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Berliner Halbmarathon 2018 Kiptanui rennt Streckenrekord und Jahresweltbestzeit

Der Kenianer Kiptanui siegte beim Berliner Halbmarathon 2018 in 58:42 min. Die Schnellste im Rennen der Frauen war Melat Kejeta in 69:04 min. Die Polizei vereitelte möglicherweise einen Anschlag.

Sieger Berliner Halbmarathon 2018 +
Foto: SCC-Events/Camera 4

Erick Kiptanui gewinnt mit Weltjahresbestzeit und Streckenrekord (58:42 Minuten) den Berliner Halbmarathon.

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Halbmarathon

Ein Newcomer aus Kenia hat den Berliner Halbmarathon gewonnen und dabei nicht nur den Streckenrekord gebrochen, sondern auch die Jahresweltbestzeit eingestellt: Erick Kiptanui triumphierte bei dem größten deutschen Rennen mit 36.000 Teilnehmern in 58:42 Minuten. Damit erreichte Kiptanui die fünftschnellste je gelaufene Zeit über die genau 21,0975 km lange Strecke und verpasste den Weltrekord um lediglich 19 Sekunden.

Eine Foto-Galerie mit Impressionen vom Berliner Halbmarathon 2018 befindet sich über und unter dem Artikel. Mittig finden Sie außerdem einen Video-Bericht.

Kenianische Läufer belegen die ersten sieben Plätze beim Berliner Halbmarathon 2018

Auf den Plätzen zwei und drei folgten mit deutlichem Abstand Emmanuel Kiprono und Richard Mengich in 60:29 min beziehungsweise 60:36 min. Die Kenianer dominierten das Rennen und belegten bei sonnigen aber teilweise windigen Wetterbedingungen die ersten sieben Ränge. Als Achter folgte dann Homiyu Tesfaye (Eintracht Frankfurt), der jedoch den avisierten deutschen Rekord von 60:34 Minuten deutlich verpasste. Der 24-Jährige war nach 62:13 min im Ziel.


Siegerin Berliner Halbmarathon 2018 +
Foto: SCC-Events/Petko Baier

Melat Kejata (Grün-Weiß Kassel/ETH) siegt beim Berliner Halbmarathon in 69:04 Minuten.

Gesa Krause stellt mit 72:16 min deutsche Jahresbestzeit im Halbmarathon auf

Schnellste Frau war die in Deutschland lebende und für Grün-Weiß Kassel startende Äthiopierin Melat Kejeta, die mit 69:04 Minuten gewann. Als Zweite lief die Schweizerin Martina Strähl in 69:29 min eine persönliche Bestzeit, Rang drei belegte Anne-Mari Hyryläinen (Finnland) mit 71:04 min. Die 3.000-m-Hindernis-Europameisterin Gesa-Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) kam im zweiten Versuch erstmals ins Ziel eines Halbmarathons und stellte mit 72:16 min eine deutsche Jahresbestzeit auf. Siebente wurde Katharina Heinig (Eintracht Frankfurt), die mit 72:44 min eine persönliche Bestzeit erreichte.

Rund 250.000 Zuschauer waren beim Berliner Halbmarathon 2018 an der Strecke

Für die 38. Auflage des größten und hochkarätigsten deutschen Halbmarathonrennens hatten, Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, 36.000 Athleten gemeldet. Dies ist eine Rekordzahl für das Rennen, bei dem rund 250.000 Zuschauer an der Strecke standen.

Möglicherweise Anschlag vereitelt

Im Laufe des Tages wurde bekannt, dass die Polizei möglicherweise einen Anschlag auf die Veranstaltung vereiteln konnte. Es gab mehrere Festnahmen. Laut Medienberichten sollte es sich um ein Messer-Attentat handeln.

In der offiziellen Mitteilung der Berliner Polizei heißt es: „Im Verlaufe des heutigen Tages wurden berlinweit mehrere Durchsuchungen durchgeführt, die zum Auffinden von Beweismitteln und Festnahmen führten. Im Vorfeld des Berliner Halbmarathons gab es vereinzelte Hinweise darauf, dass die sechs Festgenommenen im Alter von 18 bis 21 Jahren an der Vorbereitung eines Verbrechens im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung beteiligt gewesen sein könnten. Aufgrund dieser Hinweise und der noch nicht vollständig geklärten Hintergründe des gestrigen Attentats in Münster, entschlossen sich die Generalstaatsanwaltschaft Berlin und das Landeskriminalamt Berlin zu den Durchsuchungen der entsprechenden Wohnanschriften sowie zwei Fahrzeugen in Charlottenburg-Wilmersdorf und Neukölln. Wegen der noch andauernden Ermittlungen können zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Informationen mitgeteilt werden.“

Erick Kiptanui lief schnell an

Bereits auf den ersten Kilometern hatten Erick Kiptanui und sein Landsmann Vincent Kipchumba, der als Tempomacher fungierte, einen deutlichen Vorsprung herausgelaufen. Mit Rückenwind erreichten sie die 10-km-Marke in superschnellen 27:32 Minuten - eine Zwischenzeit, die bei gleichbleibendem Tempo ausgereicht hätte, um den Weltrekord von 58:23 Minuten zu brechen. „Es war mein Plan, so schnell zu laufen. Denn ich wusste, dass Berlin eine flache Strecke hat“, sagte Erick Kiptanui, der vom renommierten italienischen Coach Renato Canova trainiert wird. Nachdem Kipchumba zwischen Kilometer 12 und 13 aus dem Rennen gegangen war und nun Gegenwind herrschte, konnte Kiptanui das Tempo nicht mehr ganz halten. Doch er zeigte eindrucksvoll, dass er das Vermögen hat, zum nächsten kenianischen Top-Marathonläufer zu werden. „Ich werde auf jeden Fall auf der Straße weiter laufen und plane auch ein Marathon-Debüt“, sagte Erick Kiptanui, der sich in früheren Jahren zunächst als 1.500-m-Läufer versucht hatte.

Berliner Halbmarathon: Tesfaye nach 62:13 min im Ziel

Für Homiyu Tesfaye lief es in Berlin nicht ganz so gut wie erhofft. Den avisierten deutschen Rekord von 60:34 Minuten verpasste der 24-Jährige deutlich. Mit 62:13 Minuten lief er aber trotzdem eine ordentliche Zeit. „Ich konnte heute leider nicht meine Trainingsleistungen umsetzen“, sagte Homiyu Tesfaye, den zuletzt auch eine Erkältung behindert hatte. „Aber insgesamt bin ich zufrieden, es ist schließlich meine zweitbeste Halbmarathonzeit. Und ich werde auch in der Zukunft weiter Halbmarathon laufen.“ Zu einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg lief Melat Kejeta mit 69:04 Minuten. „Nach zehn Kilometern habe ich mich nicht mehr so gut gefühlt, denn ich bin etwas erkältet, und zudem hatten wir dann Gegenwind“, sagte die seit gut vier Jahren in Kassel lebende Äthiopierin. Sie hat die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt und hofft, mittelfristig für Deutschland starten zu können.

Krause auf Rang 5 beste Deutsche, Katharina Heinig wird Siebte

Ein gleichmäßiges, solides Rennen lief Gesa Krause, die auf Platz fünf als beste deutsche Läuferin ins Ziel kam. Vor gut einem Jahr war sie bei ihrem ersten Halbmarathon-Versuch in Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) nicht ins Ziel gekommen. „Ich bin heute gut ins Rennen gekommen, und es hat Spaß gemacht. Aber das ist natürlich nach wie vor Neuland für mich“, sagte Gesa Krause, die sich nun wieder auf die 3.000-m-Hindernisstrecke konzentrieren wird. In Berlin will sie im Sommer ihren Europameisterschafts-Titel verteidigen. „Aber es ist durchaus möglich, dass ich wieder zum Berliner Halbmarathon zurückkommen werde“, sagte Gesa Krause, die gut die Hälfte der Strecke gemeinsam mit Katharina Heinig (Eintracht Frankfurt) lief. Ihre Trainingspartnerin wurde am Ende Siebente. „Ich bin zufrieden mit meiner Bestzeit, aber es lief nicht so richtig rund. Eigentlich ist es mein Anspruch, eine 70-Minuten-Zeit zu erreichen“, sagte Katharina Heinig, die Tochter der früheren Marathon-Weltklasseläuferin Kathrin Dörre-Heinig.
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Autor: race-news-service.com 08.04.2018

Hier finden Sie weitere Informationen zum Berliner Halbmarathon 2017.

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