie liebevoll zusammengestellt: Rucksack, T-Shirt und eine Windjacke, auf deren Rückseite ein Sternbild mit allen bisherigen Siegern des Transvulcania Ultramarathon als Sterne gezeigt wird, ließen die Veranstalter springen. „Jeder Euro, den wir für die jetzt nicht mehr stattfindende Messe einsparen konnten, wurde an die Läufer weitergegeben“, verriet der technische Direktor Dario Dorte gegenüber RUNNER'S WORLD.

Was aber ihm, sowie vielen Läufern und Fans auf die Laune schlug, war der Umstand, dass man für das gleiche Wochenende die Weltmeisterschaften im Trailrunning angesetzt hatte, ausgerechnet ebenfalls in Spanien (Penyagolosa). Weshalb einige Topläufer wie Mehrfachsieger Luis Alberto Hernando unter dem Druck standen, für den nationalen Verband starten zu müssen, statt in ihrem Lieblingsrennen auf La Palma.

„Schon im letzten Jahr hatten wir das Problem, dass die Ultratrail-WM innerhalb der Sperrfrist von vier Wochen stattfand, weshalb viele Spitzenläufer nur auf den kürzeren Strecken an den Start gehen durften. Und im nächsten Jahr wird es ähnlich sein“, sagt Yeray Gonzáles, Marketing Manager des Rennens. Sieht fast so aus, als erwachse eine unerfreuliche Rivalität zwischen der World Skyrunning Serie und der Internationalen Trailrunning Association (ITRA). Letztere, so sieht man es jedenfalls auf La Palma, versuchten das absolutes Highlight der World Skyrunning Serie, den Transvulcania, ausbremsen zu wollen. Im nächsten Jahr bekommt der Transvulcania Ultramarathon allerdings den Status „Super Skyrace“, wodurch die Spitzenläufer hier mehr Punkte für die Serienwertung erhalten als anderswo. Mit Blick auf das Preisgeld von 10.000 Euro für den Gesamtsieger der Serie ein besonderer Anreiz, hier zu starten. Soweit er keinem Verband angehört, der ihm das mit Blick auf die Ultratrail-WM untersagt.

Aber der Ärger der Organisatoren war für eine Weile verflogen als es endlich losging mit der Veranstaltung. Wie üblich mit dem Vertikal Kilometer, dem ersten Rennen der Transvulcania-Woche. „Neben England stellte Deutschland das größte Teilnehmerfeld hinter Spanien“, resümiert Veranstalter Gonzáles. Besonders der Vertikalkilometer (VK) hat es vielen deutschen Läufern angetan. Angesichts der Beliebtheit unerklärlich, warum es in der Heimat noch so wenige Rennen dieser Art gibt.

Vertikalkilometer Warm Up beim Transvulcania 2018

Viele Läufer nutzen den VK als willkommenes Warm Up für Halbmarathon, Marathon oder Ultra. So hatte es sich auch Michelle Maier vorgestellt, die aber stürzte und einige Blessuren davon trug. „Ich hatte schon vom Start weg ungewohnt schwere Beine, und dann kam auch noch dieser Sturz. Das Profil des Halbmarathons hätte mir gelegen, weil es fast nur bergauf geht, aber daraus wurde dann ja leider nichts“, bedauert die Rosenheimerin den für sie unerfreulichen Veranstaltungsverlauf. Besser lief es für Hannes Namberger beim Ultramarathon, wo er im Männerfeld einen starken 8. Platz erkämpfte. Lesen sie hier unser großes Exklusiv-Interview mit Hannes Namberger.

Das lange Rennen hatte den Teilnehmern alles geboten, angefangen beim Wetter. Zu Beginn extremer Wind, der zum Glück teilweise von hinten kam. Dann Kälte und Regen in El Pilar bei Kilometer 24. Ab Marathondistanz über das Dach der Insel (2.400 Meter üNN) kam die Hitze und begleite die Läufer bis ins Ziel, das die letzten nach rund 17 Stunden erreichten, der Sieger bei den Männern, Pere Aurell Bove aus Spanien, nach 7:37:26 Stunden. Ida Nilsson aus Schweden konnte den dritten Sieg in Serie feiern und kam nach 8:40:43 Stunden ins Ziel.

Alle Läufer waren begeistert von Atmosphäre, Landschaft und liebevoller Unterstützung der Helfer. Einzig die organisatorischen Probleme bei der deutlich verspäteten Abfahrt einiger Busse zum Vertikalkilometer sorgten bei dem einen oder anderen Teilnehmer für leichte Verstimmung. „Wir bedauern das, aber wer uns kennt, weiß, dass wir das Problem im nächsten Jahr behoben haben werden, verspricht Dario Dorte.

Die Ergebnisse der Rennen des Transvulcania 2018:

Vertikal Kilometer (7,6 km / +1.203 Hm)

Männer:
1. Pascal Egli 47:55
2. Stian Angermund-Vik 48:03
3.Rui Ueda 48:08

Frauen
1. Christen Dewalle 56:52
2. Laura Orgué 57:19
3. Zuzana Kichova 1:01:13

Halbmarathon (24,2 km)

Männer:
1. Stian Angermund-Vik 2:13:14
2. Rui Ueda 2:13:43
3. Aritz Egea 2:15:25

Frauen:
1. Laura Orgué 2:45:32
2. Eli Gordon Rodriguez 2:52:32
3. Christel Dewalle 2:52:35

Marathon (45 km)

Männer:
1. Danilson Silva Pereira 4:05:33
2. Wilson Gabriel Cardoso Cabral 4:06:07
3. Juan Esteban La Penas Romano 4:06:23

Frauen
1. Maria Zorroza 4:51:22
2. Montse Martinez Guerrero 4:53:52
3. Paloma Lobera Grau 5:15:34

Ultramarathon:

Männer
1. Pere Aurell Bove 7:37:52
2. Dimitry Mityaev 7:38:22
3. Thibaut Garrivier 7:42:49

Frauen
1. Ida Nilsson 8:40:43
2. Monica Comas Molist 8:46:57
3. Kelly Wolf 8:49:45
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Autor: Klaus Dahlbeck 15.05.2018
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