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InterFaith-Run-for-a-United-World Interreligiöser Lauf der Weltreligionen in Luxemburg

Unter den Läufern beim Marathon 2018 in Luxemburg waren auch 86 Geistliche und Repräsentanten der Weltreligionen. Ihre Mission: Sichtbarer Frieden unter den Religionen.

InterFaith - Interreligiöser Lauf der Weltreligionen in Luxemburg +
Foto: InterFaith

Teilnehmer am interreligiösen Lauf der Weltreligionen in Luxemburg.

Im Rahmen des ING-Marathons 2018 in Luxemburg waren zum zehnten Mal die Teilnehmer von InterFaith-Run-for-a-United-World dabei. 86 Geistliche und Repräsentanten der Weltreligionen liefen mit. Christen, Muslime, Hindus, Bahais, Sikhs, Juden – darunter das erste Mal ein jüdischer Rabbiner – sowie solidarische Humanisten traten unter der Schirmherrschaft des 14. Dalai Lama an.

Der „InterFaith – Run for a United World“ fand in diesem Jahr zum zehnten Mal im Rahmen des ING-Marathons in Luxemburg statt. Gemischtreligiöse Teams, Halb- und Vollmarathonläufer demonstrierten mit Leib und Seele, dass der Weg zum Frieden nur gemeinsam beschritten werden kann. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sie liefen mit 16.000 anderen Sportlern aus der ganzen Welt durch die Hauptstadt des Großherzogtums, vorbei an Prachtbauten im Bankenviertel und historischen Mauern. Ein besonderer Spirit mit religiösem Hintergrund.

Entstanden ist InterFaith aus einem Lauftreff von zwei evangelischen Pfarrern in Luxemburg. Die schon in Gesprächen untereinander über das Spirituelle des Laufens nachdachten. Die Geistlichen freuten sich dann 2006 über den ersten Nachtmarathon. „Wir dachten: Warum nicht eine Art innere Einkehr für die Sportler zu Beginn der Veranstaltung abhalten?“, erzählt Pfarrer Ingo Hanke, Organisator von InterFaith. So entstand der „geistliche Startschuss“ - als Gebet vor dem Marathon. Heute ist InterFaith viel mehr.

2018 war zum ersten Mal ein jüdischer Geistlicher dabei, und zwar der Luxemburger Rabbiner Alexander Grodensky, der seine Teilnahme am Lauf und den Friedensgebeten am Samstag mit dem Sabbat-Gebot vereinen konnte. „Das zeigt, wie sehr wir aufeinander zugehen und eigene Traditionen mit dem Friedensprojekt InterFaith verknüpfen können“, betont Ingo Hanke. Er war in den vergangenen Jahren mit weiteren InterFaith-Delegierten schon mehrmals bei Vertretern anderer Religionen eingeladen, ob bei den Sikhs in London oder bei buddhistischen Mönchen in Japan.

Umgekehrt waren in jedem Jahr wieder Geistliche und Repräsentanten aus aller Welt zu Gast in Luxemburg. Bei Familien untergebracht, tauschten sie sich aus – etwa beim Empfang von Erzbischof Jean-Claude Hollerich. In seinem Grußwort lobte dieser: „Ich gratuliere Ihnen herzlich zum zehnjährigen Wirken Ihres interreligiösen Projekts. Ihr Engagement wurde bis auf den heutigen Tag von sportlichem Ausdauergeist und von der Begeisterung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen getragen. Die Kombination von Sport und Religion hat sich segensreich ausgewirkt.“
Das Grußwort vom  Dalai Lama, dem Schirmherrn der Veranstaltung. +
Foto: InterFaith

Das Grußwort vom Dalai Lama, dem Schirmherrn der Veranstaltung.

Ein Grußwort kam auch vom Schirmherrn der Veranstaltung, dem Dalai Lama höchstpersönlich. Er betont darin, dass allen Religionen gemeinsam sei, innere Einkehr und ein reines Herz zu erlangen, auch und gerade durch Selbstdisziplin und dadurch, sich zu wandeln. „Ich bin immer glücklich, wenn ich sehe, dass Menschen ihren wohlmeinenden Worten Taten folgen lassen. Und ich bin glücklich über das zehnte „InterFaith – Run for a United World.“

Das bestätigt auch Organisator Ingo Hanke. „Viele Teilnehmer kommen seit mehreren Jahren in die etwa 50 luxemburgischen Gastfamilien, es kommen aber immer neue dazu, die Teilnehmerzahl ist steigend!“, erzählt der evangelische Pfarrer. Die Teilnehmer schätzen dabei nicht nur den Lauf und den Austausch in den Gastfamilien, sondern sie profitieren auch jedes Mal wieder von den Besuchen der verschiedenen religiösen Gemeinschaften in Luxemburg.

Als Gast und „Maskottchen“ in Luxemburg dabei war fast immer – abgesehen von diesem Jahr - die lebende Lauflegende Fauja Singh. Der über Hundertjährige hat seine aktive Laufbahn inzwischen beendet. „Das sind gewachsene Beziehungen, ja, Freundschaften“, so Hanke. Er betont, wie wichtig das Projekt InterFaith mit seiner erfolgreichen Kombination von Sport und Religion nicht nur für die solidarischen Läufer sei. „Eigentlich ist es ein Projekt, auf das ganz Luxemburg stolz sein kann! Denn immerhin transportiert der interreligiöse Lauf eine ureigene europäische Idee und ein luxemburgisches Phänomen: das friedliche Zusammenwachsen der Kulturen.“ Schließlich trage Luxemburg schon seit Jahrzehnten positive Akzente zur Einheit in Europa bei. InterFaith demonstriert luxemburgische Willkommenskultur im interreligiösen und interkulturellen Dialog. Und inzwischen ist klar: InterFaith ist kein Strohfeuer. Es ist nachhaltiger Brückenbau.
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Autor: Ingo Hanke 19.06.2018

Hier finden Sie weitere Informationen zum Marathon Luxemburg 2018.

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