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Stubai Ultratrail Innsbruck 2018 Gletscher-Ultratrail vor sensationeller Kulisse

Nachtstart, toller Sonnenaufgang und eine Strecke, die einige unterschätzt haben: Ein einzigartiges Erlebnis für die gut 700 Starter beim zweiten Stubai Ultratrail.

Stubai Ultratrail 2018 +
Foto: Philipp Reiter

Bergpanorama im Morgenlicht: Der 63,1-Kilometer-Ultratrail am Stubaier Gletscher bot den Läufern eindrucksvolle Landschaft.

Was für ein Wahnsinns-Rennen, was für beeindruckende Zeiten. Nur zwölf Monate nach der Premiere hat sich der Stubai Ultratrail mit Start in der Olympiastadt Innsbruck und Ziel auf dem 3.137 m hohen Stubaier Gletscher seinen Platz im Ranking der interessantesten europäischen Trailrunning-Events gesichert.

Die beeindruckendsten Bilder des Stubai Ultratrails finden Sie in einer Fotostrecke über und unter diesem Artikel.

Die zweite Auflage endete mit dem überragenden Triumph des spanischen Weltklasseläufers Cristofer Clemente (Team Salomon), der die 63,1 Kilometer und 5.075 Höhenmeter in 7:31:34 Stunden zurücklegte und damit fast eine Stunde schneller war als der Sieger von 2017. Rang zwei ging an den Österreicher David Wallmann (8:10:59 Stunden, Salomon Running Team), der einen spannenden Zweikampf mit seinem Landsmann Christian Stern (8:13:35 Stunden, SV Raiba Stubai) für sich entschied. Bei den Frauen setzte sich die Schwedin Kristin Berglund (Salomon Running Team Austria) ebenso souverän wie Cristofer Clemente durch, während Mitfavorit Ryan Sandes (Südafrika) frühzeitig ausschied. Berglund erreichte das Ziel vor dem Restaurant Jochdohle am Stubaier Gletscher nach 8:46:00 Stunden. Auch die in Österreich lebende Schwedin verbesserte die Siegerzeit von 2017 um gut 45 Minuten. Schnellster Master-Läufer war der Deutsche Konrad Lex (Team Dynafit, 8:21:21 Stunden).

„Im Schnee zu siegen ist einfach genial“

„Das ist ein wunderschöner Tag für mich, ein Geschenk für das Leben. Hier im Schnee zu siegen und nicht im Sand oder am Meer, das ist einfach genial“, kommentierte der 33-jährige Clemente seinen Sieg. Der zurückhaltende und sympathische Spanier ist auf der Kanareninsel La Gomera zu Hause und läuft derzeit in einer anderen Liga als die Konkurrenz. Vor zwei Wochen wurde der Vize-Weltmeister von 2017 Zweiter beim Zugspitz Ultratrail, am Samstag dominierte er den Stubai Ultratrail. Schöne Geste von David Wallmann, dem Zweiten, der sich im Ziel vor Clemente tief verneigte und ihm voller Hochachtung gratulierte.

Zufriedene Gesichter bei den Athleten ob der perfekten Wetter- und Laufbedingungen, zufriedene Gesichter bei den Veranstaltern um Roland Roland Volderauer, Geschäftsführer TVB Stubai Tirol: „Ich bin überzeugt davon, dass dieses Event eine erfolgreiche Zukunft hat. Es ist die ultimative Herausforderung. Der Nachtstart um 1 Uhr mit Stirnlampen in Innsbruck, wir laufen an der legendären Sprungschanze Bergisel vorbei, erleben den Sonnenaufgang auf der Starkenburger Hütte und laufen auf dem Wilde Wasser Weg bis zum Talschluss, ehe es steil bergauf bis auf über 3.137 m ins ewige Eis auf den Stubaier Gletscher geht. Das ist echt eine Wahnsinnsstrecke und einfach etwas ganz Besonderes.“ Und auch mit den Teilnehmerzahlen zeigte sich Volderauer mehr als zufrieden: „Wir sind mit 500 im Vorjahr gestartet, haben jetzt knapp 700 aus 30 Nationen. Ich bin zuversichtlich, dass wir bald die Marke von 1.000 Athleten und Athletinnen knacken werden.“
Stubai Ultratrail 2018 +
Foto: Andi Frank

Der spanische Sieger Cristofer Clemente (Team Salomon) beim Zieleinlauf der Stubai Ultratrail.

Manch ein Superstar hatte die Strecke unterschätzt

Die Favoriten wie Clemente oder Berglund gaben sich absolut keine Blöß, andere dagegen schieden schon frühzeitig aus oder hatten die Strecke unterschätzt. So wie der Südafrikaner Ryan Sandes, 2017 Sieger des ältesten Ultra-Marathons der Welt, dem Western States 100-Mile Endurance Run in den USA. Oder die Französin Perrine Tramoni. Für Sandes war nach 17 Kilometer Schluss. „Die Beine wollten einfach nicht, vielleicht steckt mir der Himalaya noch in den Knochen“, zeigte sich der Superstar ziemlich geknickt. Tramoni hielt länger durch und gab an der Verpflegungsstelle 7 bei Kilometer 49 ihre Startnummer ab.

Jeder einzelne Starter hatte sich seine ganz persönliche Taktik für dieses besondere Rennen mit der Startzeit um 1 Uhr in Innsbruck und dem extrem anspruchsvollen Finale zurechtgelegt. Während Cristofer Clemente vom ersten Meter an wie selbstverständlich die Führung übernahm und selbst im Ziel auf 3.137 m Meereshöhe nicht wirklich ausgepowert wirkte, ließ es David Wallmann, der Sieger des letztjährigen Basictrail zunächst etwas ruhiger angehen. „Auf dem Flachen konnte ich wie erwartet nicht mithalten. Ich spürte auch noch die Anstrengungen der letzten Monate“, erklärte der 27-jährige Salzburger. Seine große Klasse bewies Wallmann dann im Finale. Von der Skistation Mutterberg bis zum Ziel an der Jochdohle mussten innerhalb von 8,1 Kilometer fast 1400 Höhenmeter bewältigt werden. Hier zog Wallmann zum ersten Mal an dem Lokalmatador Christian Stern vorbei, der lange auf Platz zwei gelegen hatte. „Am Gletscher war ich etwas zu langsam, aber mit Platz drei bin ich dennoch hochzufrieden“, sagte der Athlet aus dem Stubaital.

Neben dem Ultratrail wurden auch Basic- und Gletschertrail angeboten

Bei den Frauen zeigte sich Kristin Berglund vom ersten Meter an in bester Verfassung, ihre Zeit von 8:46:00 Stunden reichte zu Rang sieben in der Gesamtwertung. Einfach beeindruckend. „Die Strecke war echt ein Wahnsinn, viel schöner als ich mir vorgestellt hatte. Der Sonnenaufgang war sensationell“, war die 34-Jährige angetan. Das technisch anspruchsvolle Finale hinauf zur Bergstation Eisgrat kam Berglund zudem entgegen: „Es war trotzdem heftig, die Höhenmeter wollten einfach nicht weniger werden.“

Neben dem Ultratrail gab es auch die Möglichkeit, beim kürzeren Basictrail zu starten. Über die 28,7 Kilometer siegte Johannes Hinterseer in 3:30:42 Stunden. Erstmals mit im Programm war in diesem Jahr der Gletschertrail mit Start an der Bergstation Mutterberg am Ende des Stubaitals. Die knallharten 1.395 Höhenmeter Anstieg auf acht Kilometern meisterte der Tiroler Martin Mattle am schnellsten. Bei den Frauen ergab sich ein spannender Zweikampf und Rang 1 und 2. Den am Ende der 8,1 Kilometer die Deutsche Sylke Schmitz (Grasberger Hof) in 1:43:21 Stunden vor Sabine Kozak (Salomon Austria, 1:45:47 Stunden) und Marion Gaile (Neustift/Stubai, 1:55:33 Stunden) gewann.

Einen starken 26. Platz machte übrigens unser Runner’s-World-Kollege Henning. Seine Reportage über den Gletscher-Ultratrail ist dann in der September-Ausgabe von RUNNER'S WORLD nachzulesen.
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01.07.2018

Hier finden Sie weitere Informationen zum Stubai Ultratrail Innsbruck 2019.

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