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Transalpine-Run 2017 Großes Finale in Südtirol nach rund 270 km

Auf der letzten Etappe von Prad am Stilfserjoch nach Sulden holten Benjamin Bublak und Christoph Lauterbach den Gesamtsieg beim Transalpine-Run 2017.

Transalpine-Run 2017 +
Foto: Andi Frank

Nach rund 270 km erreichten die Finisher beim Transalpine-Run 2017 das Ziel in Sulden.

Das war ein hartes Stück Arbeit. Mit der 7. Etappe von Prad am Stilfserjoch nach Sulden am Ortler über 31 Kilometer und 2.600 Höhnemeter endete am 9. September 2017 Transalpine-Run. 584 Athleten waren genau eine Woche zuvor in Fischen im Allgäu gestartet. 454 finishten die letzte Etappe in dem 1.847 m hoch gelegenen Wintersportort Sulden in Italien. Dazwischen lagen knapp 270 Kilometer, 15.500 Höhenmeter, Dauerregen, Nebel und Schneefall. Aber auch Sonne und Temperaturen in einer Bandbreite von 0 bis 25 Grad. Am Ende dieses härtesten und emotionalsten Etappenlaufs für Zweierteams über die Alpen siegten die Vorjahres-Vierten Benjamin Bublak/Christoph Lauterbach (GER/GER) in 29:44:03,2 Stunden.

Eine Fotogalerie mit Impressionen von der emotionalen letzten Etappe beim Transalpine-Run 2017 finden Sie ober- und unterhalb des Artikels.

Mit einem Rückstand von 1:14:52 Stunden erreichten die als Favoriten gehandelten Stephan Hugenschmidt/Matthias Dippacher (GER/GER) das Ziel als Zweite, Rang drei ging an die Schweizer Adrian Zurbrügg/Jonathan Schmid (1:23:40 Stunden zurück). Die im Laufe der Woche immer stärker werdenden Eidgenossen sicherten sich in eindrucksvoller Manier die anspruchsvolle Schlussetappe mit der Überquerung der 2.886 m hohen Tabarettascharte.

Transalpine-Run 2017: Letzte Etappe mit Nebel und Dauerregen

Das Finale hatte es nach einer extrem anspruchsvollen Woche noch einmal in sich. Und damit war nicht nur der emotionale Empfang in der Tennishalle von Sulden gemeint. Der Weg nach Sulden führte nach längerer Pause wieder über die legendäre, fast 3.000 m hohe Tabarettascharte. Gelaufen wurde die sogenannte Originalroute, die zusätzlich noch durch Nebel und Dauerregen erschwert wurde. „Das war für mich die schönste Etappe des gesamten Transalpine-Run, so könnte es immer sein“, kommentierte Benjamin Bublak das extreme Finale. Für Bublak und Lauterbach ging mit dem Gesamtsieg ein Traum in Erfüllung. „Nach der vierten Etappe habe ich gespürt, dass es mit dem Sieg klappen kann“, erklärte der 26-jährige Thurnauer. Sein drei Jahre älterer Teamkollege Bublak, der für seine Leidenschaft Trailrunning seinen Wohnort von Berlin nach Kufstein verlegt hat, hatte schon auf der zweiten Etappe „eine gewisse Hoffnung, dass es klappen könnte“. Ziemliches Pech hatten die jungen Deutschen Matthias Baur/Lukas Sörgel auf der Schlussetappe. Baur wurde bereits nach einem Kilometer von einer Wespe am Auge gestochen, sah kaum noch etwas und verlief sich, was sein Partner aber nicht sah. Erst 500 Höhnemeter später bemerkte Baur seinen Fehler und kehrte um. Es reichte dennoch zu Platz 7 in Sulden und Rang 5 in der Gesamtwertung in 32:40:25,2 Stunden.

Freudentränen im Ziel des Transalpine-Run 2017

Bereits morgens präsentierte sich der Wintersportort Sulden im Nebel und Dauerregen. Auf der fast 3.000 m hohen Tabarettascharte waren die Temperaturen empfindlich niedrig, gepaart mit heftigem Wind und schwierigen Trails. Als der letzte Meter gelaufen war, entlud sich die Anspannung. Die Tennishalle war gefüllt mit Fans, Touristen und Familienangehörigen, die für einen lautstarken Empfang sorgten. Es war die Zeit für große Emotionen und Freudentränen. Die Athleten saßen zusammen, genossen den Augenblick oder pflegten ihre Verletzungen und Blessuren, nachdem sie sich sieben Tage lang auf sportlich höchstem Niveau auseinandergesetzt, bis zur Erschöpfung und darüber hinaus gekämpft hatten.
Transalpine-Run 2017 +
Foto: Andi Frank

Vorfreude auf das Ziel auf den letzten Metern des Transalpine-Run 2017.

Transalpine-Run: Schwedinnen gewinnen trotz Knöchelentzündungen

Als harte Probe erwies sich das Finale auch für die beiden Schwedinnen Lina und Sanna El Kott Helander, die alle sieben Etappen dominierten und mit großem Vorsprung die Kategorie Women gewannen. Immer sah man die beiden 23-Jährigen aus Östersund lachen, nur am letzten Tag nicht mehr. Die eineiigen Zwillinge litten unter schmerzhaften Knöchelentzündungen, erstaunlicher Weise an denselben Stellen. Aber sie bissen auf die Zähne und ließen sich in Sulden von ihren Fans feiern. Großer Kampf war auch in den anderen Klassen angesagt. Es blieb aber bei den bestehenden Kräfteverhältnissen. Den Sieg in der Klasse Master Men holten sich wie im Vorjahr die Deutschen Florian Holzinger und Stefan Holzner mit sieben Etappenerfolgen. Interessant ihre Gesamtzeit. Mit 30:16:11,9 Stunden lagen sie noch vor Hugenschmidt/Dippacher, den Zweiten in der Kategorie Men. Angesichts der Dominanz von Holzinger/Holzner war Platz 2 für die starken Anton Philipp/Seppi Neuhauser (GER/GER) ein starkes Resultat. Jetzt darf man auf das kommende Jahr gespannt sein. Denn dann starten Philipp/Neuhauser in der Kategorie Senior Master Men.

Spannender Kampf in der Kategorie Senior Master Men beim Transalpine-Run 2017

Diese war die Kategorie, die in diesem Jahr extrem spannend verlief – auch wenn Dr. Thomas Miksch seinen achten und Partner Jörg Schreiber seinen vierten Sieg in der Zeit von 34:08:10,7 Stunden feierte. „Bis auf den ersten Tag lief es gut, wir haben die Zähne aufeinander gebissen“, sagte Miksch, der von Beginn an unter einer Wadenverletzung litt. Jörg Schreiber: „Unsere Erfahrung hat uns geholfen, wir sind schlau gelaufen.“ Ein Spaziergang war die Angelegenheit aber bestimmt nicht. Besonders das Duo Wolfgang Freimoser/Holger Schulze (GER/GER) erwies sich als würdiger Gegner. „Aber jetzt ist der Akku komplett leer“, gestand Schulze, der mit 101 Etappenstarts absoluter Rekordhalter beim Transalpine-Run ist.

Kategorie Master Mixed beim Transalpine-Run 2017: Niederländischer Sieg

Ebenso spannend verlief das Rennen in der Kategorie Master Mixed, wo es zwischen Kim Mulder/Willem Van't Veer (NL/NL) und Eva Färberböck/Mathis Bode (GER/GER) hin und her ging. Beide Teams gewannen je drei Etappen, Färberböck/Bode sogar die prestigeträchtige Finaletappe. Doch das bessere Ende hatten die Niederländer mit einer Gesamtzeit von 36:23:10,5 Stunden. Färberböck/Bode wiesen einen Rückstand von 29:13 Minuten auf. Eindeutiger ging es dagegen in der Kategorie Mixed zu. Die beiden Kanadier Marianne Hogan/Mathieu Blanchard gewannen alle sieben Etappen und in 32:46:24,0 Stunden auch die Wertung dieser Kategorie. Bis zum letzten Tag leistete allerdings die schottische Vertretung Helen Bonsor/Andrew Fallas auf Rang 2 in 34:01:40,6 Stunden Gegenwehr. „Sie waren einfach zu stark“, erkannte Helen Bonsor, die Siegerin in der Women Kategorie von 2015, die Dominanz der Nord-Amerikaner neidlos an.

Insgesamt präsentierte sich der 13. Transalpine-Run als das, was ihn auszeichnet: anspruchsvoll, lang, mit wunderschönen Landschaften und als Herausforderung im zwischenmenschlichen Bereich.
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09.09.2017

Hier finden Sie weitere Informationen zum Transalpine-Run 7. Etappe 2018.

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